Tag 8

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    • Weihnachten in Japan - "Meri Kurisumasu"

      Wenn man als Deutscher die Weihnachtszeit in Japan verbringt, überrascht zuerst einmal wie allgegenwärtig das Fest der Feste auch dortzulande ist – und das obwohl Japan kein christlich geprägtes Land ist. Doch schnell fällt auf, dass Japan die Traditionen, die in Deutschland Weihnachten zu einer so besonderen Zeit machen eigentlich völlig fehlen und sich dafür andere, ganze eigene Traditionen durchgesetzt haben....

      Buddhismus und Shintoismus prägen Feste und Feiertage in Japan. Christen machen dagegen nur ca. 1 % der Bevölkerung aus. Weihnachten ist auch kein nationaler Feiertag. Trotzdem steigt in Japan die Popularität des christlichen Weihnachtsfestes stetig an. Besonders unter den jungen Japanern ist es sehr beliebt. Die Idee, sich an Weihnachten zu beschenken, kommt der japanischen Lebensweise entgegen. In Japan legt man Wert auf höfliche Gesten, und das Beschenken wird deshalb gerne und häufig zelebriert. Trotzdem ist Weihnachten in Japan nach wie vor kein großes Thema: zwar haben Schüler und Studenten zwei Wochen lang Ferien, aber mehr wegen des Jahreswechsels, denn der ist traditionell das wichtigste festliche Ereignis im Jahresablauf. Selbst Firmen und Geschäfte machen oft vom 30. Dezember bis zum 3. Januar zu! Dennoch wird man auch in der „Adventszeit“ in Japan aktiv.



      Dafür sind die Vorbereitungen zum Jahresende in vollem Gange: Alle kehren zu ihren Familien zurück, Tokyo wirkt zum Teil wie ausgestorben. In allen Häusern ist Großreinemachen (susuharai =Rußfegen) angesagt, bevor dann die Hauseingänge mit Kiefernzweigen, Strohgebinden und Reiskuchen geschmückt werden.



      Der 24.12. ist in Japan ein ganz normaler Arbeitstag, nur junge Familien feiern am Abend oder am nächsten Tag für ihre Kinder ein kleines Fest mit Geschenken und Kuchen. Junge Pärchen gehen an Heilig Abend schick essen, beliebte Restaurants sind schon Wochen vorher ausgebucht. Der Vortag allerdings, der 23.12. ist seit
      1989 ein Nationaler Feiertag, weil Kaiser Akihito an diesem Tag Geburtstag hat.

      „Santa Claus“ bringt am Morgen des 25. Dezembers die Geschenke. Bis Weihnachten wird es immer lauter und schriller, und die Japaner verfallen immer mehr dem weihnachtlichen Konsumrausch.

      Es gilt, Freunden, Verwandten, Nachbarn und allen, denen man etwas zu verdanken hat, eine "Jahresendgeschenk" o-seibo zukommen zu lassen. In Firmen und Vereinen feiert man eine "Jahresvergeßfeier", die bônenkai.



      Viele Japaner treffen sich auch zu Christmas-Parties (Disco) oder zum gemeinsamen Essen im Restaurant. Sie zünden Knallfrösche an, tragen Faschingshütchen, werfen Luftschlangen. Manche Japaner sind ganz verrückt nach weihnachtlicher Illumination. In der Adventszeit wird deshalb nicht selten das ganze Haus mit
      Lichterketten geschmückt.



      Es werden auch Weihnachtskuchen gebacken. Sie bestehen aus Biskuit-Teig und werden mit einer Glasur überzogen, die nach Buttercreme schmeckt. Darauf kommen
      zum Beispiel Blumenverzierungen, Erdbeeren oder ein Zuckerguß-Weihnachtsbaum. Kurisumasu ist sehr stark amerikanisch geprägt. Der Weihnachtskuchen heißt Christmas-Cake. Überall wird mit Kunstschnee dekoriert, selbst im sonnigen Okinawa. Der Santa-Claus-Kult mit dem allgegenwärtigen „Jingle Bells“ ist absolut dominant.



      Der 31.12. nennt sich ômisoka und wird eher besinnlich angegangen ähnlich dem Heiligen Abend und nicht wie Silvester in Deutschland. Abends werden toshi-koshi
      soba ("Jahreswechsel-Nudeln") (lange Buchweizennudeln) für ein langes Leben gegessen.



      Man pilgert zu den Tempeln, wo kurz vor Mitternacht in den Buddhistischen Tempeln die joya-no-kane (Silvesterglocken) anfangen, das alte Jahr wortwörtlich auszuläuten. Mit dem Verklingen der 108 Glockenschläge (für die 108 Leidenschaften, die die Menschen zur Erleuchtung überwinden müssen) beginnt neue Tag. Bei diesem ersten Tempel- oder Schreinbesuch des Jahres, dem hatsumôde, beten Jung und Alt für ein gesundes erfolgreiches Jahr. Die Züge fahren die ganze Nacht hindurch.



      Am nächsten Morgen wird o-zôni gegessen, eine Suppe mit klebrigen Reisklößchen. Das Festessen mit der gesamten Familie wurde am Tag zuvor vorbereitet: o-sechi
      ryôri besteht aus traditionellen Speisen, wie gekochtem Fisch, Bohnen, sauereingelegtem Gemüse und Fisch (su-no-mono), und wird schön arrangiert in einer schwarzen Lackbox serviert.



      Am 1.1. werden auch die nengajô, die Neujahrsgrußkarten ausgetragen. Alle mit dem Vermerk nengajô aufgegebenen Karten wurden den Dezember über an den Postämtern zurückgehalten und gesammelt, um die Glückwünsche für das Neue Jahr nicht verfrüht zu überbringen.



      Nur der 1.1. (ganjitsu-Neujahrstag) ist ein nationaler Feiertag, o-shôgatsu (Neujahr) bezeichnet aber zumindest die ersten drei Januartage. Oft werden nun noch einmal die traditionellen Spielzeuge von den Kindern hervorgeholt: z.B. Kreisel (koma) und das japanische Federball (hanetsuki) mit buntbemalten Holzschlägern, oder sie lassen Drachen steigen. Außerdem können sie sich über o-toshidama freuen, ein Geldgeschenk von Eltern oder Verwandten.



      Novalie

      Quelle:
      Weihnachtsbräuche weltweit
      Botschaft von Japan in Deutschland

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Chiishi ()

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