Sonnenuntergang (eine weitere Geschichte von mir)

  • Hmm, hab ich mal im Unterricht geschrieben als ich Langeweile hatte. Aber es sollte schwierig werden den Text vollkommen zu verstehen, da es eine Parabel ist, also nicht wundern über manche seltsamen Formulierungen.


    Der Wald war ein dunkler Schatten im Antlitz des sinkenden Tages. Ein schöner Anblick.
    Drei Minuten bis Sonnenuntergang.
    Weiche, kalte Erde unter meinen Füßen, ein unendlich kalter Himmel über mir. Warum war ich hier? Nicht über mir in diesem kalten Himmel oder unter mir in dieser weichen Erde? Aber dort war es dunkel – hier auch bald. Aber nun war es hell, dämmrig- Aber die Sonne war so hell. Warum war die Welt so dunkel, wenn die Sonne so hell war?
    Zwei Minuten bis Sonnenuntergang.
    Aber es wurde dunkler, da war ich mir sicher. Sicher? Was machte mich so sicher, dass bald auch meine Welt ein schwarzes Loch sein würde? Die Erkenntnis, die unerbittliche um genau zu sein – die Verzweiflung. Wo würde ich hingehen? In das schwarze Nichts, dem Himmel oder in die weiche Erde, die „Quelle des Lebens“. Aber wir begraben unsere Toten dort. Also was sollte ich dann an solch einem Ort? Ich lebte doch noch – sollte es. Ich griff in meine Jacke und fühlte das kalte Eisen, wie es in meiner Hand brannte. Aber ich war auf das Brennen vorbereitet. Die meisten fühlten das Brennen nicht, wenn sie ein größeren brand vor sich löschen mussten oder zumindest sich dazu verantwortlich sahen. Manche Dinge kann man aber nicht mit einem Brand bekämpfen, schon gar nicht Feuer. Doch die, wie ich, fühlten ein anderes Brennen – es war kalt und flüsterte zaghaft in meine kalten Ohren. Sollte ich hinhören? Was würden sie sagen, diese feinen Stimmen der Kälte – der Verachtung?
    Eine Minute bis Sonnenuntergang.
    Ich presste das kalte Eisen gegen meinen Kopf. Ich war von der Sonne schon wieder warm geworden und drohte zu hitzen. Hitze war eine schwerwiegende Krankheit in meinem Falle, denn sie lockte die dunklen Stimmen des brennenden Eisens hervor und ich spürte, wie das kalte Eisen brannte, wo es meine haut berührte. Mut, nur Mut, sagte ich mir und kam mir vor wie ein – Lügner. Ich drückte dennoch ab. Warum? Die Kälte – sie drängte, sie flehte mich an, vor der Hitze zu fliehen.
    Ich landete in der weichen Erde und die Hitze ging und endlich zog Ruhe in mein stechendes Herz. Das kalte Eisen lag neben mir. Es brannte im Abendrot mahnend und – verachtend. Man muss verstehen: Ich war kein Feigling – mir war es bloß unter dieser Sonne zu warm geworden. War es nicht normal, da zu jenem kalten Eisen zu greifen, dessen kühlende Wirkung wie ein Heilmittel aus alten Sagen wirkte und Glückseligkeit für mich versprach – und Errettung? Man muss verstehen: Ich hatte keine Wahl. Langsam ergriff mich die kühle Dunkelheit und zehrte mich aus dem Licht.
    Seltsam, die Sonne war immer noch nicht untergegangen.

  • Danke, schön, dass es dir gefällt ^^ . Ich weiß, dass es ein wenig schwer zu verstehen ist, aber dafür ist es kürzer als würde ich eine leicht verständliche aber längere Kurzgeschichte schreiben.

  • Ja, ich finde kurze Geschichten auch besser. Die haben irgendwie.... da bleibt mehr hängen von als bei einer ellenlangen Story... Sorry weiß grad nich wie ich das ausdrücken soll ^^
    Ich finde ja, Selbstmord ist ein schlimmes Thema. Und trotzdem gibt es darüber die schönsten Geschichten. Wenn man nur weiß, wie mans ausdrücken muss...