Ninja Blade: Schwertkampf im XXL-Format

  • Turmhohe Endgegner und toll inszenierte Reflextests bestimmen den Spielablauf von „Ninja Blade“. Reicht das, um gegen die große Action-Konkurrenz zu bestehen? Der Test zeigt’s.

    [video=NINJA BLADE @Cafe-Anime]

    [/video]


    [boxstyle=right][/boxstyle]Das Xbox-360-exklusive Actionspiel „Ninja Blade“ versetzt Hauptfigur Ken Ogawa in einen aussichtslosen Kampf gegen ein Virus, das Menschen in eklige Mutanten und Schlimmeres verwandelt. Ken ist Teil eines Sonderkommandos, das sein Vater und sein arroganter Ex-Partner Kuroh verraten. Daraus entwickelt sich ein mörderisches Katz und Maus Spiel, bei dem die Verräter Ken immer einen Schritt voraus sind. Mysteriös: Im Hinterkopf pocht stets die Frage, warum der Held sich nicht mit dem Virus infiziert.


    Was zunächst Spannung verspricht, verschwimmt im Spielverlauf mehr und mehr im Dunkeln. „Ninja Blade“ versucht, sich durch viele Stilmittel als großes Actionfeuerwerk zu präsentieren und vergisst dabei, an seinen Charakteren zu feilen. Die Motive und Ziele der hohlen Spielfiguren um den Helden klären sich erst gegen Ende des Abenteuers. Das ist viel zu spät: Der Spannungsbogen liegt zu diesem Zeitpunkt schon lange schlaff in der Ecke.

    Bosskämpfe: David gegen Goliath

    Der Spielablauf teilt sich in zwei Bereiche: Kämpfe gegen Endgegner und Reaktionstests, bei denen Sie auf Anweisung einen bestimmten Knopf drücken. Die imposanten Endgegner sind durch die Bank eklig-schön, riesengroß, zahlreich und kämpfen streng nach Muster. Bereits im ersten Level stellen Sie sich einer Monsterspinne, die zwischen zwei Hochhäusern hängt. Nachdem Sie ihr den Halt geraubt haben, geben Sie dem Vieh mittels eines klasse choreografierten Reaktionstests den Rest.


    Abgenutzte Inszenierung
    Diese Teile der Bosskämpfe zaubern kinoreife Szenen auf den Bildschirm, das Spiel missbraucht sie aber viel zu häufig. Die Sequenzen folgen immer einem Ablauf: Eine kurze Einleitung bereitet Sie darauf vor. Danach deuten Kens Bewegungen an, was für ein Manöver Sie per Tastendruck auslösen müssen, bevor schließlich der zu drückende Knopf erscheint. Die Anweisungen verwirren häufig. Erst führen Sie eine Attacke mit A aus, ein anderes Mal mit Y. In der nächsten Szene springen Sie mit der A-Taste und greifen mit X an – unsinnig.


    Mehrere Kontrollpunkte innerhalb der Boss-Scharmützel erleichtern das Vorankommen: Fehlschläge während der ewig langen Sequenzen ahndet „Ninja Blade“ nicht. Der Titel spult einfach zum vorangegangenen Kontrollpunkt zurück und lässt es Sie noch mal probieren. Das mindert den Frustfaktor, nimmt den Sequenzen aber im Gegenzug jedwede Spannung.



    Der Rest vom Fest
    Neben den Reflextests klemmen Sie sich als Schütze hinter das Maschinengewehr eines Panzerwagens und pumpen Blei in Monster. Ein anderes Mal laufen Sie eine Hochhauswand hinunter und bekämpfen Ihre Widersacher irgendwo zwischen Flug und Fall: Eine kurze und heftige Szene, die ihresgleichen unter den großen Vertretern des Actiongenres sucht. Neben den Endbossen, den Choreografien und diesem Spektakel wirkt der reguläre Kampf wie ein Lückenbüßer.


    Waffenschrank
    Sie bekommen drei Schwerter an die Hand. Mit der schweren Klinge zerschlagen Sie Panzerplatten und hebeln Mauern aus. Mit den Schwertern an Ketten werfen Sie Geschosse zurück und ziehen sich an entfernte Plätze. Die normale Schneide bietet wie die anderen Waffen simple Kombinationen. Den Wurfstern auf Kens Rücken laden Sie mit einer von drei magischen Kräften auf, um Ihren Feinden die Hölle heiß zu machen.[boxstyle=left][/boxstyle]


    Eklige Gegner
    Ihrem Arsenal stellen sich allerhand mutierte Widerlinge entgegen – die grafisch wie spielerisch enttäuschen. Befinden Sie sich nicht in ihrer Reichweite, greifen die Biester nicht an. Kommen Sie ihnen zu nahe, bündeln sie sich im Kreis um Sie herum. Laden Sie eine Attacke in der Luft, warten die Gegner unter Ihnen nur darauf, besiegt zu werden.
    [boxstyle=right][/boxstyle]
    Grafisch verschießt „Ninja Blade“ sein Pulver an den Hauptcharakteren und Endbossen, die toll animiert sind und die richtige Atmosphäre versprühen. Die regulären Widersacher wirken uninspiriert, die Levels präsentieren sich lieblos und abwechslungsarm – es mangelt an Details. Dass es in den tristen Szenarien immer wieder zu Bildrateneinbrüchen kommt, ist unverständlich.


    Zitat

    Fazit: Ninja Blade


    „Ninja Blade“ gehört zu den von Kopf bis Fuß mittelmäßigen Actionspielen. Jeder gute Aspekt hat ein schlechtes Gegenstück. Wo sich der Titel zunächst abwechslungsreich präsentiert, herrscht später nur Langeweile. Die Szene an der Hochhauswand ist einsame Spitze im Spielablauf, die Macher entwickeln diesen Glanzpunkt aber nicht weiter. Wiederholungen brechen „Ninja Blade“ fast das spielerische Genick: Umgebungen, Endgegner, Actionsequenzen, Reflextests – alles sehen Sie Dutzende Male. Dank präziser Steuerung gehen Kens Manöver leicht von der Hand. Unterm Strich entwickelt „Ninja Blade“ durch die vielen Bosskämpfe ein ganz eigenes, „befriedigendes“ Spielgefühl.



    Das Actionspiel „Ninja Blade“ erscheint voraussichtlich am 3. April 2009 für Xbox 360.


    quelle