Afro Samurai: Fette Beats und scharfe Schwerter

  • „Afro Samurai“ erzählt die klassische Geschichte eines Sohnes, der seinen ermordeten Vater rächen will. Blut tränkt sein Schwert, Leichen pflastern seinen Weg und die gelegentliche Zigarette teert seine Lunge. Klingt interessant. Aber spielt es sich auch gut?


    Afro Samurai: Fokus-Modus[boxstyle=right][/boxstyle]
    Das Kampfsystem arbeitet auf zwei getrennten Ebenen. Zum einen verbinden Sie per Tastendruck leichte und schwere Schwerthiebe zu Kombinationen mit akrobatischem Abschluss, zum anderen gibt es den sogenannten Fokus-Modus: Auf Knopfdruck verlangsamen Sie die Geschehnisse. Der Held zerlegt die Gegner nun auf übelste Art und Weise. Mittels Zeitlupeneffekt zelebrieren die Entwickler die Schlachten. Über Sinn und Unsinn dieser expliziten Darstellung von Gewalt lässt sich durchaus streiten. Unstrittig dagegen ist, dass dieser Titel ausschließlich für erwachsene Zocker gemacht ist. Die Fokus-Zeit steht zu Beginn begrenzt zur Verfügung, erweitert sich jedoch im weiteren Spielverlauf. Bereits im zweiten Level zerlegt Afro mittels Fokus-Attacke ein Dutzend Feinde in einem Rutsch. Größter Schwachpunkt des Kampfsystems: Normaler und Fokus-Modus lassen sich nicht kombinieren.


    Der Spielfluss
    Der gelungene Hip-Hop-Soundtrack, eine superbe Sprachausgabe sowie die schöne Comic-Grafik, die im sogenannten Cel-Shading-Stil gehalten ist, tragen die Atmosphäre des Spiels. In Kombination versprühen diese Zutaten einen lässigen Charme, der „Afro Samurai“ eine ganz eigene Stimmung verleiht. Während andere Actionspiele Ihre Emotionen hochpeitschen, lässt Sie „Afro Samurai“ entspannt den Spielfluss genießen. Aber nur manchmal. Unnötig oft stören Hindernisse den Ausflug: Wenn Afro einen neuen Raum betritt, verschließen kunterbunte Barrieren die Ausgänge, Wellen von Kontrahenten rauschen auf Sie zu. Da helfen auch die netten Musikstücke nicht, die die Gefechte begleiten.


    Wischen, polieren!


    In der vorliegenden Vorabversion nerven viele Fehler: So setzt die künstliche Intelligenz (KI) der Gegner und Begleitcharaktere beispielsweise gelegentlich aus. Das Resultat: Die Figuren bleiben an Gegenständen hängen oder bekämpfen voller Eifer die Luft! Weiterer Schwachpunkt: Die Bildrate gerät während der optisch imposanten Fokus-Attacken ordentlich ins Stottern.


    Plattform: Afro Samurai
    Datum: 26.03.2009
    Preis: ab € 45,00
    USK: ab 18 Jahren
    Afro Samurai
    Preis: ab € 47,95


    Erster Eindruck: Afro Samurai


    Strikt vorgegebenen Pfaden folgen und dabei Feinde mit Hieb- und Stichwaffen schnetzeln: „Afro Samurai“ erinnert in Sachen Spielablauf an Actionspiele wie „God of War“ oder „Devil May Cry“. Frische Spielideen und eine Portion packende Atmosphäre sollen den Titel zu etwas Besonderem machen. Doch die Entwickler scheitern mit ihrem Vorhaben. „Afro Samurai“ wirft viele Fragen auf und beantwortet nur wenige: Warum verhalten sich die vom Computer gesteuerten Figuren so blöd? Warum gibt es keine deutschen Untertitel? Wieso gehen Fokus-Modus und reguläre Attacken nicht Hand in Hand? Man wünscht sich immer wieder, am Ende einer komplizierten Schlagkombination den Zeitlupeneffekt des Fokus-Modus zu aktivieren.


    „Afro Samurai“ hinterlässt einen „ausreichenden“ Eindruck. Viele Ungereimtheiten zerstören die teils großartige Atmosphäre. Schade.

    „Afro Samurai“ erscheint voraussichtlich am 26. März 2009 für Playstation 3 und Xbox 360.


    quelle :computerbild.de