Beiträge von kashi

    alsoooooooo dich geschichte is im sinn fast so wie de von niisan Dragonleader "eine kleine traurige geschichte die doch wahr ist..."


    Es war einmal ein kleines mädchen. Ein kleines unwissendes mädchen die die welt des cafe-anime entdeckte. Sie war so sehr begeistert, das sie tag und nacht damit verbrang in den themen rumzustöbern und ihre meinung abzugeben. Doch als sie alles sah, endteckte sie die shoutbox. Ihr neues zentrum des spaßes. Sie konnte sich fallen lassen und keine angst haben verstoßen zu werden wie es das kleine mädchn immer in der schule hatte. Dort konnte sie aus sich rausgehen, und war nicht mehr so schüchter wie vorher. Dann kamm ein großes ereigniss. Sie heiratete! An diesen abend heirateten viele ihrer freunde z.b. saku un kyu, oder der große drache mit sasu, und sie fühlte sich wie der glücklichste mensch der welt. Es vergingen tage und wochen und es war die beste zeit ihres lebends. doch eines, bis dahin noch wunderschönen lebends, tages, sie war auf einem konzert und kam spät nachhause, sie hatte was getrunken und benahm sich in der shoutbox ziehmlich danebn, bis ihr ehegatte es nicht mehr aushielt und sich scheiden lies. Das kleine mädchen war am boden zerstört, und wollte gerade zustechen, als der große drache ihr ein vorschlag machte. Der große drache wollte der große bruder des kleinen mädchen werden. Sie willigte nach einigen minuten des denkens ein. Und so bekamm das kleine mädchen auch noch 2 brüder dazu, der nette Hai un der seltsame typ, der ihr ziehmlich komisch vor kam. Ihr schmerz schwand mit der zeit langsam dahin, doch ganz verschwand er nicht. Mit der zeit kamen neue ehegatte, von dem das kleine mädchen dachte sie würden glücklich sein mit ihnen. Doch da erfuhr sie, das sie falsch lag und der schein trügen kann. Und in dieser zeit machte das kleine mädchen viele unverzeibare fehler, doch was sie positiv beeindruckte, ihre mittler weile nur noch 2 brüder (der große drache und der nette hai) und ihr allerbester freund (der seltsame typ) hielten zu ihr. Mit der zeit kamen neue user und sie gewann neue freunde. Und mit den neuen freunden, kam auch eine unverhoffte romanze die nur propleme mit sich brang. Sie lernte einen mann kennen, er war älter, sehr älter. Das kleine mädchen fing an jeden tag un jede nacht mit ihm zu chatten un empfand bald mehr als nur freundschaft. Und diese gefühle erwiderte der unheilvolle. Er kam eines schönen tages zu besuch und das kleine mädchen freute sichsehr darüber, doch plagte ihr gewissen. Sie hatte nix von dem treffen ihren brüdern noch ihren allerbesten freund erzählt, aus angst was sie dazu sagen könnten. Als der unheivolle wieder ging, war das kleine mädchen kurz darauf für eine woche weg, und somit auch von dem geschehen des cafe-anime ausgeschlossen. Sie dachte jeden tag was all ihre freunde und großen brüder un allerbester freund taten. Sie war jeden tag, jede stunde, jede minute und jede sekunde in gedanken bei ihnen und fragte sich ob sie fröhlich oder traurig waren. Doch das kleine mädchen ahnte nix vom umlauf eines gerüchtes das natürlich wahr war, das der unheilvolle sie besucht hat. Die meisten fingen an den unheilvollen zu hassen, besonders der große drache und der seltsame typ. Die beiden waren so enttäuscht und sauer auf das kleine mädchen, das sie sich von ihr abwanden. Sie verließen sie, doch waren sie noch da. Der große bruder als bruder und der seltsame typ als allerbesten freund. Diese zeit der qual, tränen un trauer hatte das kleine mädchen geschwächt. Ihr kleines herz, desen wunden gerade erst wieder verheilt waren, gingen wieder auf und das kleine herz bekam so große risse das es fast zersprang. Doch das kleine mädchen kämpfte, kämpfte um den großen drachen und den seltsamen typ, bis das kleine mädchen es schaffte, sie zurückzugewinnen. Die große risse des kleinen herzens des kleinen mädchens begannen zu heilen. Und seit dieser zeit bemühte sich das kleine mädchen so wenig wie möglich falsch zu machen, doch es gab ereignisse an den sie glaubte, sie würde das erkämpfte wieder verlieren. Doch so war es nicht, und ihr großer brude4r und ihr allerbester freund hielten zu ihr. Doch ihr ach so zerbrechliches herz, verhiel noch nicht vollendend, und könnte jeden augenblick wieder zerbrechen. Davor hat das kleine mädchen fürchterliuche angst, doch vielleicht kommt eines tages der augenblick an dem das kleine herz wieder geflickt und alle wunden verheilt ist. Bis dahin lebt das kleine mädchen in ständiger angst wieder jemand zu verlieren, und somit auch ihr herz…


    fortsetzung folgt..

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    lol, mir kann es eigentlich egal sein, da ik eh schon wie en offenes buch bin
    wenn mich jemand was fragt, sag ich den auch die wahrheit, auch wenn ik dann en schlechtn ruf bekomm oda so


    un vor allem würde ich sogut wie alles für meine freunde tun, sonst würde ich mich voll mies fühln... -.-'

    für mich is das äußere eigentlich relativ egal, da der charackter ja ein eigentlich auszeichnet
    aba das man scho etwas gepflegt ausehn sollte, wär nit schlecht ;)

    So verging die Zeit. Yuka trainierte unter der Leitung des Kazekage – den sie immer noch nicht ausstehen konnte – Kampftechniken. Der Kazekage hatte ihr erklärt, dass er sie aufnehmen würde, wenn sie für ihn „arbeitete“, sprich auf Ninjamissionen zum Wohle des Dorfes gehen würde und dafür bereitete er sie mit dem Training vor. Er war ein echter Sklaventreiber, das Training bei ihm war hart und dauernd musste man sich Beleidigungen anhören, wenn man etwas nicht gut genug beherrschte. Aber Yuka strengte sich dennoch an und gab immer ihr Bestes. Während Temari, Kankuro und Gaara ständig auf Missionen unterwegs waren, musste sie zu Hause bleiben und trainieren, aber das Training zahlte sich aus. Sie lernte den Umgang mit Kunai und Shurikken, trainierte Schläge und Tritte und auch einige Jutsus. Auch Yukas Outfit veränderte sich, mittlerweile trug sie wegen der unerträglichen Hitze in Suna-Gakure knappe, dunkelblaue Hotpants (So was wie Shorts, nur noch kürzer) und ein eng anliegendes Top. Außen an ihrem Top hatte sie ein paar Taschen angebracht, in denen sie ihre Kunai und Shurikken mit sich herumtrug.
    Eines Tages befahl der Kazekage ihr schließlich, für ihn ein paar Sachen einkaufen zu gehen. Da Temari, Kankuro und Gaara gerade mal zu Hause und nicht auf einer Mission waren, ordnete er an, dass Gaara Yuka begleiten sollte, um ihr die Geschäfte zu zeigen. Weitaus lieber hätte er ihr Temari oder Kankuro zur Seite gestellt, aber beide waren unauffindbar, und so schickte der Kazekage zähneknirschend Gaara.
    Yuka freute sich irgendwie darüber, denn seit sie hier war – das war nun seit knapp einer Woche – hatte sie Gaara fast überhaupt nicht mehr gesehen. Der Kazekage hatte seine Drohung wahr gemacht, er hatte es durch die vielen Missionen geschickt verhindert, dass Gaara und Yuka sich sahen. Yuka hatte den Rotschopf mehr vermisst, als sie es sich eingestehen wollte.
    Gaara war von ihrem Wiedersehen allerdings weitaus weniger begeistert. Schon als die beiden das Haus verließen, war deutlich zu merken, wie wenig Gaara von diesem „Auftrag“ hier hielt.
    „Na, auf was für Missionen geht ihr denn so?“, fragte Yuka ihn neugierig, kaum dass sie das Haus verlassen hatten.
    „Geht dich nichts an“, kam es kalt zurück.
    °Was hat der denn schon wieder?°, fragte Yuka sich, °Hab ich ihm was getan, oder warum behandelt er mich so?!°
    „Ach, mein Training läuft super, danke der Nachfrage“, sagte sie mit unüberhörbarem Sarkasmus in der Stimme.
    Kein Kommentar von Gaara.
    Yuka atmete hörbar aus und verdrehte genervt die Augen. Zum Glück kamen sie in diesem Moment am Lebensmittelladen an, sonst hätte Gaara sich wahrscheinlich mal wieder ein paar Beleidigungen von Yuka gefallen lassen müssen. So aber lebte Yuka ihre Wut an der Tür des Ladens aus, die sie so heftig aufriss, dass sie die Tür fast aus den Angeln gehoben hätte. Mit voller Wucht knallte die Tür gegen die nächste Wand und Yuka trat ein, neben ihr Gaara. Hinter dem Tresen stand ein nicht gerade großer Mann und als die beiden so einmarschierten, bekam sein Gesicht einen total panischen Ausdruck. Er riss die Augen auf und wich zurück, bis er an das Regal hinter sich anstieß. Irgendetwas schien den armen Mann ganz schön zu erschrecken, aber eigentlich war Yukas Auftritt ja gar nicht sooo brutal gewesen …
    „Ihnen auch einen schönen guten Tag!“, schnaubte Yuka sogar noch sarkastischer als vorhin bei Gaara und lief vor an den Tresen. „Wir brauchen ein Kilo Reis und …“ Da aber fiel ihr auf, dass der Mann überhaupt nicht zuhörte, voller Panik starrte er Gaara an.
    Yukas Genervtheit erreichte dadurch neue Höhen. „Hallo?!“ Heftig schlug sie mit der flachen Hand auf den Tresen. „Ist das Ihre Art von Service, oder was? Wir wollen was kaufen!“
    Der Mann zuckte zusammen, löste sich aber endlich von dem Regal und trat einen Minischritt auf Yuka zu.
    „Na also!“, rief Yuka, „Okay, wir brauchen erst mal ein Kilo Reis.“
    Dieser Mann schien wirklich an Verfolgungswahn oder etwas Ähnlichem zu leiden, denn er war total verkrampft, während er begann, Yukas Einkäufe zusammen zu suchen. Langsam beschlich Yuka wirklich das Gefühl, dass der Kerl ein paar ernste, psychische Probleme hatte, so panisch wie er sich benahm. Yuka war heilfroh, als sie endlich alles hatten, was sie brauchten, und den Laden verlassen konnten.
    „Mann, der Kerl hatte ja mal echt nicht mehr alle Tassen im Schrank!“, stöhnte sie, als sie den Laden verließ.
    Wie es nicht anders zu erwarten gewesen war, schwieg Gaara beharrlich.
    Yuka verdrehte die Augen und machte sich auf den Heimweg. Da es Nachmittag war, herrschte auf den Straßen reger Betrieb an allen möglichen Dorfbewohnern. Was Yuka aber ziemlich wunderte war, dass alle einen Bogen um sie machten. Sobald sie jemandem entgegenkamen, wechselten die Dorfbewohner auf die andere Straßenseite, oder verschwanden in einem Nebenweg.
    Nachdenklich bog Yuka in eine schmale Seitengasse ein und blieb dann stehen. „Gaara, sag mal, warum machen alle Leute so einen großen Bogen um mich? Seit ich hier bin, gab es noch keine Probleme mit den Leuten, aber heute haben sie irgendwie was gegen mich …“
    Mit ausdruckslosem Blick hielt nun auch Gaara an, sah sie aber nicht an, als er antwortete: „Das hat nichts mit dir zu tun. Sie verhalten sich so, weil ich bei dir bin.“
    Yuka kapierte gar nichts. „Hä? Wieso das denn?“
    Ruhig verschränkte Gaara die Arme vor der Brust und sah auf den Boden. „Ich hab’s dir doch schon erzählt, in mir wohnt ein Sanddämon. Die Leute sehen mich als Monster, deshalb meiden sie mich. Das war schon immer so, seit ich ein kleines Kind bin.“
    Yuka konnte nicht verhindern, dass sie ein bisschen zurückzuckte. Das hatte Gaara also damit gemeint, dass sich nie jemand um ihn gekümmert hatte. Und darum war er wohl auch so kalt, wie sie ihn kannte.
    „Aber du kannst doch nichts dafür!“, rief Yuka aus.
    „Das ist denen doch egal. Ich bin ein Monster. Egal, ob ich es sein wollte, oder nicht. So ist es nun mal, ich bin das Monster aus Suna-Gakure.“ Gaaras Stimme klang kalt und bitter, aber nicht die Spur Trauer war heraus zu hören. Er musste es schon so sehr gewöhnt sein, dass es ihn kalt ließ.
    °Sein ganzes Leben lang wurde er gehasst … und er konnte nie etwas dafür …°, dachte Yuka mitleidig und spürte, wie ihre Augen ein bisschen feucht wurden. °Wenn ich mir das so überlege, dann haben die Dorfbewohner eigentlich genau das aus ihm gemacht, was sie immer an ihm hassten … wenn sie sich um ihn gekümmert hätten, wäre er doch nie so geworden …°
    „Ach, Gaara“, murmelte Yuka so unglaublich sanft, wie sie sonst niemals sprechen würde. Und dann trat sie einen Schritt auf Gaara zu und umarmte ihn. Sie legte die Arme um Gaaras Hals und lehnte ihren Kopf an seine Schulter. „Es tut mir so Leid …“, flüsterte sie und spürte, dass sie nahe dran war, loszuheulen. Aber so weit wollte sie sich dann doch nicht demütigen, mit aller Kraft hielt sie die Tränen zurück.
    Gaara sah währenddessen ziemlich verwirrt aus. Schon wieder. Sie war ihm schon wieder so nahe. Nur, dass es das erste Mal mit Absicht war.
    „Was soll das?“, fragte er leise
    „Ich kann mir gut vorstellen, wie sehr dir das wehtun muss“, murmelte Yuka, „Das ist einfach nicht fair. Es tut mir so Leid, dass du diese ganze Scheiße durchmachen musst.“
    „Wieso tust du das? Ich dachte … ich dachte, du hasst mich …“
    „Warum sollte ich dich hassen?“, flüsterte Yuka leicht verwirrt.
    „Du hast mich angeschrieen … fast geschlagen … beschimpft …“
    Yukas Arme schlossen sich noch fester um Gaara. „Du kannst mich manchmal zwar echt zur Weißglut treiben, aber ich würde dich niemals hassen … Du bist zwar egoistisch und undankbar, aber so was hast du nicht verdient.“
    Gaaras Augen weiteten sich und er blieb ziemlich überrumpelt einfach so stehen. Er hätte schwören können, dass Yuka ihn verachtete. Und jetzt das. Aber es fühlte sich gut an. Es war das erste Mal, dass sich jemand um ihn kümmerte. Irgendwie ein schönes Gefühl. Sacht legte Gaara seinen Kopf auch ein bisschen an den von Yuka und schloss die Augen.
    Aber in diesem Moment erklang plötzlich ein leises Lachen hinter den beiden. „Ach, ist das niedlich! Die zwei Kleinkinder beim heimlichen Date!“
    Wie von der Tarantel gestochen fuhren Yuka und Gaara auseinander. Hinter ihnen stand niemand anders als Kankuro. Mit dem spöttischsten Grinsen, das man sich nur irgendwie vorstellen kann.
    „Hab ich euch etwa gestört? Ach, DAS tut mir aber Leid! Wo es doch gerade sooo romantisch war!“, spottete Kankuro und grinste Gaara an. „Mein kleiner Bruder ist ja der reinste Herzensbrecher!“
    „Halt die Fresse!“, keifte Yuka, deren Kopf knallrot war, aber nicht vor Wut, sondern weil ihr die ganze Situation unglaublich peinlich war. Warum zum Teufel hatte Kankuro das nur sehen müssen?! Wieso nur ausgerechnet DER?!
    Kankuro grinste sich einen ab. „Ich wusste ja gar nicht, dass man in eurem Alter schon so rangeht. Wenn ich etwas später gekommen wäre, wär’s wohl nicht mehr jugendfrei gewesen, was?“
    Yuka war kurz davor in die Luft zu gehen. „DICH würde ja bestimmt kein Mädchen wollen! Selbst in dieser komischen Welt hier haben die Mädels noch genug Geschmack, DICH nicht zu nehmen!“
    „Aber ein Monster als Freund ist okay?“, kam es herausfordernd zurück. Das war aber zu viel. Gaara fuhr mit blitzenden Augen zu Kankuro herum und sofort schoss sein Sand auf Kankuro zu und umschlang Kankuros Hals. Mit atemberaubender Geschwindigkeit zog der Sand Kankuro in die Höhe.
    „Sei still“, sagte Gaara finster. Es hörte sich mehr nach einem dunklen Grollen, als nach der Stimme eines menschlichen Jugendlichen an.
    Kankuro hing röchelnd in der Luft und griff an seinen Hals, um den der Sand sich wie eine Manschette gelegt hatte, wegzubekommen. Aber es gelang ihm nicht, sich zu befreien.
    Gaara fixierte ihn starr mit seinem Blick und er wollte gerade seine Hand schließen, als plötzlich ein Schrei erklang: „GAARA!“ Im nächsten Moment kam Temari, dicht gefolgt vom Kazekagen angerannt.
    „Gaara, verdammt! Lass ihn sofort runter!“, rief der Kazekage und rannte so schnell ihn seine Beine trugen mit Temari im Schlepptau zu Gaara und Yuka hin.
    Gaara warf seinem Vater einen finsteren Blick zu, bewegte sich aber nicht. Er machte keinerlei Anstalten, Kankuro runterzulassen.
    Yuka sah hektisch von Gaara zum Kazekagen, dann zu Kankuro und dann wieder zu Gaara. Die Situation war ernst. Gaara musste aufhören! Sonst würde er Kankuro noch um die Ecke bringen!
    „Gaara, lass ihn runter!“, rief Yuka und stellte sich vor Gaara hin. „Das hat keinen Sinn, tu es nicht!“ Mit all ihrer Überzeugungskraft sah sie ihn an. Gaara erwiderte ihren Blick starr, als wolle er Yuka mit seinem bloßen Blick dazu bringen vor Angst weg zu rennen. Aber Yuka hielt seinem Blick stand und ein paar Sekunden lang starrten sie sich einfach nur so an. Dann aber ließ Gaara den Arm sinken, drehte sich um und lief davon. Hinter ihm knallte Kankuro alles andere als sanft auf den Boden.
    In diesem Moment kamen Temari und der Kazekage endlich bei ihnen an. „Kankuro!“, rief Temari und rannte sofort zu ihm hin.
    Der Kazekage und Yuka blieben stehen und dann fragte er mit schneidend scharfer Stimme: „Wie kam es dazu?“
    Yuka schluckte hart. Sollte sie DAS erzählen?!
    „Sag es! Und zwar die ganze Wahrheit - alles!“, forderte der Kazekage fast schon drohend.
    Mit einem ergebenen Seufzer ließ Yuka den Kopf hängen. „Naaa gut. Also … ich hab Gaara … na ja … umarmt. Und das hat Kankuro gesehen und ein paar blöde Bemerkungen losgelassen, da ist Gaara dann durchgedreht.“
    Sofort schoss ihr Kopf wieder in die Höhe und sie sah den Kazekagen eindringlich an. „Aber völlig zu Recht! Es war Kankuros Fehler!“
    Finster musterte der Kazekage sie. „Ich sagte, du sollst dich nicht mit Gaara abgeben. Ich wollte, dass ihr zusammen einkaufen geht, aber von Dingen wie diesen war keine Rede. Das verbiete ich dir.“
    „Das war ja auch keine Absicht!“, rief Yuka aus und spürte, wie sie wieder rot vor Verlegenheit wurde. „Ich hab ja auch gar nicht vor, so was zu wiederholen!“
    Der Kazekage warf ihr noch einen abschätzenden Blick zu und drehte sich dann mit einem „Gut“ um und lief davon, in die Richtung, in die Gaara verschwunden war.
    „Hey, aber Sie dürfen ihn deshalb nicht fertig machen! Es war Kankuros Schuld!“, rief Yuka ihm hinterher.
    Der Kazekage jedoch gab keine Antwort mehr und verschwand um die nächste Ecke. Yuka wollte ihm schon hinterher rennen, aber da rief Temari sie zu sich, damit sie ihr mit Kankuro, der mittlerweile bewusstlos war, helfen würde. Seufzend ging Yuka zu Temari. Gaara würde mit dem Kazekage schon fertig werden. Jetzt mussten sie erst mal dafür sorgen, dass Kankuro nicht doch noch abkratzte.
    Währenddessen hatte der Kazekage Gaara gefunden, der am Rand zur Wüste auf einem kleinen Felsen saß und Löcher in die Luft starrte. Ruhig stellte der Kazekage sich neben Gaara, sah ihn aber nicht mal an, als er sagte: „Ich weiß jetzt, was passiert ist.“
    Der Hauch eines Lächelns bildete sich auf Gaaras Gesicht. „Und jetzt? Willst du mich jetzt etwa umbringen? Du weißt, dass du das nicht kannst.“
    „Darum geht es mir im Moment nicht.“ Jetzt endlich wandte der Kazekage den Kopf zu Gaara und sah ihn eindringlich an. „Ich wollte dir nur sagen, dass du deine Finger von Yuka lassen sollst.“
    Gaara war kurz davor, von dem Felsen zu kippen. „Meine Finger … von Yuka?!“, wiederholte er und fiel wirklich aus allen Wolken.
    „Ich weiß, was zwischen euch war. Und eine Beziehung zwischen euch ist das Letzte, was ich gebrauchen kann. Ich habe Pläne mit ihr. Also wähle deinen Zeitpunkt, endlich mal Gefühle zu spüren, etwas passender aus.“
    Gaara musste sich ziemlich beherrschen, um kein Blutbad anzurichten. „Pah. Ich und Gefühle für Yuka. Ich weiß ja nicht, was sie erzählt hat, aber eins steht fest: Ich brauche niemanden. Weder Yuka, noch sonst irgendeine andere Person.“
    „Gut. Es gehört sich nicht für eine Killermaschine, Gefühle zu haben.“ Und mit diesen Worten war der Kazekage weg und hinterließ einen reichlich verwirrten Gaara.


    von meggy

    Gaara führte Yuka in die Mitte des Dorfes und blieb dann vor einem besonders großen Haus stehen.
    Yuka wollte gerade zu einer Frage ansetzen, als plötzlich die Tür des Hauses aufging wurde und ein blondes Mädchen mit vier Zöpfen herauskam. Bei Gaaras Anblick weiteten ihre Augen sich und dann rief sie: „Gaara! Da bist du ja wieder! Wir haben uns Sorgen um dich gemacht!“
    Gaara senkte den Blick und ging dann an dem Mädchen vorbei, als sei sie gar nicht da. Mit ruhigen Schritten betrat er das Haus und kümmerte sich nicht weiter um die beiden Mädchen.
    „Äh … hallo“, stammelte Yuka. Sie war mit der Situation etwas überfordert und das stand ihr ins Gesicht geschrieben. Bisher waren alle Leute aus diesem Dorf ziemlich seltsam gewesen, welche Macke dieses blonde Mädchen da wohl hatte?
    Sofort verschränkte die Blondine die Arme vor der Brust und musterte Yuka abschätzend. „Wer bist du? Und was hast du mit Gaara zu schaffen?“
    „Ich heiße Yuka Ashihira“, antwortete Yuka und gab sich Mühe fest zu klingen. „Und ich wohne ab heute hier, so wie’s aussieht.“
    „WAS?!“ Das blonde Mädchen riss erschrocken die Augen auf. „Heißt das etwa, dass du und Gaara …?!“
    „NEIN!“, schrie Yuka und hatte es langsam satt, dass alle sie für Gaaras Freundin hielten. „Ich bin NICHT mit diesem Blödmann zusammen! Wenn du’s genau wissen willst, ich komme aus einer anderen Welt und eure Wahrsagerin hat gesagt, dass ich hier bleiben muss und sie will, dass ich bei euch wohne.“
    Der Blick des blonden Mädchens wurde noch abschätzender. „Du kommst aus einer anderen Welt?“
    Yuka atmete heftig aus. „Genau! Gaara ist durch ein schwarzes Loch in meine Welt gekommen, ich habe ihm geholfen, wieder hierher zu kommen und wurde dabei auch mit in diese Welt gezogen. Jetzt muss ich hier bleiben, sagt eure Wahrsagerin!“
    „Wenn das so ist, dann willkommen. Ich bin Temari, Gaaras ältere Schwester“, sagte das blonde Mädchen, schien aber alles andere als begeistert von der Aussicht in Zukunft mit Yuka zusammenzuleben. Ohne Yuka anzusehen drehte sie sich um und lief auf das Haus zu.
    °Wirklich reizende Leute hier°, dachte Yuka sarkastisch und folgte ihr.
    Das Haus hatte eine sehr schöne Einrichtung, der man schon ansah, dass sie alles andere als billig gewesen war. Temari brachte Yuka ins Wohnzimmer und bat sie, sich kurz hinzusetzen, bis sie ein Zimmer für sie organisiert hatte. Yuka ließ sich auf einen der Hocker, die um den Tisch herumstanden, fallen und seufzte erst mal. Womit hatte sie das nur verdient?
    Aber da kehrte Temari auch schon wieder zurück. „Du kannst das Gästezimmer haben.“ Da fiel ihr Blick auf die vielen Blutspritzer auf Yukas Kleid. „Woher hast du denn die ganzen Verletzungen?“, fragte sie, „War das etwa Gaara?“
    Yuka schüttelte heftig den Kopf. „Nein, Gaara hat sich darauf konzentriert, andere umzubringen, während wir zusammen waren. Die Verletzungen habe ich von diesem netten Kankuro, der mich so ungeheuer freundlich hier empfangen hat.“
    „Manche Leute haben es eben einfach verdient“, erklang da eine Stimme hinter ihnen. Temari und Yuka fuhren herum. Niemand anderes als Kankuro stand im Türrahmen. Er schien sich von Yukas Angriff wieder bestens erholt zu haben. „Hätte nicht gedacht, dich so schnell wieder zu sehen, Kleine. Hab ich die Hochzeit mit dir und Gaara etwa schon verpasst?“, fragte Kankuro spöttisch.
    Er konnte gar nicht so schnell gucken, wie Yuka eins ihrer Kunai gezogen und es auf ihn geworfen hatte. Schon steckte ihm das Kunai im Arm.
    Mit blitzenden Augen sprang Yuka auf. „ICH SAGE ES NUR NOCH EINMAL, NUR NOCH EIN VERSCHISSENES MAL! ZWISCHEN MIR UND GAARA LÄUFT NICHTS! ICH KANN IHN NICHT AUSSTEHEN! WIR – SIND – NICHT – ZUSAMMEN!“
    „Wer macht hier denn so einen Krach?“, erklang eine nicht gerade freundliche Stimme und an Kankuro vorbei schob sich ein mittelgroßer Mann mit hellbraunen Haaren.
    „Oh! Vater!“, riefen Temari und Kankuro und beide standen sofort stramm.
    Yuka blickte verwirrt zu dem schlanken Mann. Dieser Typ sollte Gaaras Vater sein? Er sah auf den ersten Blick einfach nur schwächlich aus. Yuka konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, wie er der Vater eines so starken und brutalen Ninjas wie Gaara sein konnte.
    „Das war ich. Ich habe so geschrieen“, sagte Yuka und musterte den Mann weiterhin mit unverhohlener Neugier.
    Der Mann sah sie missbilligend an. „Und du bist?“
    „Yuka Ashihira.“ Yuka kramte ihre ganze Höflichkeit zusammen und machte eine leichte Verbeugung. „Ich bitte um Erlaubnis, in Ihrem Haus wohnen zu dürfen.“
    „Sie hat Gaara zurückgebracht“, schaltete Temari sich ein.
    „Alleine deshalb sollte ich dich schon aus dem Dorf jagen …“, murmelte der Mann.
    Sofort schoss Yukas Kopf in die Höhe. Hatte sie sich etwa verhört?! Freute er sich etwa nicht, dass sein Sohn wieder da war? Was war denn das für ein Vater?!
    Da fiel der Blick des Mannes auf das eine Kunai, das noch in Yukas Kleid steckte. „Du kannst kämpfen? Bist du eine Shinobi?“, fragte er mit plötzlichem Interesse.
    Wieder war es Temari, die sich einschaltete.
    „Frag Kankuro, sie hat ihm eine ziemliche Breitseite verpasst.“ Grinsend deutete sie auf das Kunai, das immer noch in Kankuros Arm steckte.
    Der Mann hob eine Augenbraue und musterte Yuka nachdenklich. „Wenn du kämpfen kannst, habe ich nichts dagegen, dass du hier einziehst. Dann erwarte ich aber deine Dienste als Shinobi.“
    „Halt, halt, ich bin kein Ninja, okay?!“, rief Yuka schnell, „Ich kann mit diesen Kunai, oder wie auch immer ihr das nennt, ein bisschen umgehen, aber das war’s auch schon. Aber sonst bin ich überhaupt nicht im Kämpfen ausgebildet, klar?“
    „Dann wirst du eben meine Schülerin“, antwortete der Mann, „Ich werde dich ausbilden und sobald du eine echte Shinobi bist, kannst du zusammen mit Temari, Kankuro und … Gaara … auf Missionen gehen.“ Er sprach das Wort „Gaara“ eindeutig verächtlich aus. Langsam befiel Yuka das ungute Gefühl, dass er nicht viel für seinen jüngsten Sohn übrig hatte.
    „Na gut …“, murmelte Yuka. Besonders wohl war ihr nicht dabei, Ninja war alles andere als ihr Traumberuf. Aber wenn sie so in dieser Welt hier überlebte …
    „Temari, bring sie auf ihr Zimmer“, kommandierte der Mann und machte Anstalten das Zimmer zu verlassen.
    „Warten Sie mal kurz!“, rief Yuka noch schnell, „Alle reden ständig was von einem Kazekage, können Sie mir erklären, was das ist?“
    Der Mann wandte sich ihr zu. „Aus welcher Welt kommst du, dass du das nicht weißt? Ich bin der Kazekage, das Oberhaupt dieses Dorfes und der stärkste Shinobi.“
    „Stärkster Ninja?“, wiederholte Yuka und zog eine Augenbraue hoch. „Sicher, dass das nicht Gaara ist? Ich meine, ich hab ihn kämpfen sehen, das ist echt Hammer, was er mit dem Sand anstellt …“
    Die Augen des Kazekagen verengten sich zu schmalen Schlitzen. „Natürlich bin ich stärker als Gaara.“
    Yuka ignorierte die deutlich sinkende Laune des Mannes. „Cool, können Sie mir dann erklären, wie man seine komische Sandwand umgeht? Das ist nämlich echt frustrierend, wenn man es einfach nicht schafft, ihm eine zu verpassen.“ Sie grinste den Kazekagen fröhlich an.
    Temari schnappte nach Luft. „Du … du hast Gaara geschlagen?!“
    Yuka winkte ab. „Versucht, aber diese blöde Sandwand hat sich ja eingeschaltet.“
    „Bewundernswert, dass du noch lebst“, kommentierte Kankuro.
    „Wie dem auch sei“, schaltete sich der Kazekage ein, „Du wirst nicht mehr über Gaaras Sand sprechen, verstanden? Wir alle schweigen darüber, das ist eine streng geheime Sache. Gib dich nicht mit Gaara ab, ich verbiete dir den Umgang mit ihm. Und sprich nie wieder über den Sand von ihm.“ Und mit diesen Worten war er weg.
    Yuka sah ihm verblüfft hinterher. „Aber warum denn nicht?“
    „Tu einfach, was er sagt“, sagte Temari und ging Richtung Tür. „Komm mit, ich zeige dir dein Zimmer.“
    Verwirrt folgte Yuka ihr. „Aber was ist denn so schlimm an Gaaras Sandwand? Warum macht der Kerl so einen Aufstand?“
    „Dieser KERL ist der mächtigste Mann im Windreich, also drück dich gefälligst etwas würdevoller aus!“, zischte Temari, „Und was Gaara betrifft – vergiss ihn. Ignoriere ihn und fertig. Das ist besser für deine Gesundheit.“
    „Ich war einen ganzen Tag lang die ganze Zeit mit ihm zusammen und bin prima klargekommen!“, wandte Yuka ein.
    „Hier gelten aber andere Regeln, halte dich daran, oder wir bringen dich um. Du kannst von Glück reden, dass wir dich aufnehmen!“
    Yuka schluckte hart. Hier waren wirklich alle durchgeknallt! Morde schienen hier auf der Tagesordnung zu stehen, das war doch verrückt!
    Temari öffnete die Tür zu einem kleinen Zimmer und wies hinein. „Hier kannst du schlafen.“
    „Ähm … und wo ist das Bett?“, fragte Yuka vorsichtig. In dem Zimmer lag nichts Weiteres als eine Decke auf dem Boden. Sonst gab es keine Möbelstücke.
    „Siehst du doch“, antwortete Temari knapp.
    Yuka starrte sie an. „Das ist doch kein Bett! Das ist ein Stück Stoff auf dem Boden!“
    „Willst du jetzt etwa auch noch Ansprüche stellen?“ Empört stemmte Temari die Hände in die Hüften.
    Yuka fühlte das tiefe Bedürfnis in sich aufsteigen, der Blondine eine rein zu schlagen, aber sie riss sich zusammen. Erst mal musste sie sich hier benehmen, sonst würde man sie gleich wieder rausschmeißen.
    „Okay, okay, ich halt ja schon die Klappe“, grummelte sie.
    „Gut. Ich rufe dich, wenn es Abendessen gibt.“ Und weg war Temari.
    Yuka betrat seufzend ihr Zimmer und ließ sich auf das „Bett“ fallen. Diese Welt hier war einfach nur seltsam. Warum konnte der Kazekage Gaara nicht leiden? Warum durfte sie nicht über den Sand sprechen?
    Yuka verbarg ihr Gesicht in den Händen und hätte am liebsten angefangen zu heulen. Sie würde ihre Familie nie wieder sehen, nie wieder zur Schule gehen, ihre Freundinnen nicht mehr sehen. Was würden ihre Eltern sich nur denken, wenn sie einfach so spurlos verschwunden war? Und Kim … sie würde sich ewig Vorwürfe machen, weil sie nicht bemerkt hatte, dass Yuka in einer Notlage gewesen war, als sie sich getroffen hatten!
    Yuka hielt die Luft an, um die Tränen zurück zu halten, zog die Beine an den Körper und stützte ihr Gesicht auf die die Knie. Es war einfach alles kaputt! Sie hatte ihr ganzes Leben verloren. Nun würde sie hier in dieser seltsamen Welt bleiben und ein Ninja werden. Und den einzigen Menschen, den sie kannte, durfte sie nicht sehen.
    Tieftraurig ließ Yuka sich auf die Decke fallen und war binnen Sekunden eingeschlafen.


    von meggy

    Yuka konnte nur glotzen. Glotzen und staunen. Sie starrte Gaara fassungslos an. Jetzt löste die Sandwand sich auf und der Sand schwebte locker um Gaara herum in der Luft. Einen Meter vor Gaara stand der schwarz gekleidete Junge, der jetzt nur noch finsterer blickte und sich halb auf sein Mumienteil stützte.
    „Ach, wie niedlich, hat mein kleiner Bruder jetzt also eine kleine Freundin?“, spottete der schwarz gekleidete Junge.
    °Wie bitte? Kleiner Bruder? Ist der Idiot etwa mit Gaara verwandt?°, schoss es Yuka durch den Kopf und sie blickte verwirrt von Gaara zu dem Typen und wieder zurück. Ähnlichkeit zwischen ihnen: Gleich null.
    „Ich dachte, du wüsstest mittlerweile, dass du dich nicht mit mir anlegen solltest, Kankuro“, erhob Gaara seine kalte Stimme und sprach das Wort „Kankuro“ eindeutig verächtlich aus.
    „Und ich dachte, du hättest in der Zeit deiner Abwesenheit vielleicht endlich mal gelernt, dass man den großen Bruder respektieren sollte“, konterte der Typ, der offensichtlich Kankuro hieß.
    „Ich betrachte dich aber nicht als meinen großen Bruder, merk dir das. Komm mir in die Quere, und ich töte dich. Also verschwinde, bevor ich mich vergesse“, kam es kalt und drohend von Gaara zurück.
    Kankuro lächelte leicht und schnallte sich das Mumienteil zurück auf den Rücken. „Du wirst dich nie ändern“, schnaubte er, drehte sich um und stapfte davon.
    „Ähm … Gaara?“, meldete sich da Yuka vorsichtig zu Wort.
    Gaara drehte sich zu ihr um und sah sie aus kalten Augen an. „Verschwinde von hier, wie du siehst sind die Menschen hier anders als bei dir.“
    „Ach, und wo soll ich deiner Meinung nach hin?!“, fuhr Yuka ihn an und erhob sich so gut es mit ihrer neu aufgegangenen Schusswunde ging.
    Gaara wandte sich ab und ging davon. „Das ist mir egal. Aber verschwinde endlich.“
    „Du machst es dir ja mal wieder schön einfach! Aber warum hast du mich beschützt, wenn ich dir so egal bin? Hm? Kannst du mir das sagen, großer Gaara aus der Wüste?!“
    Schlagartig blieb Gaara stehen. „Ich wollte nicht, dass Kankuro Oberwasser bekommt und sich mal wieder für den Tollsten hält, nur weil er ein schwächliches Mädchen erledigt hat.“
    „So wie ich das sehe, hast du jetzt aber ein Problem! Kankuro denkt, ich wäre deine Freundin, also sollten wir erst mal dieses Missverständnis klären, oder?“, rief Yuka und beglückwünschte sich innerlich selbst dafür, wie geschickt sie das eingefädelt hatte.
    „Das kann ich auch ohne dich.“
    „Aber solange ich hier bin, kann ich überall verbreiten, dass wir ein Paar sind“, grinste Yuka, „Was meinst du, wie das den Leuten gefallen würde? Sabaku no Gaara hat ein schwächliches Mädchen aus einem anderen Land zur Freundin! Ich bin sicher, das wäre DAS Gesprächsthema schlechthin in deinem Dorf. Was meinst du, wie schnell macht so was die Runde?“
    Blitzartig schoss Gaara zu ihr herum. „Das tust du nicht.“
    „Ach, und wieso nicht?“ Yuka grinste ihn selbstsicher an. Eher würde sie sterben, als sich als Gaaras Freundin auszugeben, aber ihr Bluff war gar nicht mal so schlecht.
    „Weil ich dich vorher töten kann.“
    Yuka zwang sich dazu, keine Angst zu bekommen. „Ach, könntest du? Hm, dann macht es dir wohl auch nichts aus, dass ich die Story schon ein paar Leuten erzählt hab, während ich hier rum gelaufen bin? Na ja, wenn du mich umbringen würdest, dann würden die Gerüchte sich wohl nur noch verschlimmern … nicht nur, dass Gaara eine Freundin hat, er hat sie sogar getötet … Was da wohl für ein Ruf für dich bei rauskommen würde?“
    „Das hast du nicht getan. Warum solltest du so was herumerzählt haben?“
    „Weil ich eine Scheißwut auf dich hatte, vielleicht? Und die Blicke der Leute waren echt Gold wert.“ So überzeugend sie konnte sah Yuka ihn an.
    Einen Moment lang schien Gaara zu zögern, dann aber ließ er den Kopf sinken und seufzte: „Ich bringe dich zur Wahrsagerin. Sie weiß vielleicht, wie du zurückkommst. Mehr tu ich nicht für dich.“
    Yuka lächelte erleichtert. Geschafft! „Na also!“, rief sie und lief zu Gaara hin. „Und sobald wir bei ihr waren, hole ich höchstpersönlich alle Gerüchte aus dem Umlauf.“
    Schon an Gaaras Gesicht war klar abzulesen, wie sehr er es hasste, ihr unterlegen zu sein. Aber irgendwie war es auch ein schönes Gefühl, wieder bei ihr zu sein. Gaara konnte sich nicht helfen, aber ihre Anwesenheit gefiel ihm ... ein ganz kleines bisschen…
    Nach einem kurzen Fußmarsch durch das Dorf blieb Gaara schließlich vor einem der kleinen Häuser stehen. „Sie wohnt da drinnen. Ich warte draußen, während du mit ihr redest.“
    Yuka nickte. „Okay. Und du bist sicher, dass sie mir hilft?“
    „Bestimmt.“ Gaara sah demonstrativ weg von ihr.
    Mit einem leicht genervten Augenrollen ging Yuka an ihm vorbei, schob die angelehnte Tür auf und betrat das Haus. Es war nur wenig beleuchtet, nur einige Kerzen erhellten den Flur, in dem sie sich befand. Sonst sah die Einrichtung aber nicht viel anders aus als in Yukas Welt.
    „Wer ist da?“, erklang eine krächzende Stimme.
    „Verzeihung, darf ich reinkommen? Ich wollte Sie um Rat bitten!“, rief Yuka in ihrer artigsten Kleinmädchenstimme.
    „Natürlich, Schätzchen. Erstes Zimmer links“, kam es zurück.
    Langsam lief Yuka den Flur entlang und öffnete dann die Tür auf der linken Seite. Vor ihr öffnete sich ein dunkler Raum, indem sich nichts weiter als ein großer, roter Teppich befand, auf dem eine kleine Gestalt saß. Der Raum war völlig dunkel, nur um den Teppich herum standen einige Kerzen, die ein noch schummrigeres Licht als im Flur verbreiteten. Die Gestalt auf dem Teppich blickte auf und sah Yuka an. Es war eine alte Frau mit wettergegerbtem, faltenreichem Gesicht und langen, schneeweißen Haaren.
    „Du kommst von weither, nimm Platz“, sagte die Frau in ihrer krächzenden Stimme.
    Vorsichtig ließ Yuka sich vor ihr auf den Teppich fallen und kam sich irgendwie in ihrem blauen Kleid mit den vielen Blutflecken ziemlich seltsam in dem dunklen Raum vor.
    „Du bist hier, weil du mich um Rat fragen willst. Was hast du auf der Seele, mein Kind?“, krächzte die alte Frau.
    Yuka holte tief Luft. „Sie werden mich für verrückt halten, aber ich komme aus einer anderen Welt. Ich bin durch Zufall hierher gekommen und jetzt muss ich unbedingt wieder nach Hause!“
    „Wie bist du in unsere Welt gekommen?“, fragte die Frau ganz ruhig. Die Sache mit der Reise durch die Welten schien sie kein bisschen aus der Fassung zu bringen.
    „Durch ein schwarzes Loch. Ich kam zusammen mit Sabaku no Gaara, der ebenfalls durch dieses Loch erst in meine Welt kam, und dann mit mir zusammen wieder hierher kam“, erklärte Yuka und spürte, wie sie immer aufgeregter wurde.
    Die Augen der alten Dame wurden etwas größer. „Sabaku no Gaara …“, wiederholte sie nachdenklich. Der Name schien sie ziemlich zu beschäftigen.
    „Bitte sagen Sie mir, wie ich nach Hause komme!“, rief Yuka aus.
    „Geduld, Schätzchen“, murmelte die Frau und kramte in ihrem Gewand herum. Dann zog sie eine kleine Kristallkugel hervor.
    „Berühre die Kugel mit einem Finger, den du zuvor in dein Blut getaucht hast“, sagte die Frau zu Yuka, „Dann wird die Kugel mir alles verraten, was ich wissen muss.“
    °Wird die Kugel dann nicht dreckig?°, schoss es Yuka kurz durch den Kopf, aber sie traute sich nicht die Frage zu stellen. Vorsichtig wischte sie mit ihrem Finger ein bisschen Blut von ihrer Schusswunde ab und berührte dann damit die Kugel. Die alte Frau starrte die Kugel an, als würde dort etwas furchtbar Interessantes vor sich gehen, aber Yuka konnte gar nichts sehen. Die Kugel bewegte sich nicht, machte keine Geräusche und wechselte auch nicht die Farbe. Was fand diese Frau nur plötzlich so faszinierend?
    „Das genügt“, sagte die Frau da plötzlich und zog die Kugel zurück. Mit ihrem Gewand wischte sie Yukas Blut von der Kugel und steckte sie dann wieder ein.
    „Und … was haben Sie gesehen?“, fragte Yuka.
    Die Frau sah ihr direkt in die Augen. „Du wirst nicht mehr zurückkommen. Du wirst in dieser Welt hier bleiben.“
    Yuka hatte das Gefühl, gleich umkippen zu müssen. Hatte sie sich etwa verhört?!
    „Schätzchen, hör mir zu. Das alles war vom Schicksal so vorherbestimmt“, fuhr die Frau ruhig fort, „Es war vorbestimmt, dass Gaara in deine Welt kommen würde und dass ihr euch kennen lernt. Und es war vorbestimmt, dass du mit ihm zurückkehren würdest. Dies hier ist die Welt, in die du wirklich gehörst. Am Tage deiner Geburt stand fest, dass du hier leben würdest.“
    „Aber warum?! Ich gehöre nicht in diese seltsame Ninjawelt! Ich lebe in den USA!“, rief Yuka aus.
    „Es war euch vorbestimmt, dass ihr euch trefft. Es war euch vorbestimmt, dass ihr euch ineinander verliebt. Und so war es euch auch vorbestimmt, dass ihr gemeinsam hier lebt.“
    Yukas Unterkiefer klappte runter. „INEINANDER VERLIEBT?!“, wiederholte sie mit schriller Stimme.
    Ruhig sah die Frau sie an. „Ja. Wenn du in dem Moment nicht mit Gaara hättest mitkommen wollen, hätte das schwarze Loch dich nie mitgenommen. Aber du wolltest es. Und es war dein Schicksal. Mit Gaara zusammenzuleben ist das, was dir schon immer vorbestimmt war. Und das wünscht du dir doch auch, oder?“
    Yuka war kurz davor aufzuspringen und irgendetwas kaputtzumachen. „Das will ich nicht! Ich bin nicht in ihn verliebt! Ich will nicht mit ihm zusammenleben! Dieser Idiot behandelt mich wie Dreck!“
    „Du hast ihn geküsst.“
    „Wie bitte?!“
    „Die Kugel hat mir verraten, dass du ihn geküsst hast.“ Ein feines Lächeln umspielte die knorrigen Lippen der alten Frau.
    Yuka spürte, wie sie feuerrot anlief. „Da-Das … Das war ein Versehen …“, stotterte sie.
    Das Lächeln der alten Frau wurde noch stärker. „Nun gut, wenn du meinst. Aber eins steht fest, du wirst in dieser Welt bleiben. Es ist vom Schicksal so vorherbestimmt. Dagegen kann niemand etwas tun.“
    Yuka sackte in sich zusammen. „Aber was soll ich hier machen?! Hier sind doch alle Leute Ninjas, ich habe keinen Schimmer vom Kämpfen! Ich bin eine ganz normale Schülerin, ich gehöre hier nicht rein! Und wo soll ich wohnen? Von was soll ich leben?“
    Die Frau deutete auf die beiden Dolche, die Yuka in der Eile einfach schnell in ihr Kleid gerammt hatte, um sie mitzunehmen. „Dem Blut an den Kunai zufolge scheinst du deine ersten Erfahrungen in Kämpfen ja schon gemacht zu haben. Und was dein neues Zuhause betrifft: Ich werde dafür sorgen, dass du bei deinem Mann unterkommst.“
    „BEI MEINEM MANN?!“, wiederholte Yuka kreischend.
    „Entschuldige, ich vergaß, dass ihr noch nicht so weit seid.“ Die Frau lächelte. „Ich meine natürlich bei Gaara.“
    „Damit eins klar ist, ich heirate diesen Irren nicht!“, schrie Yuka.
    „Jaja, schon gut, aber jetzt geh. Sag Gaara, dass ich es so will, dann wird er dich schon aufnehmen. Und denk daran, du gehörst hierher.“ Und mit diesen Worten löste die Frau sich buchstäblich in Luft auf. Urplötzlich war sie weg.
    Yuka seufzte tief und erhob sich dann. Ihre Gedanken fuhren Kettenkarussell. Sie musste hier leben? Hier, in dieser seltsamen Welt? Und ihr Schicksal war es, Gaara zu heiraten? Der bloße Gedanke war unmöglich!
    Langsam verließ Yuka das Haus und wäre fast mit Gaara zusammengeprallt, der noch immer draußen stand und auf sie wartete. Gerade noch rechtzeitig hielt sie an.
    „Und? Wie kommst du nach Hause?“, fragte Gaara kühl und ohne sie anzusehen.
    Yuka stieß einen Stoßseufzer aus. „Gar nicht.“
    Gaaras Blick richtete sich schlagartig auf sie. „Wie meinst du das?“
    „Sie sagt, es war vorherbestimmt, dass wir uns treffen und zusammen zurückkehren. Meine Realität spielt sich jetzt hier ab, ich muss in dieser Welt leben“, antwortete Yuka leise, „Ach ja, und ich werde bei dir leben, die Frau will es so.“
    „Wie bitte? Du bleibst hier?“, wiederholte Gaara ungläubig.
    „So wie es aussieht, muss ich“, seufzte Yuka, „Also, kann ich bei dir wohnen?“
    „Wenn … wenn die Wahrsagerin es so will“, murmelte Gaara und es war klar erkennbar, wie wenig er davon hielt. Schnell drehte er sich um und lief los, Yuka hinterher. Sie konnte es einfach nicht fassen, was sie von der Wahrsagerin gehört hatte. Würde sie nun wirklich hier den Rest ihres Lebens verbringen müssen? Und, was fast noch wichtiger war: Würde sie wirklich mit Gaara zusammenkommen? Es erschien ihr unwirklich, sie konnte sich Gaara nicht als Freund oder gar als liebenden Ehemann vorstellen. Und noch weniger konnte sie sich Gaara als den Mann an ihrer Seite vorstellen. Nein, das war unmöglich.
    Über ihren Überlegungen fiel Yuka gar nicht auf, dass ihr Herzschlag sich beschleunigte und sich ein leichter, total niedlicher Rotschimmer auf ihr Gesicht legte, während sie so neben Gaara herlief.


    von meggy

    Einen Moment lang blieb Gaara einfach nur so bewegungslos inmitten der Fleischstücke stehen, dann endlich löste er sich aus seiner Starre und ging zu Yuka hin, die immer noch hinter dem Felsen kauerte.
    Yuka schluckte, richtete sich auf und ging ihm entgegen. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Jetzt war sie hier in einer Welt, in die sie nicht hingehörte. Noch dazu mit dem Jungen, mit dem sie die wohl komplizierteste Beziehung der Welt verband.
    „Folge mir. Wir gehen nach Suna-Gakure“, entschied Gaara mit kalter Stimme und ohne Yuka anzusehen.
    „Ähm … weißt du überhaupt wo es langgeht? Hier sieht doch alles gleich aus …“, gab Yuka leise zu bedenken.
    „Ich bin mit dem Sand verwachsen, findest du es da nicht logisch, dass ich mich in der Wüste auskenne?“, versetzte Gaara, „Außerdem ist das meine Heimat.“ Und ohne noch ein weiteres Wort zu verlieren stapfte Gaara mit verschränkten Armen los. Yuka folgte ihm auf dem Fuße. Sie fühlte sich unwohl hier, sie hatte keine Ahnung, was sie in Gaaras Welt alles erwartete. Ob wohl noch mehr Ninjas einen Angriff wagen würden? Wie sah Gaaras Suna-Gakure eigentlich aus? Langsam begann Yuka zu verstehen, wie fehl am Platz Gaara sich die ganze Zeit in ihrer Welt gefühlt hatte.


    Gaara führte Yuka zehn Minuten lang durch die Wüste und sagte dabei kein einziges Wort. Erst als vor ihnen die ersten Häuser des Dorfes auftauchten, schien er Yuka neben sich wieder wahrzunehmen, sah sie an und sagte: „Ich bin dir dankbar, dass du mich hierher zurückgebracht hast. Aber ich werde meine Zeit nicht damit verschwenden, dir bei der Rückreise zu helfen. Unsere Wege trennen sich hier.“
    Yuka sah ihn fassungslos an. Wollte er sie ernsthaft hier sitzen lassen? Nach allem, was sie für ihn getan hatte?!
    „Hast du sie noch alle?! Ich habe mir mein Leben versaut und zwar für dich! Du könntest mir wenigstens helfen, mich hier ein bisschen zurechtzufinden!“, fuhr sie Gaara an.
    Der Blick, den Gaara ihr jetzt gab, schien vor Kälte nur so zu klirren. „Ich habe dir gegenüber keine Verpflichtungen. Jetzt, da ich wieder zu Hause bin, brauche ich dich nicht mehr. Lass mich in Ruhe.“
    „Aber Gaara!“, setzte Yuka an, aber in diesem Moment verschwand Gaara in einem Sandwirbel und war weg. Plötzlich stand Yuka alleine am Rande des Dorfes mit diesen kleinen, steinernen Häusern.
    „GAARA, DU VERDAMMTER VOLLIDIOT, KOMM AUF DER STELLE ZURÜCK!“, schrie Yuka so laut, dass die Wände der kleinen Häuschen fast schon zu zittern anfingen. Aber natürlich kam er nicht zurück. Yuka blieb alleine stehen.
    °Verdammt!°, fluchte sie, °Was zum Teufel soll ich jetzt machen? Ich muss zurück nach Hause! Na ja, aber erst mal muss ich mich hier ein bisschen zurechtfinden.°
    Sie sah sich um, aber für ihre Verhältnisse sah alles gleich aus. Steinernes Haus reihte sich an steinernes Haus. Keine Menschenseele weit und breit.
    Yuka stieß genervt die Luft aus und lief dann einfach mal auf gut Glück los. Ziemlich ziellos streifte sie an den Häuser vorbei, ohne überhaupt zu wissen, was sie hier eigentlich wollte. Ob es Gaara wohl auch so gegangen war, als er in ihre Welt gekommen war? Yuka stieß einen Stoßseufzer aus.
    „Hey, du“, erklang da plötzlich eine Stimme hinter ihr.
    Erschrocken fuhr Yuka herum und fand sich geradewegs einem schwarz gekleideten Jungen gegenüber, der sie finster ansah. Sein gesamtes Gesicht war lila-weiß geschminkt, was irgendwie an eine Kriegsbemalung erinnerte, aber irgendwie auch einfach nur lächerlich wirkte.
    „Ähm, hi“, sagte Yuka einfach mal, ohne zu wissen, was sie sagen sollte.
    „Du bist eine Fremde“, fuhr der Junge aber auch schon fort und sein Blick verfinsterte sich dabei nur noch. „Fremde ohne Einreisegenehmigung sind nicht erlaubt. Du hast nicht zufällig eine, oder?“
    Yuka spürte, wie sich Panik in ihr ausbreitete. „Äh …“
    „Also nicht“, schnitt der Junge ihr das Wort ab, „Du bist also illegal hier. Das kann ich als Sohn des Kazekage nicht billigen.“
    °1. Was ist ein Kazekage? 2. Was haben die hier für bescheuerte Sitten? 3. SCHEIßE, was mach ich jetzt?°, schoss es Yuka durch den Kopf.
    Der Junge trat noch einen Schritt auf sie zu und nahm seine Hand aus der Hosentasche. „Das hat Konsequenzen für dich. Schmerzhafte Konsequenzen, Kleine.“
    Vor Angst fing Yukas Herz an wie wild zu schlagen. Dann aber schüttelte sie heftig den Kopf. Nein, vor so einem bescheuerten Heini mit Möchtegern-Kriegsbemalung DURFTE sie einfach keine Angst haben! Mit festem Blick sah sie dem Typen vor sich in die Augen. „Lass mich in Ruhe, oder du kannst was erleben.“
    „Ach, du glaubst, du kannst es mit mir aufnehmen?“, fragte er und zog eine Augenbraue hoch. Yukas Reaktion schien ihn ziemlich zu amüsieren.
    Energisch schob Yuka ihr Kinn vor. „Ich weiß, dass ich dir einen kräftigen Arschtritt verpassen werde, wenn du mir zu nahe kommst!“
    „So? Na, das werden wir ja noch sehen!“ Blitzschnell schoss der Arm des schwarz gekleideten Jungen nach vorne und er packte Yuka am Kragen. Als würde sie nichts wiegen hielt er sie in die Luft und sah sie starr an. „Ich kann es nicht leiden, wenn Mädchen versuchen, hart zu sein.“
    Yuka sog scharf die Luft ein, was der Kerl da mit ihr anstellte, ließ ihre Wunde in der Schulter wieder mit doppelter Härte wehtun. „Lass mich … los …“, keuchte sie.
    Ein feines Lächeln umspielte die Lippen ihres Gegenübers. „Ach, jetzt bist du also nicht mehr so hart, was?“
    Er holte mit dem anderen Arm aus. „Schon besser, aber du könntest dich aber NOCH besser benehmen!“ Damit schlug er ihr volle Kanne mit der Faust ins Gesicht. Yuka wurde nach hinten gezogen, flog ein paar Meter weit und knallte dann hart auf den Sandboden. Mit dem harten Aufprall ging die Schusswunde wieder auf und erneut begann ihre Schulter zu bluten.
    „Oh, bist du etwa schon so verletzt?“, erklang die spöttische Stimme des Jungen hinter ihr.
    Blitzschnell schoss Wut in Yuka hoch. Nein, das würde sie sich nicht von so einem Volltrottel gefallen lassen! Mit aller Kraft stemmte sie ihren Oberkörper hoch und kam wieder auf die Beine.
    „Ist das etwa alles, was du kannst? Lächerlich, damit kannst du nicht mal einem Mädchen etwas anhaben, wie du siehst“, sagte sie leise, aber mit unverkennbarem Hohn in der Stimme.
    Schlagartig verengten die Augen des Kerls sich zu schmalen Schlitzen. „Ach ja? Ich kann auch härter, wenn du willst, Kleine.“
    Mit einer schnellen Bewegung zog er zwei dieser kleinen Dolche, mit denen auch schon die Shinobi in der Wüste gekämpft hatten, und schleuderte sie dann auf Yuka. Yuka konnte gar nicht so schnell gucken, wie die Dolche auf sie zuflogen, sie spürte nur einen leichten Luftzug und einen stechenden Schmerz an ihrer linken Wange, dann war es schon vorbei. An ihrer Wange befand sich nun plötzlich ein blutiger Striemen, den einer der Dolche hinterlassen hatte und Blut tropfte auf den sandigen Boden. Verwirrt berührte Yuka mit den Fingerspitzen ihre Verletzung. Es war alles viel schneller gegangen, als sie hätte reagieren können. Was für Menschen waren das hier nur? Ihre Bewegungen waren abnormal schnell.
    „Sei bloß froh, dass ich nicht ernsthaft gezielt habe. Sonst wärst du schon tot“, erklang die finstere Stimme des schwarz gekleideten Jungen und er ging provozierend langsam auf sie zu.
    "Ein Schritt weiter und DU bist tot“, zischte Yuka und wischte sich mit einer fahrigen Bewegung das Blut von der Wange.
    Aber der Typ dachte nicht mal daran, ihrem Befehl zu folgen, er hielt weiterhin direkt auf sie zu und grinste dabei nur vor sich hin.
    „Du hast es nicht anders gewollt!“, fauchte Yuka, drehte sich um und zog blitzschnell die beiden Dolche hinter sich aus dem Boden. Mit funkelnden Augen blickte sie zu dem Jungen vor sich hin und spielte provozierend mit den Dolchen in ihren Händen herum.
    „Komm schon, glaubst du, du kannst mir mit zwei billigen Kunai etwas anhaben?“, spottete der Junge.
    „Was ist denn jetzt schon wieder ein Kunai?“, schrie Yuka, der diese ganze Welt hier langsam kräftig auf die Nerven ging.
    „Du bist noch dümmer, als du schwach bist“, sagte der Typ nur und stürzte sich dann auf Yuka. Schlagartig verengten sich nun Yukas Augen zu schmalen Schlitzen und mit einem Hechtsprung warf sie sich zur Seite, rollte sich ab und kam dann schnell wieder auf die Beine. Durch die schnelle Bewegung drehte sich für ein paar Sekunden lang alles um sie herum, aber dann hatte sie wieder klare Sicht und sah geradewegs auf den schwarz gekleideten Jungen, der nun aus seiner Hosentasche ein paar kleine Wurfsterne mit scharfen Ecken zog (Gemeint sind Shurikken^^“). Noch ehe Yuka reagieren konnte, warf er sie in ihre Richtung. Schützend hielt Yuka sich die Arme vors Gesicht und spürte, wie sich zwei der kleinen Teile in ihre Arme rammten, ein weiteres streifte sie am Bein. Yuka unterdrückte den Schmerz, nahm die Arme runter, nur um im nächsten Moment die Faust des Jungen in ihrem Gesicht zu haben. Schmerzhaft verdrehte ihr Kopf sich nach hinten und sie schlitterte ein Stück zurück. Gerade noch so hielt sie sich auf den Beinen.
    „Bringen wir es zu Ende!“, rief der Junge und Yuka hörte schnelle, sich nähernde Schritte. Mühevoll öffnete sie die Augen und da war der Junge schon genau vor ihr.
    „LASS – MICH – IN - RUHE!“, schrie sie in ihrer plötzlich wieder aufflammenden Wut und schlug mit einem ihrer Dolche nach vorne. Im nächsten Moment war es schlagartig wieder still. Gespenstisch still.
    Vorsichtig hob Yuka den Kopf und blickte zu dem Jungen vor sich hin. Seine Augen waren geweitet, der Mund stand offen. Und dann kam ein Bluttropfen aus seinem Mund heraus. Erschrocken riss Yuka ihren Arm zurück und bemerkte erst jetzt, was sie mit ihrer Bewegung getan hatte. Sie hatte mit ihrer reflexartigen Bewegung einen der Dolche in den Brustkorb des Jungen gerammt. Blut kam aus der Stelle heraus, wo eben noch der Dolch gesteckt hatte.
    Yuka wich geschockt einen Schritt zurück. Der Biologieunterricht kam ihr in den Sinn. Der Einstich im Brustkorb des Jungen war kaum drei Zentimeter neben dem Herz. Der Länge des Dolchs nach zu urteilen hätte man das Herz damit verletzen können, hätte Yuka nur ein paar Zentimeter weiter links getroffen.
    °Ich … ich hätte ihn fast umgebracht …°, schoss es Yuka durch den Kopf und sie starrte fassungslos auf den Jungen, der wohl auch so nicht gerade geringe Schmerzen hatte.
    „Du kleines Miststück“, flüsterte er dann bedrohlich leise, hob den Kopf und sah ihr starr in die Augen. „Das bekommst du zurück!“
    Schnell griff er an seinen Rücken und zog von da ein großes Etwas hervor, das in weiße Stoffstreifen eingewickelt war und irgendwie Ähnlichkeit mit einer Mumie hatte. Yuka hatte keinen blassen Schimmer, was das Ding war, aber es hatte etwas Unheimliches. Langsam trat sie noch einen Schritt zurück, aber der Junge hatte das wohl kommen gesehen, denn er streckte eine Hand zu ihr aus und bewegte leicht seine Finger. Im gleichen Moment hatte Yuka das Gefühl, über einen Stein am Boden gestolpert zu sein und sie fiel hin. (Genau so wie er's in Folge 20 mit Naruto gemacht hat)
    Binnen einer Sekunde war der schwarz gekleidete Typ wieder bei ihr und beugte sich über die am Boden liegende Yuka. Sein mumienähnliches Ding hatte er natürlich dabei. „Noch einen letzten Wunsch?“, fragte er fies grinsend.
    Mit blitzenden Augen sah Yuka zu ihm auf und spuckte ihm dann ins Gesicht. „Danke, gerade habe ich ihn mir erfüllt!“, zischte sie.
    Das reichte, bei dem schwarz gekleideten Jungen brannten jetzt die letzten Sicherungen durch, er holte mit seinem Mumienteil aus und hatte dabei einen so wütenden und mordlustigen Ausdruck in den Augen, dass es wirklich nicht mehr normal war.
    Yuka kniff die Augen zusammen, hielt die Arme vors Gesicht und – spürte keinen Schlag. Selbst nach einigen Sekunden geschah nichts. Vorsichtig traute Yuka sich, die Augen wieder zu öffnen. Direkt vor ihr stand eine kleine Person und vor dieser Person hatte sich eine Wand aus Sand aufgebaut, an der der Schlag des schwarz gekleideten Jungen wohl abgeprallt sein musste. Jetzt drehte die kleine Person sich zu Yuka um und sah ihr direkt in die Augen. „Dass du aber auch immer Ärger machen musst“, sagte sie leise.
    Yuka blieb fast das Herz stehen. Direkt vor ihr stand niemand anderes als Gaara. Und beschützte sie vor dem seltsamen Jungen!


    von meggy

    Wenige Meter später tauchten vor Gaara und Yuka einige bis zum Anschlag gefüllte Mülltonnen auf. Gaara blieb stehen und auch Yuka hielt an, obwohl sie nicht recht wusste, warum Gaara stoppte.
    „Ganz genau hier kam ich an, nachdem ich in das schwarze Loch gezogen wurde“, sagte Gaara kalt und eigentlich mehr zu sich selbst, als zu Yuka.
    Yuka sah sich um. An dem Ort war schlichtweg überhaupt nichts Besonderes. Sie konnte sich nicht mal ansatzweise vorstellen, warum Gaara ausgerechnet hierher gebracht worden war. °Wie kann ich jetzt nur dieses schwarze Loch aktivieren? Wenn es erscheint, dann hier, da bin ich mir sicher. Aber wie bringe ich es nur dazu, zu erscheinen?°, fragte Yuka sich. Irgendwie war sie davon ausgegangen, dass hier etwas passieren würde. Aber es tat sich gar nichts.
    „Hast du irgendwas Besonderes getan, bevor das schwarze Loch erschien?“, fragte Yuka in Gaaras Richtung.
    Gaara verschränkte die Arme vor der Brust. „Nein. Ich bin einfach nur durch die Wüste gelaufen. Fertig.“
    „Und du hast an nichts Bestimmtes gedacht? Nichts Besonderes gefühlt?“, bohrte Yuka.
    Gaara atmete heftig aus. „Meine Güte, ich hab was gesagt.“
    Yuka blickte interessiert auf. „Und was?“
    Gaara öffnete den Mund, aber Yuka unterbrach ihn hastig. „Halt, sag es nicht! Um das schwarze Loch zu aktivieren, müssen wir die gleichen Vorraussetzungen wie beim ersten Mal schaffen. Es ist wichtig, dass du es genau so sagst wie damals. Konzentrier dich auf die gleichen Gefühle und mach es ganz genau so wie damals.“
    °Wenn ich mit der Aktion hier fertig bin, bin ich schlauer als jede Wahrsagerin°, dachte Yuka und sah Gaara fordernd an.
    Gaara stieß einen genervten Seufzer aus, dann aber machte er einen Schritt nach vorne, ließ die Arme wieder zu beiden Seiten runterhängen und starrte in den Himmel. Eine kleine Ewigkeit verging, aber dann erhob er seine Stimme, die plötzlich kälter und rauer denn je klang: „Ich bin Sabaku no Gaara. Gaara aus der Wüste. Meine Mutter starb bei meiner Geburt. Ich habe meinen Onkel getötet. Ich lebe nur für mich selbst. Ich kämpfe nur für mich selbst. Und ich liebe nur mich selbst. Ich lebe nur dafür, um andere Menschen zu töten … so lange, bis es niemanden mehr außer mir gibt …“
    Yuka zuckte ein bisschen zurück. °Gaara …°, schoss es ihr durch den Kopf.
    In diesem Moment kam plötzlich ein unglaublich starker Wind auf. Yuka hielt sich die Arme vors Gesicht und rief: „Was zum Teufel ist das?!“
    Mit großer Anstrengung nahm sie die Arme etwas runter, um sehen zu können, was da passierte. Der Wind wurde immer stärker und wurde so heftig, dass er sie fast umriss. Aber jetzt begann er, sich auf einen Punkt vor Yuka und Gaara zu konzentrieren. Aus allen Richtungen hielt der Wind auf den Punkt zu und formierte sich dort in einem großen Wirbel.
    °Ist das etwa … Oh mein Gott … erscheint etwa das schwarze Loch?° Die Gedanken rasten durch Yukas Kopf wie eine Ladung Wäsche im Trockner.
    Aber dann ebbte der Wind ganz plötzlich ab. Mit einem Mal war der orkanartige Wind weg und Yuka nahm sofort die Arme endgültig von ihrem Gesicht weg. Ihr Bot sich der atemberaubendste Anblick ihres Lebens. Nur wenige Meter vor ihr und Gaara war ein riesiges, schwarzes Loch. An den Rändern zuckten kleine Blitze. Um die gigantische Öffnung hing ein dunkler, schwarzer Nebel.
    Yuka stockte der Atem. Fassungslos und mit offenem Mund starrte sie das Loch an. Darin lag nichts als Dunkelheit. Yuka konnte sich überhaupt nicht vorstellen, wie man dadurch durch die Welten reisen konnte. Es überstieg ihren Verstand.
    Gaaras Blick jedoch blieb ausdruckslos, gerade so, als würde er so etwas jeden Tag sehen. Dann griff er an sein hellblaues T-Shirt und zog es sich mit einem Ruck herunter. Darunter kam sein braunes, altes Oberteil wieder zum Vorschein. Im gleichen Moment wurden seine Beine in Sand gehüllt und der Sand trug die neumodische Jeans davon. Darunter hatte er die ganze Zeit seine alten Hosen getragen. Wieder in den gleichen Klamotten wie bei seiner Ankunft wandte er sich Yuka zu und zog sich dabei die Sonnenbrille runter. „Leb …“, setzte er an, aber in diesem Augenblick kam plötzlich wieder der orkanartige Wind auf, nur noch stärker als zuvor. Erschrocken schrie Yuka auf und versuchte, das Gleichgewicht zu halten, was aber nicht klappte. Der Wind war zu stark. Im Reflex klammerte sie an dem einzigen fest, was in ihrer Reichtweite stand: Gaara.
    „Was ist das?!“, schrie sie und krallte ihre Finger immer fester in den Stoff von Gaaras Oberteil. Mit Mühe hob sie den Kopf und sah, dass der Wind sie direkt in die große, schwarze Öffnung zog. Der Wind war unglaublich stark, nicht mal Gaara konnte ihm standhalten, langsam rutschte er nach hinten, Richtung schwarzes Loch. Jetzt öffnete sich seine Kürbisflasche und der Sand flog zum schwarzen Loch, um es zu verschließen, aber es war zwecklos. Der Sand wurde einfach eingezogen.
    °Das schwarze Loch … es bringt mich zurück …°, schoss es da Gaara durch den Kopf und seine Augen weiteten sich. Natürlich! Das war seine Chance, diese Welt zu verlassen! Sofort ließ Gaara seinen Körper locker und ließ sich von dem Wind nach hinten ziehen.
    „Wah! Gaara, was zur Hölle machst du?!“, kreischte Yuka, die einfach mitgezogen wurde, weil sie sich immer noch an Gaara festklammerte. Schneller als sie gucken konnte, wurde sie in das schwarze Loch hineingezogen. Um sie herum war nur noch Dunkelheit zu sehen, aber sie krallte sich einfach nur an Gaara fest. Scheinbar eine Ewigkeit lang fühlte es sich an, als wäre sie in der freien Schwebe abwärts, bis sich unter ihr endlich die Dunkelheit öffnete und Licht erschien.
    Gaara und Yuka überschlugen sich und fielen dann durch die Öffnung nach unten. Hart prallte Gaara auf, aber zum Glück hatte sich unter ihm ein Sandhügel gebildet, der den Sturz ein bisschen abfing. Mit nicht weniger Schwung knallte Yuka auf ihn drauf.
    „Autsch …“, murmelte sie. Sie hatte das Gefühl, dass sich alles um sie herum drehte und ihr Kopf dröhnte. Was war da nur passiert? Flatternd öffnete sie die Augen und war erst mal nur geblendet von der ganzen Helligkeit. Um sie herum war alles so hell … Erst nach einigen Sekunden konnte sie genau erkennen, was sich um sie herum befand. Es war Sand. Wohin das Auge reichte, um sie herum war nichts als Sand. Glühend heiß hing die Sonne über ihnen und beschien den Sand und die wenigen Felsen, die Luft flimmerte förmlich vor Hitze.
    „Wo … wo sind wir …?“, flüsterte Yuka, blickte nach unten und wurde sich erst jetzt bewusst, dass sie immer noch auf Gaara lag. Aber auch ihm schien diese „Reise“ zu Schaffen gemacht zu haben, sonst hätte er sich schon lange beschwert, dass Yuka auf ihm drauf lag.
    Schnell stützte sich seitlich von ihm ab und kam mühevoll auf die Beine. Kaum stand sie, erhob sich auch Gaara, wenn auch weitaus würdevoller. Sofort verschränkte er die Arme vor der Brust und sah sich mit ausdruckslosem Blick um. „Ich bin wieder zu Hause“, murmelte er dann, „Das hier ist das Windreich.“
    Einen Moment lang glaubte Yuka, dass ihre Beine unter ihr wegknicken mussten und sie umkippen würde. Wie bitte?! Sie war in Gaaras Welt gelandet?!
    „Aber …“, stotterte sie und sah sich fassungslos in der Wüste um.
    In diesem Moment aber ging plötzlich ein Ruck durch Gaaras Körper und er trat vor Yuka. „Versteck dich … wir werden beobachtet …“, flüsterte er und ließ seinen Blick stechend genau über die Umgebung schweifen.
    „Was? Aber wir sind hier in der Wüste … und völlig alleine …“, setzte Yuka verwirrt an, aber Gaara schnitt ihr das Wort ab. „Es sind feindliche Shinobi hier, geh in Deckung, oder du bist in ein paar Sekunden tot.“
    Erschrocken zuckte Yuka ein bisschen zurück. Dann aber nickte sie leicht und versteckte sich hinter dem nächstbesten Felsen. Keine Sekunde zu früh! Kaum hatte sie sich hinter dem Felsen geduckt, brach blitzschnell und wie aus heiterem Himmel ein ohrenbetäubendes Geschrei los und wie aus dem Nichts erschienen fünf schwarz gekleidete Personen, die sich allesamt auf Gaara stürzten, gerade so, als hätten sie auf ihn gewartet.
    Yuka zuckte zusammen, am liebsten wäre sie zu ihm gerannt und hätte sich zwischen ihn und die Typen geschmissen, aber das war völlig unnötig, Gaara kam mühelos mit der Situation klar. Er blieb völlig ruhig, während die fünf Typen auf ihn zuhielten und dann plötzlich kleine Dolche zogen. Die Dolche hatten eine merkwürdige Form, Yuka hatte so etwas noch nie gesehen (Gemeint sind Kunai^^“).
    Gaara blieb nur ruhig stehen und machte dann mit beiden Händen vor der Brust ein Fingerzeichen. Im nächsten Augenblick schoss Sand aus seiner Kürbisflasche und hielt direkt auf die Typen zu. Yuka erwartete, dass es genau so wie bei den beiden Polizisten eben aussehen würde, aber diese Typen hier waren weitaus besser trainiert. Mit schnellen Sprüngen und Saltos wichen sie dem Sand aus und schleuderten dann die kleinen Dolche auf Gaara, nur um im nächsten Moment alle gleichzeitig mit Schlägen und Tritten anzugreifen. Ihre Bewegungen waren schneller, als alles andere, was Yuka bisher gesehen hatte. Tja, aber Gaaras Sand war eben noch eine Ecke schneller. Blitzschnell baute sich eine Sandwand vor Gaara auf, an der die kleinen Dolche abprallten. Als die Typen dann direkt angriffen, brauchte Gaara nur eine kleine Handbewegung zu machen und sofort formierte sein Sand sich zu Greifarmen, der die Angreifer festhielt und dann in die Luft zog.
    Yuka schloss die Augen, sie wusste, was jetzt kommen würde. „Trauerzug der Wüste“, hörte sie Gaaras kalte Stimme und gleich darauf das schreckliche Krachen von Menschenknochen, dicht gefolgt von gellenden Schmerzensschreien. Dann war es blitzschnell wieder ruhig in der Wüste.
    Vorsichtig öffnete Yuka die Augen und blickte auf die unendliche Sandwüste vor sich, die jetzt einige rote Blutspritzer abbekommen hatte. Stücke von Menschenfleisch lagen ebenfalls vereinzelt herum. Und mittendrin: Gaara. Er drehte sich zu Yuka um und blickte aus ausdruckslosen, jadegrünen Augen zu ihr hin. Um ihn herum die Überreste seiner vor Gewalt nur so triefenden Tat.


    von meggy