Halo Wars

  • „Halo Wars“-Entwickler Ensemble Studios ist von uns gegangen. Doch der Nachlass setzt Maßstäbe.


    Bedienung: Halo Wars setzt Maßstäbe
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    Plattform: Xbox 360
    Weitere Plattformen: keine
    Genre: Strategiespiel
    Erscheinungsdatum: 27.02.2009
    USK-Alterseinstufung: Freigegeben ab 12 Jahren


    Um die Antwort gleich vorwegzunehmen: Für Konsolen-Verhältnisse ist „Halo Wars“ tatsächlich ein herausragendes Strategiespiel. Ensemble Studios hat es geschafft, ein Genre, das auf dem PC zu Hause ist, perfekt auf die Konsole zu transportieren. Das liegt unter anderem an der leicht zugänglichen Steuerung. Einige Beispiele: Mittels der linken vorderen Schultertaste markieren Sie sämtliche Einheiten auf der Karte mit nur einem Klick. Wollen Sie ausschließlich die Truppen auswählen, die sich aktuell auf dem Bildschirm befinden, drücken Sie die rechte vordere Schultertaste. Mit der X-Taste schicken Sie Ihre Armee dann zu einer beliebigen Position auf dem Spielfeld. Vorbei sind die Zeiten, in denen mühselig einzelne Einheiten auf dem Spielfeld zusammengeklickt werden mussten. Die Steuerung in „Halo Wars“ geht fix von der Hand – klasse!


    Ebenso unkompliziert verläuft der Häuser- und Einheitenbau: Wählen Sie ein Gebäude mit der A-Taste, öffnet sich ein als Kreis angelegtes Menü. Jetzt wählen Sie mit dem linken Analogstick Ihres Gamepads eine der Optionen. Wollen Sie einen Energiegenerator bauen? Oder einen Soldaten ausbilden? Oder soll es ein schweres Panzerfahrzeug sein? Je nach Gebäudetyp werden bis zu sieben Aktionsmöglichkeiten angezeigt – nie mehr. Das ist äußerst komfortabel und übersichtlich.


    Apropos Gebäude: Die platzieren Sie nicht beliebig auf dem Spielfeld. Sie haben einen fest vorgegebenen Baugrund, der – je nach Ausbaustufe – Platz für bis zu sieben Einrichtungen bietet. Und Sie entdecken beim Erkunden der Karte weitere solcher Grundstücke. Die besetzen Sie mit einem Hauptquartier und errichten darauf dann weitere Gebäude.


    15 Stunden Spielspaß
    Einzelspieler erwartet eine vielseitige Kampagne mit fünfzehn abwechslungsreichen Spielaufgaben, in denen die Menschen gegen die außerirdischen Covenants kämpfen. Mal gilt es, eine Stadt zu verteidigen oder selbst zu erobern, mal drehen Sie innerhalb eines Zeitlimit einem nahezu unzerstörbaren Roboterkäfer die Energieversorgung ab oder säubern die Hülle Ihres Raumschiffes von Außerirdischen. Um Erfolg zu haben, bedarf es einer guten Taktik gegen die klug agierenden Gegner. Bereits auf dem normalen Schwierigkeitsgrad ist die KI anspruchsvoll. Daher sollten Sie mindestens 15 Stunden Spielzeit einplanen, bis Sie das Ende der mit grafisch beeindruckenden Kurzfilmen vorangetriebenen Geschichte sehen. Neben der Kampagne steht für Einzelspieler ein Scharmützel-Modus (Skirmish) zur Wahl, in dem Sie kurzweilige Gefechte auf 14 Arealen austragen.


    Mehrspieler-Freuden
    Im Mehrspielermodus gibt es ebenfalls temporeiche Skirmish-Wettbewerbe. Diese Variante lässt bis zu sechs Teilnehmer zu. Die Solo-Kampagne bewältigen zwei menschliche Mitstreiter auf Wunsch kooperativ. Klasse!



    Fazit: Halo Wars


    Strategiespiele für Konsole funktionieren doch! „Halo Wars“ hat das geschafft, woran viele Konkurrenten gescheitert sind. Die Steuerung der komplexen Spielmechanik funktioniert tadellos, die effektvolle Grafik beeindruckt und die Zwischenvideos nehmen es locker mit einem Animationsfilm auf. Die Aufgaben sind abwechslungsreich und erfordern stets eine durchdachte taktische Spielweise, weil die klug agierenden Gegner anders kaum zu bezwingen sind. In der Kampagne gönnt Ihnen der Titel selten Ruhepausen.


    Kritikpunkte sind dünn gesät: Das Limit der Einheiten ist zu klein geraten. Dass Ihre Pixel-Kämpfer bis auf seltene Ausnahmen gut den Weg durch die Szenerien finden, ist fein. Weniger schön ist es, wenn sie sich trotz Gegnerbeschuss stur ihren Pfad durchs Schlachtfeld bahnen und dadurch schnell das Zeitliche segnen. Und: Die Kampagne hätte umfangreicher ausfallen dürfen, Konkurrenten wie „Command & Conquer – Alarmstufe Rot 3“ bieten hier locker die doppelte Spielzeit.


    Quelle: Computerbild
    Bilder: Computerbild