Supernova- Nicos Gedichte

  • Revolution


    Und wenn wir in den Abgrund springen
    Wen mag es kümmern?
    Ein abgenutzter Körper, eine missbrauchte Seele weniger
    Wie viele Tode muss man sterben
    Damit ihre Augen den Rest zerfetzen?


    Ein eisiger Windzug weht über meinen nackten Zorn
    Das System muss fallen
    Damit unser Wille geschieht.

  • Stillstand


    Du siehst mir in Gesicht
    Doch ich kann dich nicht sehen
    Du flüsterst mir ins Ohr
    Und ich kann dich nicht hören
    Du nimmst mich in den Arm
    Aber ich spüre nichts


    Wie weit, sag wie weit soll das noch gehn?
    Wie weit wollen wir noch voneinander stehen?
    Bis wir's einsehn und gehn?
    Es macht keinen Sinn


    Denn nun ist Schluss, Aus und Vorbei.


    ----------------------------------
    In Zusammenarbeit mit Lucy ;)

  • Wusste gar nicht, dass du auch Gedichte schreibst, Nico-kun ;) ? Schreibst du eigentlich nur Gedichte oder auch so Kurzgeschichten usw.?


    Bevor ich die Gedichte bewerte, erstmal der formelle Kram: Ich denke, du solltest das hier lesen und dementsprechend diesen Post ändern ;) .


    Gut und jetzt zu den Gedichten ^^ :


    Hmm, es ist offensichtlich, dass die Thematik des Gedichts sehr... eigen ist, aber ich denke, es ist schon verständlich um was es geht ^^ . Es ist auch offensichtlich, dass dieser artifizielle Aufbau doch ein wenig störend ist, besonders, wenn es dem Gedicht an einem Rhythmus mangelt wie diesem hier (es lässt das Gedicht ein wenig holprig und unförmig klingen). Ansonsten ist das Gedicht in Ordnung, finde ich ;) .


    Gut, ein paar Vorschläge erstmal, was formell vielleicht besser klingen würde: In der ersten Strophe sollte, um eine einheitliche Struktur zu schaffen und so einen Rhythmus, sich auf eine Konjunktion ("Doch...", "Und..." und "Aber...") einigen und jene dort zu wiederholen, denn aus dem Rest der jeweiligen Verse ist erkennbar, dass eine Paar-Struktur angestrebt wurde. Die erste Zeile der zweiten Strophe sollte vielleicht erst mit "lang" anstatt weit begonnen werden, denn es ist seltsam an jener Stelle "weit" zu sagen, besonders, wenn man weiß um was es geht und jene "Metapher der Weite" nicht fortgesetzt wird. Die allerletzte Zeile hat auch wieder jenen seltsamen Klang, der wohl von einer eher falschen Verwendung des Ausdrucks kommt: Richtigerweise würde man "Denn nun ist es aus und vorbei." und "Denn nun ist Schluss." Im Sprechen wird es offensichtlich, dass jenes "es" für "aus und vorbei" fehlt (ich setze voraus, dass der Sprecher Deutsch natürlich beherrscht ^^ ).
    Ansonsten ist dieses Mal ein Anklang eines Rhythmus da, der dadurch unterstützt wird, dass die Struktur nicht zu artifiziell ist und sich doch an gewisse Regeln hält. Es ist aber demzufolge auch ersichtlich, dass die Alltagssprache das eine oder andere Mal doch ersichtlich ist und manchmal dann doch ein wenig unbeholfen wirkt zu dem Großteil des Gedichts, welchen man wohl als gelungen ansehen kann ;) .


    Soweit eigentlich die selben Probleme wie beim ersten Gedicht. Der Rhythmus ist noch nicht hergestellt und deshalb lässt sich das Gedicht flüssig lesen. Über den Inhalt lässt sich wie immer streiten, inwiefern der Gedanke hinter dem Gedicht logisch ist, aber dafür gibt es ja die Erlebnislyrik, wenn man subjektive Eindrücke beschreiben will ^^ . Ansonsten aber, wie beim ersten Gedicht, ganz in Ordnung :D .

  • Du hast das Problem meiner Gedichte verstanden. Das ist der springende Punkt mit dem Rhythmus, mit dem ich noch genauso wenig Erfahrung habe wie mit der Lösung des Problems.


    Wie du weißt, muss ein Gedicht kein Reim sein, aber sollte den Sinn des Textes den Leser über die Lippen gleiten lassen, ein Verständnis für den Text aufbauen lassen ohne dass eine Erklärung, warum es geht, nötig ist.


    Da du, wie ich gerade sehe, auch ein wenig Ahnung von der Dichtkunst hast :P , würde ich gleich die Gelegenheit nutzen, dich zu fragen, wie man die Zeilen besser ordnen sollte. :)

  • Für gewöhnlich interpretiere ich nur Gedichte oder soll dies jedenfalls versuchen, also habe ich keine Ahnung wie man dichtet. Alles was ich an Ratschlägen geben kann, wären irgendwelche theoretischen Schemata der Bildlichkeit, aber was dabei heraus käme wäre so wenig ein Gedicht wie eine Novelle tatsächlich realistisch sein könnte (auch wenn jeder Autor behauptet, es wäre so ^^ ...). Deshalb kann ich dir an Ratschlag nicht mehr geben als das, was ich bereits gesagt habe, na gut, vielleicht eines noch zum Sinn des Dichtens: Es geht nie um den Sinn eines Gedichts, sondern um die Gefühle, die dahinter stehen - der Rest kommt eigentlich von selbst. Es soll ja am Ende nicht nur ein knappes pathetisches Essay irgendwelcher Gedanken werden :D .

  • Na, dann kann ich ya weiterhin schreiben, wie ichs für richtig halte. Soll ya schön individuell bleiben^^


    Ach, und nochmal wegen Rhythmus...Ich habe versucht das Gedicht möglichst so zu schreiben, dass es es sprachlich eigentlich kein Problem sein sollte, da die Gedichte mit langsamen deutlichen Worten gesprochen werden sollte und am Ende jeder Zeile ein kleine Pause hörbar sein sollte.


    Und nochmal zu deiner allerersten Frage:


    Nein, ich schreibe nur, wenn ich dazu inspiriert bin, Gedichte, aber manchmal auch nur so Sprüche, die einen gewissen Gedanken in sich vereinen.
    Kurzgeschichten sind absolut nicht mein Fall ;)

  • tut mir leid wenn ich das jetzt sage ...aber diese gedichte klingen für mic durchaus suizid.


    naja aber das liegt immer am betrachter.
    ich finde durchaus das diese gedichte toll sind und auch einen tiefgründigen s inn ergeben.
    dennoch ist das etwas depressiv klingend für mich.


    aber heutzutage gibts auch nichts sonderlich vieles was einen erfreuen könnte.
    ich finde die ideen von dir super. bravo.

  • Naya, ich finde nicht, dass es nach Suizid klingt, wenn man vom Abgrund redet. In meiner Poesie kannst du jedenfalls den Abgrund als Synonym für Niederlage verwenden, aber nicht für eine endgültige Niederlage. ;)


    Beispielsweise hab ich versucht in meinem Gedicht "Revolution" zum Ausdruck zu bringen, dass eine Macht dich nach seinem eigenen Wohlwollen benutzt. Letztendlich musst du einfach die Kraft der Entscheidung aufbringen, zu rebellieren oder dich weiterhin beeinflussen zu lassen.


    Im 3. Gedicht habe ich über eine längerfristige Situation der Niederlage geschrieben. Es hat einen schon einen gewissen Zusammenhang mit dem Gedicht "Revolution", aber spricht eher die Hilflosigkeit an, in die man sich nach der bzw. in der Niederlage begibt.


    Von beiden soll sich natürlich jeder selbst ein Bild machen- es gibt schließlich noch so viele Gedankengänge zu entdecken-, aber der Expressionismus steht an erster Stelle. ;)

  • Zitat

    Ach, und nochmal wegen Rhythmus...Ich habe versucht das Gedicht
    möglichst so zu schreiben, dass es es sprachlich eigentlich kein
    Problem sein sollte, da die Gedichte mit langsamen deutlichen Worten
    gesprochen werden sollte und am Ende jeder Zeile ein kleine Pause
    hörbar sein sollte.

    Das ist genau das Gegenteil von dem, wozu Rhythmus in einem Gedicht vorhanden ist :D . Denn schließlich versucht die Zeilen irgendwie zu verbinden, da du ja jene in Strophen geordnet hast. Dein beschriebener Weg wäre so besser dargestellt:



    Jede Zeile ist am Ende für sich. Inwiefern man das noch ein Gedicht im eigentlichen Sinne nennen mag, ist wohl eine Streitfrage, aber so ist es definitiv nicht so verwirrend für den Leser, der dann doch aufgrund der Strophen Einheiten im Sprechen festlegt, die gar nicht existieren ;) .


    Zitat

    Beispielsweise hab ich versucht in meinem Gedicht "Revolution" zum
    Ausdruck zu bringen, dass eine Macht dich nach seinem eigenen
    Wohlwollen benutzt. Letztendlich musst du einfach die Kraft der
    Entscheidung aufbringen, zu rebellieren oder dich weiterhin
    beeinflussen zu lassen.

    Manipulation, hmm :D ? Naja, das ist pessimistisch und nihilistisch sicherlich. Das da Gedanken von einem indirekten Suizid beim Lesen aufkommen, ist da wohl nicht verwunderlich ^^ .

  • Verdammt, das Thema muss in meinen Gedanken noch fest verankert sein...:D
    Manipulation, mein Wort des Monats xD



    Wegen Rhythmus: Gut, dann wäre das geklärt.^^
    Aber wtf schreibe ich, wenn man das nicht Gedicht nennen kann? xD


    Übrigens finde ich die Leerzeilen sehr ansprechend, sie befreien meinen Geist ;)

  • Ich bezweifele, dass du dich damit auseinandersetzen willst ^^ . Es gibt so viele verschiedene Formen von Gedichten, dass irgendeine Form schon passen wird sicherlich, aber auf was ich anspielte war die eher klassische Betrachtung von einem Gedicht, eben der Kram aus der Poetik von Aristoteles (falls du das gelesen haben solltest ^^ ). Ich denke, nicht jeder erkennt sofort das manche dadaistische Gedichtform tatsächlich ein Gedicht ist :D .

  • Ich bezweifele, dass du dich damit auseinandersetzen willst ^^ . Es gibt so viele verschiedene Formen von Gedichten, dass irgendeine Form schon passen wird sicherlich, aber auf was ich anspielte war die eher klassische Betrachtung von einem Gedicht, eben der Kram aus der Poetik von Aristoteles (falls du das gelesen haben solltest ^^ ). Ich denke, nicht jeder erkennt sofort das manche dadaistische Gedichtform tatsächlich ein Gedicht ist :D .

    Es interessiert mich auch nicht, ob jemand für meine Gedichtform Verständnis hat, es ist für die, die meine Gedichte ansprechen.
    Ich lass mir nicht das Schreiben verbieten, nur weil jemand meine Gedichte für zu pessimistisch oder unverständlich hält, aber es sind meine Gedanken udn ich bin derjenige, der mit den Gedichten etwas ausdrücken möchte. :)

  • Haha, weißt du, ein Kind will auch etwas ausdrücken, aber ich habe noch nie jemanden gehört, der behauptet hätte, dass Kinder einen sehr guten Ausdruck haben :D . Ich denke, der Wille allein wird dir hier nicht helfen, du musst durchaus schon noch etwas an der Art deiner Gedichte feilen, sie kunstvoller machen bevor du davon reden kannst, dass dich die Meinung der Leser nicht interessiert (was im Grund dasselbe ist wie nur die Leute anzusprechen, die sich davon angesprochen fühlen ^^ ).

  • Unbewusst ist die Einschätzung was gut und was schlecht ist - aber dazu muss man erstmal die Optionen kennen, welche man dann unbewusst beurteilen und entwickeln soll. Ich setze die Unerfahrung eines Menschen eines geringen Lebensalters mit dem Dichten gleich mit einem Kinde in diesem Falle. Und ich denke, das trifft durchaus auf dich zu, denn ich bezweifele, dass irgendjemand behaupten möge, dass deine Gedichte Meisterwerke der Dichtkunst sind. Sicher, jeder kann dichten und Wissen ist nichts, was man eigentlich braucht um zu dichten, aber deine Art von Gedichten sind so sehr in irgendwelche direkten Aussagen verstrickt, dass es wohl kaum möglich ist, hier die Kunst in der Form zu suchen anstatt im Inhalt. Wenn ich zwischen der Beschreibung eines Baumes und der Beschreibung einer Revolution wählen müsste, so scheint mir ersteres wesentlich poetischer, was ich also damit sagen will: Du redest zu abstrakt ;) . Kein Mensch kann den Bildern deiner Gedichte folgen, ohne das Gefühl der Befremdung zu erleben, dass derlei Dinge hervorrufen, welche, um tatsächlich schön zu klingen, ein Maß an poetischen Ausdruck benötigen, der dir bis jetzt mangelt.