Gender/Geschlechter

  • Momentan sind die verschiedene Gender ( Geschlechter), wie man sie ja mittlerweile auch bei uns nennt, auch ein gutes Thema zu diskutieren. Jeder hat schon mal etwas von Transgender (Leute die im falschen Körper geboren worden sind) gehört. Es gibt auch andere wie z.B. Genderfluid usw.


    In einem anderen Thema, Feministinnen beklagen Frauenmangel auf der E3 , wurde auch schon über Transgender diskutiert, darum habe ich mir gedacht, dass man dazu auch sein eigenes Thema aufmachen könnte. Mich interessiert auch die Meinung anderen, auch wenn man verschiedene Ansichten hat.


    Ich weiß auch, dass es bei diesem Thema schnell zu Streitigkeiten führen kann. Darum bitte ich alle die Meinung der anderen zu respektieren und akzeptieren, vor allem wenn es eine andere Meinung ist die ihr habt. Bleibt am besten sachlich bei der Sache.



    Verlauf der bisherigen Diskussion:


    Hierfür darf man mich nun bei Bedarf transphob nennen, ist mir egal, aber.. die World Health Organisation klassifiziert den Transgenderismus als psychische Krankheit, sprich "Gender Dysphoria"/"Geschlechtsidentitätsstörung". Ich möchte den betroffenen Leuten nicht ihr Leid absprechen und hoffe, dass man eine wirksame Lösung für ihr Problem irgendwann finden wird, aber.. den aktuellen Umgang mit dem Thema halte ich für keinen Lösungsweg. Wir feiern und idealisieren eine - laut Definition der W.H.O. - psychische Erkrankung und diverse Statistiken belegen ganz eindeutig, das Hormontherapien etc. für die betroffenen Menschen eben keine wirkliche Lösung sind.. denn es gab historisch betrachtet kaum Personengruppen mit derart hohen Selbstmordraten, wie Menschen mit Gender Dysphoria (mit und ohne OP).


    Für das Thema muss erst einmal ein richtiger Hilfsansatz gefunden werden, was halt nur schwer ist da entsprechende Forschungen hierfür meist als "politisch unkorrekt" und somit "kontrovers" gelten.


    So oder so, ich wünsche den betroffenen Menschen das Beste, aber sie in den Medien zu normalisieren halte ich für sehr bedenklich. Ich weiß, dafür wird man mich für transphob halten (eine Phobie ist allerdings die irrationale Angst/Furcht/Abneigung gegenüber etwas, ich rationalisierte meine Meinung allerdings ziemlich runter.. nur mal so am Rande).. aber wir feiern auch keine Depressionen, Selbstmorde und andere psychische Erkrankungen.


    Meiner Meinung nach sollen die betroffenen Leute alle Hilfe bekommen die sie brauchen, aber sobald ein Game damit anfängt Krankheiten zu idealisieren bin ich als Kunde grundsätzlich raus.


    Oh, nur für die Akten möchte ich übrigens noch schreiben, das ich deine Meinung - auch wenn sie in einem starken Kontrast zu meiner steht - respektiere. Ich wünsche allen Feministinnen (außer solchen, wie Sarkeesian vielleicht :D ) und Transgendern für ihre Leben nur das Beste. Mein Standpunkt ist lediglich ein anderer, als derer. Am Ende aber lebe ich trotz allem nach dem Grundsatz "Leben und leben lassen".. alle sollen ihre Leben so leben wie sie möchten, selbst wenn ich manche Dinge für fragwürdiger halte als andere.

  • Das mit Charlize Theron finde ich gar nicht schlimm. Ich denke, dass auch Kinder merken, wenn sie sich wie ein Mädchen oder Junge fühlen. Und wenn er eben lieber ein Kleid anziehen will finde ich es auch kein Drama. Warum sollten Jungs keine Kleider anziehen dürfen? Mädchen dürfen doch auch Hosen anziehen. Ich verstehe nicht was da der unterschied sein soll. Und ich sehe es nicht als Argument, dass sie ja geärgert werden, denn gerade in diesem Alter kommt das hauptsächlich von den Erwachsenen, da sie den Kindern sagen, dass Jungs keine Kleider anziehen dürften.


    Ich habe selbst auch freunde die Transgender oder Genderfluid und so sind. Mein Transgender Freund hat es nicht leicht. Er ist gerade mal 16 und er hat es uns vor ca. einem Jahr gesagt. Dada vor wusste er es schon ca. 2 Jahre vorher, dass er eigentlich ein Junge ist. Ich habe schon viel und lange mit ihm und auch andere Transgender darüber gesprochen wie es vorher für sie war und es war anscheinend nicht wirklich schön sich zu verstecken, so wie sie es bezeichnet haben.

    Was es aber meinem Kumpel um so schwerer macht ist, dass seine Mutter nicht hinter ihm steht.

    Aber selbst seine Mutter hat mitlerweile gemerkt, dass es ihm so viel besser geht, seit er sich ausleben kann. Seit er on seiner jetzigen Schule als Junge angesehen wird und wir ihn nur noch als Junge ansprechen und sehen ist er viel glücklicher und seine Psychische Gesundheit ist auch wesentlich besser geworden. Weil dadurch, dass er sich so lange "versteckekt hatte" haben bei ihm so etwas wie Depressionen sehr stark erwischt. Sogar so stark, dass er angefangen hatte sich selbst zu verletzten und wollte sogar noch weiter gehen. Also damit will ich einfach sagen, dass es soche leuten wirklich wirklich gut helfen kann, in denen man sie einfach Akzeptiert wie sie sind. Wenn eben ein Mädchen her kommt und möchte ein junge sein, dann sollte man diese Person auch als junge ansprechen, auch wenn es schwer ist und man selbst vielleicht das alles gar nicht versteht.


    Und eine Geschlechtsanpassung hilft auch vielen dabei. Es gibt einige die entwickeln dadurch eine Körperdysmorphie. Und sie fühlen sich um einiges wohler, wenn sie dann auch den richtigen Körper dazu haben. Und man macht diese Hormontherapie, damit sich solche Leute auch operieren lassen können, da es sonst viel zu gefährlich wird.

  • Ich kann dazu nicht wirklich viel sagen, da ich auch zu uninformiert bin um fachlich zu Diskutieren, aber eine gewisse Meinung habe ich dennoch.

    Wie beim Thema schwul ich habe keinerlei Probleme mit so was, einer meiner Freunde ist selber Schwul (und keiner von diesen Schauspieler *hust* Tunte, also dies extrem spielen)

    Aber was gerade so im Umlauf ist mit dem Extremen ist einfach zu viel (bei Veganer nervt es mich auch, auch wenn ich gerne mal vegan usw esse)

    Alles Schön und Gut und rechte bzw Anerkennung darf jeder verlangen und einfordern, und unterstütze ich auch. aber auf Biegen und Brechen die eigene Ideologie so sehr breittreten damit nichts anderes mehr recht hat zu existieren ist einfach dumm, wo wir Religions-Kriege auch mit erwähnen könnten, denn das hat in gewissen Sinn Ansätze vom aktuellen ganzen.


    und als Krankheit sehe ich es nicht unbedingt bei Schwul sein ist es ja auch so, muß es Krankheit sein? in der Tierwelt gibt es so was ja auch seit jeher. Aber wenn es nicht anders geht damit Betroffene Unterstützung und Hilfe bekommen, da die Welt einfach Böse und schwer ist, ist der Gedanke Krankheit evtl nicht ganz verkehrt aber es muß anders vermittelt werden denn krank im dem Sinn ist es ja nicht.

    i was here Umbreon (Japanese: ブラッキー Burakkii)

  • Transgender gibt es in jeglicher Art und weiße. Es ist keine Krankheit wie manche es sehen wollen, sondern leicht ausgedrückt "Man steckt im falschen Körper". Dies alleine ist aber nicht der Grund. Es gibt einige Männer oder Jungs z.B. die gerne aussehen möchten wie eine Frau / Mädchen jedoch das Geschlechtsteil beibehalten möchten. Einfach nur weil es ihnen so gefällt.


    Wie dies nun zustande kommt ist noch immer ein Rätsel und es gibt viele Theorien dahingehend. Einige Forscher gehen davon aus, dass es bei Männern daran liegen könnte, dass die Hoden zuwenig Testosteron in den ersten 10 Jahren bildeten. Da das Gehirn sich rapide verändert in den ersten 10 Jahren, kann dies ein Grund sein. Denn wird zuwenig Testosteron gebildet, denkt der Körper (vereinfacht gesagt) dass keine Hoden existent sind. Diese können natürlich funktionieren, doch weiß es das Gehirn nicht und baut sich diesbezüglich um.

    Das gleiche gilt für die Frau die durch die Eierstöcke und Nebennieren zu viel Testosteron bilden.

    Auch wenn ein Normaler Mann seine Hoden verliert im alter weswegen auch immer, wird sich ein wenig ändern, doch glaubt man nicht, dass man im falschen Körper steckt. Nichts zwangsläufig, da das Gehirn schon voll ausgebildet ist.


    Das ist nur eine Theorie ob die stimmt, kann ich als nicht Mediziner nicht sagen. Klingt aber sehr plausibel für mich zumindest.


    Mit Transgendern bin ich schon als Kind in Berührung gekommen.

    Mein Kumpel sein Opa hatte von diesen Personen Bilder im Schuppen gehabt. Ich fand das sehr interessant aber hätte mir nie vorstellen können mit denen was anfangen zu wollen. Vor 5 Jahren, kam dann eine Freundin und ich auf das Gespräch diesbezüglich und habe ihr meine Abneigung diesbezüglich gezeigt. Ein paar Wochen verstrichen und wir haben darüber gar nicht mehr geredet. Hatte mich von meiner Freundin getrennt gehabt und sie hatte mir geholfen darüber weg zu kommen. Auch zeigte sie mir immer Bilder von hübschen Mädels. Zumindest dachte ich es vorerst. Sie so na wie gefällt sie dir so und ich habe echt nichts gemerkt gehabt und sagte, dass sie mir sehr gefallen würden. Sie zeigt mir darauf hin, wie sie vollständig aussehen und ich gleich. Na toll.... Doch sagte sie dann, wenn du das was untenrum an ihr nicht siehst und nicht weist und dich in sie verliebst, ändert sich dies nur weil sie nicht das gewünschte Geschlecht besitzt? Ich dachte eine weile nach und dachte mir, dass sie ja eigentlich recht hat damit. Seitdem ist das für mich kein Thema mehr. Ich stehe in erster Linie schon auf Mädels, doch bin ich nicht mehr zu den Ladyboys abgeneigt. Männer an sich geht bei mir jedenfalls gar nicht da bin ich nach wie vor abgeneigt XD.


    Was ich damit sagen will ist, dass dies auch eine Lebensweise ist, die man wählt und keine Krankheit. Die einen möchten lieber weiblich sein, weil es einfach schönere Sachen gibt als bei Jungs und manche Mädchen wollen einfach sein wie Jungs. Einer meiner Tanten ist auch lesbisch und verheiratet mir ihrer Frau und die sind die coolsten die ich je gesehen habe. Man kann mit denen über viele Dinge reden, die ein Mädchen / Frau eigentlich nicht so interessieren. Krank sind sie deshalb nicht.


    Jeder soll gerne das Geschlecht haben, was er gerne möchte. Natürlich muss dies Psychologisch begleitet und lange darüber gesprochen werden. Denn ist der Eingriff einmal vollzogen, ist das eigentliche Geschlechtsorgan nicht mehr funktionsfähig. Rückgängig geht es leider dann auch nicht mehr zu machen.

  • Es ist keine Krankheit wie manche es sehen wollen, sondern leicht ausgedrückt "Man steckt im falschen Körper".

    So sehe ich das auch :)


    Ich persönlich finde es toll, dass du deine Meinung diesen Leuten gegenüber geändert hast und dich auch offen diesem Thema zeigst.


    Man darf hier jetzt aber einige Sachen nicht verwechseln. Auf was man steht, also die Sexualität, hat nichts wirklich mit seinem Geschlecht zu tun.


    Es gibt auch einen Unterschied zwischen Transgender, Ladyboy und Dragqueens. Was genau der unterschied zwischen Dragqueens und Ladyboys ist kann ich euch nicht klar sagen. Aber der unterschied zwischen Transgender und Draqueens usw. ist einfach, dass Transgender sich wirklich im falschen Körper befinden und sie wollen auch nicht als das alte Geschlecht anerkannt werden. Dragqeens hingegen haben meisten 2 Persönlichkeiten (nein ich meine nicht die Krankheit) Sie sind Männer und fühlen sich meist auch wohl als solche, nur wenn sie in ihre Frauenkleider und Perücken ect schlupfen, sind sie eine andere Person. Sprich sie finde es toll sich auch als Frau zu "verkleiden".


    So am Rande: ich bin jetzt kein Profi was das angeht, also wenn ich irgend was falsch beschreiben/geschrieben habe dann tut es mir leid.

  • Es gibt auch einen Unterschied zwischen Transgender, Ladyboy und Dragqueens. Was genau der unterschied zwischen Dragqueens und Ladyboys ist kann ich euch nicht klar sagen. Aber der unterschied zwischen Transgender und Draqueens usw. ist einfach, dass Transgender sich wirklich im falschen Körper befinden und sie wollen auch nicht als das alte Geschlecht anerkannt werden. Dragqeens hingegen haben meisten 2 Persönlichkeiten (nein ich meine nicht die Krankheit) Sie sind Männer und fühlen sich meist auch wohl als solche, nur wenn sie in ihre Frauenkleider und Perücken ect schlupfen, sind sie eine andere Person. Sprich sie finde es toll sich auch als Frau zu "verkleiden".

    Tatsächlich heißen die Transgender (Männliche) umgangssprachlich Ladyboy (Ist eine abwertendes Wort so wie ich es verstanden habe). Diese stecken in der Regel im falschen Körper und würden sich eine Operation unterziehen, da diese aber, meistens im Asiatischen Raum, zu viel Geld kostet, machen sie erst alles andere wie Gesicht, Brüste, Po und Körper (Ich dachte auch immer, dass dies ungefähr alles gleich kosten würde) und erst ganz zum Schluss entscheiden sie sich für eine Geschlechts OP. Daher gibt es die Post-OP Ladyboys und Pre-OP Ladyboys. Die Pre-OP sind noch nicht Operiert und die Post-OP schon. D.h. sie sind vollständig weiblich und möchten auch als weibliche Person gesehen werden.


    Es gibt aber auch Ladyboys (Ich nutze den Begriff hier, da man den Unterschied besser zum verstehen bringt als Transgender und Draqueen.) die einfach obenrum weiblich sein wollen weil es ihnen eben gefällt und geben sich da richtig mühe mit OP und allem drum und dran, sodass es nicht mehr auffällt, dass sie männlich sind, jedoch auf ihren Penis nicht verzichten wollen. Ist jedoch die Seltenheit.


    Eine Draqueen jedoch ist ein Mann, der ohne Hormontherapie und großen Veränderungen eine Frau verkörpern möchte, auch diese wollen den Penis nicht umoperiert haben.


    Wenn man eine Draqueen und einen Ladyboy vergleicht, wird man schnell merken, dass ein Ladyboy feminin und eine Draqueen sehr maskulin aussieht.


    Transgender ist ein sehr guter Oberbegriff indem die Ladyboys mit dazu gehören aber auch noch viele andere ^^

  • Es ist keine Krankheit wie manche es sehen wollen

    Die World Health Organization sieht es als Krankheit an. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die W.H.O. nicht auf Basis von Vorurteilen urteilt, sondern auf Basis wissenschaftlicher Untersuchungen und Studien.


    Und wenn man im falschen Körper steckt, ist das nicht das erste Indiz dafür, dass entweder mit dem Körper, oder aber mit dem Geist, etwas nicht stimmt? Wenn etwas mit dem Körper oder Geist nicht stimmt, dann spricht man von einer Krankheit. Ich verstehe persönlich aber auch nicht, wieso sich die Menschen so sehr daran beißen, wenn man soetwas als Krankheit bezeichnet. Ich habe auch eine Krankheit mit der ich leben muss, ich sehe das jetzt aber nicht als negative Wertung gegenüber meiner Person.. es ist lediglich ein Fakt.


    Ein anderer Fakt ist es, dass man für gewöhnlich wegen psychologischer Krankheitserscheinungen zum Psychologen geht, und wegen physiologischer Krankheitserscheinungen zu mehr oder weniger allen anderen Ärzten. Um eine Geschlechtsumwandlung durchzukriegen müssen die Betroffenen sich mit Ärzten und Psychologen auseinandersetzen, gesunde Menschen müssen das nicht.


    Wir können sogar einen Schritt weitergehen. Nimm mal an, wir hätten einen Fall von siamesischen Zwillingen vor uns, gewissermaßen ein Körper, zwei Köpfe. Das würden wir sofort als "Anomalie" wahrnehmen. Die Kinder wären keine Monster für uns, es wären Kinder die einem schweren Schicksalsschlag zum Opfer fielen.. aber am Ende des Tages wären sie eine Anomalie, sie sind anders, von Geburt an. Das Gleiche würden wir auch über Menschen denken, die mit zu wenigen oder zu vielen Gliedmaßen auf die Welt kommen, über Menschen die unter Albiniismus leiden und auch über Menschen, die mit geistigen Einschränkungen geboren wurden. Hierbei rede ich von Menschen, deren geistige Entwicklung von Natur aus nicht über einen bestimmten Punkt hinausgehen kann, aber auch von Menschen mit stark ausgeprägtem Authismus, A.D.H.S. und all diesen Geschichten.


    All diese Menschen leiden an bestimmten Krankheitsbildern und wir, als Außenstehende, nehmen diese Krankheitsbilder als solche wahr.. behandeln die Betroffenen aber trotzdem mit Mitgefühl und Respekt.


    Sobald es um die Gender-Frage geht werfen wir dieses Konzept aber über den Haufen, und damit wird unausweichlich ein Konflikt erzeugt. Es fängt schon beim Intersex an, der Intersex ist das Nächstliegende zum siamesischen Zwilling, oder zu Menschen denen zu viele oder zu wenige Gliedmaßen angeboren wurden. Intersex bedeutet nämlich in der Regel, dass jemand mit zwei Geschlechtern geboren wurde, eines davon ist recht stark ausgeprägt, das andere sehr schwach. Ich sage das, was Ärzte bislang auch immer sagten: Es liegt eine Anomalie vor. Bislang gingen Ärzte hier so vor, dass sie nach Möglichkeit das stark ausgeprägte Geschlecht als das richtige Geschlecht annahmen, und das zu schwach ausgeprägte (Beispiel: Mikropenis) als mehr oder minder eine Fehlbildung sahen und entsprechend entfernten.


    Laut der LGBTQ+ Community ist soetwas nun aber "Diskriminierung", denn die medizinischen Fakten, die eindeutig eine Anomalie vorweisen, die widersprechen der Ideologie dieser Community. Hat der Mensch drei Hände, dann ist es in den Augen aller eine Anomalie, hat er aber ein Geschlechtsteil zu viel, dann ist das "vollkommen normal" :rolleyes:


    Der Transgenderismus ist in meinen Augen genau das Gleiche. Irgendwann ist bei den betroffenen Menschen eine Anomalie entstanden, die den Transgenderismus und all die heute verbreiteten Geschlechtsidentitäten zur Folge hatte. Woher das ganze kommt, das weiß allerdings niemand. Was wir wissen ist lediglich, dass die betroffenen Menschen eine sehr hohe Selbstmordquote haben und ich zweifele sehr stark an, dass es ausschließlich an Dingen wie "Mobbing" liegt. Transgender sind nicht die einzige Personengruppe auf der Welt, die Mobbing und Diskriminierungen ausgesetzt wird, es ist aber die mit der mit Abstand höchsten Selbstmordrate. Wenn eine diskriminierte Personengruppe eine höhere Selbstmordquote hat als eine andere, ähnlich diskriminierte, dann ist es legitim von tiefergehenden Problemen auszugehen. Das könnten mit dem Transgenderismus verwobene psychologische Krankheiten sein, aber eventuell auch mit den dazugehörigen Hormontherapien o.ä. zusammenhängende.


    Grundsätzlich ist sich weder die Wissenschaft, noch der Gender-Studies Bereich sicher, was faktisch tatsächlich in solchen Fällen vorgeht. Aber dadurch, das wir alles tolerieren und nichts hinterfragen dürfen, nicht einmal in wissenschaftlichen Studien, weil "diskriminierend", wird es von Jahr zu Jahr schwieriger herauszufinden, was die betroffenen Menschen zu dem macht, was sie sind und wichtiger: Was sie in den Selbstmord treibt.


    Wir haben das Ergebnis einer Gleichung vor uns, wissen aber nicht worauf diese Gleichung aufbaut. Was wir als Gesellschaft tun ist nicht nach bestem Wissen zu agieren um diesen Menschen zu helfen, was wir tun ist vielmehr den Leuten ein Placebo aufzukleben und zu hoffen das es wirken wird. Das Problem wird nicht an der Wurzel angepackt, sondern am frischesten Zweig den man nur finden kann.. zumindest meiner Ansicht nach.

    Was ich damit sagen will ist, dass dies auch eine Lebensweise ist, die man wählt und keine Krankheit.

    Das würde ich so nicht unterschreiben. Wäre es eine Lebensweise, die man wählt, und keine die angeboren ist, dann würde es das ganze auf nichts weiter als eine Art Fetisch degradieren. Ein Fetisch verdient keine medizinische und von der Krankenkasse finanzierte Betreuung und keine von den Kassen mitgetragenen operativen Eingriffe. Ist es ein Krankheitsbild, so wie es das W.H.O. auch sieht, dann sind die Krankenkassen in der Bring-Schuld, ist es kein Krankheitsbild, dann sind die Betroffenen auf sich alleine gestellt. Ich hoffe du kannst mir in dem Punkt folgen ^^ Ich will das den Leuten geholfen wird, unser Sozialstaat springt aber nur bei Krankheiten ein, nicht bei "Modeerscheinungen".

    Aber wenn es nicht anders geht damit Betroffene Unterstützung und Hilfe bekommen, da die Welt einfach Böse und schwer ist, ist der Gedanke Krankheit evtl nicht ganz verkehrt aber es muß anders vermittelt werden denn krank im dem Sinn ist es ja nicht.

    Der bisher gängige Standard war es, dass das W.H.O. vorgibt, was wir im Normalfall als Krankheit ansehen, und was nicht. Das hier nennt die W.H.O. "gender dysphoria". Im Grunde verbindet man mit der Gender Dysphoria Sympthome, und Sympthome treten nur im Zusammenhang mit Erkrankungen oder Störungen auf. Was die Menschen nicht verstehen ist, dass "krank sein" nicht bedeutet, dass man "weniger wert" ist. Krank sein ist krank sein, sonst nichts.

  • Die World Health Organization sieht es als Krankheit an. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die W.H.O. nicht auf Basis von Vorurteilen urteilt, sondern auf Basis wissenschaftlicher Untersuchungen und Studien.

    Wenn die W.H.O. dies als Krankheit ansieht, müssen sie auch genau wissen, woher diese Krankheit entsteht und wie diese zu bekämpfen ist. Dies ist jedoch nicht möglich, da dies nur als Krankheit zählt, da es kein "Normaler" Mensch so sein darf. Dies jedoch ist ein sehr veraltetes denken, denn wenn man es so sieht, müssten wir auch eine Krankheit sein, denn wir sehen dem Neanderthaler nicht mehr wirklich ähnlich. Aber dennoch werden wir als Normal angesehen. Da stelle ich mir die Frage, bezeichnen wir jetzt alles (auch wenn es nur bedingt zum Thema passt) was auf eine neue Evolution hinweißt als Krankheit? Weil wir einfach nur nicht soweit im Denken sind um zu begreifen, dass es eine weiter Entwicklung des Menschen gibt?


    Ein Krankheit muss also demnach immer einen Ursprung haben. Da man dies nicht bestätigen kann bzw weiß, was dies auslöst und wo dies ausgelöst wird. Sehe ich persönlich dies einfach nicht als Krankheit.

  • Fakt ist auf jeden Fall, das ja irgend was nicht stimmt. (Ihr wisst alle wie ich das meine) Das al Krankheit zu Betitteln finde ich schwer. Zum einen ja es hat sehr wahrscheinlich was mit dem Kopf zu tun. Und z.B. Depressionen zählen ja auch als Krankheit obwohl man auch nicht 100% sagen kann woher es immer kommt. Aber ich persönlich würde es nicht als Krankheit in der eigentlichen Hinsicht sehen. Ich gebe ehrlich gesagt auch keinen großen Wert darauf, was die W.H.O als Krankheit sieht und was nicht. Es ist ja auch noch nicht so lange her, dass Schwul sein als Krankheit gezählt hat.

  • Das al Krankheit zu Betitteln finde ich schwer.

    Authismus bezeichnen wir aber auch übergreifend als Krankheit, und die hiervon betroffenen Menschen sind auch lediglich mit ein paar.. uhm.. zusätzlichen Konfigurationen (:D) zur Welt gekommen. Das selbe gilt auch für etwas, was dem Authismus relativ nahe kommt, der Hochsensibilität. Physisch leiden die betroffenen Menschen nicht an irgendwelchen Krankheiten, aber irgendetwas in ihrem Gehirn oder in ihrer Biochemie sorgt dafür, dass diese Menschen einem anderen Denkmuster folgen, als die Allgemeinheit. Darum haben es Authisten und Hochsensibele oft auch schwer damit sich sozial zu integrieren. Diese Leute sind nicht von Natur aus "asozial", ihr grundlegendes Denkmuster ist einfach nur ein anderes, und dadurch fällt es ihnen schwer sich mit anderen auszutauschen.


    Man kann sich das praktisch vorstellen, als würde man eine Microsoft Office Datei voller Formatierungen etc. mit Open Office öffnen wollen. Open Office kann die Datei zwar öffnen und lesen, aber was Textformatierungen, Druckbereiche etc. betrifft wird es die bestehenden Formatierungen entweder dabei entfernen, oder falsche an deren Stelle einführen. Das Kommunizieren mit Authisten oder Hochsensiblen folgt einem ähnlichen Muster.. sie verwenden lediglich ein anderes Format, weswegen in beide Richtungen eben schnell mal vieles "Lost in Translation" geht.


    Die Betroffenen sind aber nicht schlechter als andere, auch sind sie nicht weniger wert als andere. Diese beiden Personengruppen haben in mancher Hinsicht sogar Vorteile gegenüber den Normalos, denn manche Sachen können sie desöfteren um ein vielfaches besser, weil es in ihre Denkmuster eben hineinpasst.


    Grundsätzlich kann man bei diesen Leuten aber auch sagen, dass sie im eigentlichen Sinn nicht krank, sondern nur "anders" sind. Hier steht es aber nicht zur Diskussion, was diese Menschen haben ist für kaum jemanden kein Krankheitsbild. Eine Geschlechtsidentitätsstörung folgt doch dem selben Schema. In bestimmten Punkten gibt es sehr auffällige, geistige, Abweichungen zur Allgemeinheit.. womit ich mich nun primär auf "das Gefühl im falschen Körper zu stecken" beziehe. Wie bei den Authusten und Hochsensiblen liegt auch hier ein Denkmuster vor, was normalerweise nicht vorliegt.. und wie bei diesen beiden Personengruppen sorgt es für Einschränkungen in bestimmten Lebensbereichen, auch psychischen, als auch für Vorteile in anderen.


    Das Grundgerüst dieser drei "Krankheiten" ist das Gleiche, es stehen lediglich andere Sympthome darauf.

    Wenn die W.H.O. dies als Krankheit ansieht, müssen sie auch genau wissen, woher diese Krankheit entsteht und wie diese zu bekämpfen ist. Dies ist jedoch nicht möglich, da dies nur als Krankheit zählt, da es kein "Normaler" Mensch so sein darf.

    "Dürfen" Authisten keine Authisten sein? Dürfen hochsensible Menschen keine hochsensiblen Menschen sind? Ich weiß nicht, woher dieser Denkansatz kommt, dass eine Krankheit mit "darf nicht sein" assoziiert wird, aber dieser Denkansatz ist doch quatsch. Jeder Mensch hat früher oder später, bewusst oder unbewusst, eine riesige Palette an Krankheiten, mit denen er durchs Leben wandelt. Niemand davon ist deswegen nun weniger Wert.. diesen Schuh, dass man durch eine Krankheit weniger wert sein solle, den zieht sich die LGBTQ+ Community aus einem mir vollkomem unerklärlichen Grund selbst an. Sie assoziieren das Wort "Krankheit" mit "darf nicht sein", andere tun dies nicht.. ich tue dies auch nicht.

    Dies jedoch ist ein sehr veraltetes denken, denn wenn man es so sieht, müssten wir auch eine Krankheit sein, denn wir sehen dem Neanderthaler nicht mehr wirklich ähnlich.

    Es wäre auch schlimm, wenn wir dem Neanderthaler ähnlich seien würden.. denn von dem stammen wir gar nicht ab. Okay, vielleicht doch. Die ursprüngliche wissenschaftlichen Thesen hierzu lauteten, dass es vor langer Zeit den Neanderthaler und den Homo Sapiens gab. Der Neanderthaler war von seiner Statur her der stärkere Primat, aber dafür war er dem Homosapiens im Punto Intelligenz unterlegen. Für lange Zeit ging man davon aus, dass der Homosapiens den Neanderthaler ausgelöscht hat, was den ersten Genozid unserer Spezies ausmachen würde.


    Mittlerweile werden aber auch Stimmen laut die besagten, dass der Homo Sapiens den Neanderthaler "assimiliert" haben könnte. Assimiliert heißt in dem Zusammenhang, dass sich zwei verschiedene Spezies (!) von Menschenaffen miteinander gepaart haben könnten. Wäre das so hieße das natürlich nicht, dass wir nun alle ein wenig Neanderthaler in uns haben müssen, aber es hieße das zumindest hier und da ein paar Menschen existieren könnten, deren Blutlinie zwei verschiedene Spezies beinhaltete. Wenn diese Leute sich nun aber über Generationen weg mit "Homo Sapiens" und deren Abstämmlingen gepaart haben sollten, dann dürfte heute aber nicht mehr viel Neanderthaler in denen übrig sein.


    Und zum Thema Krankheit: Evolution bedeutet Mutation, sich evolutionär anzupassen macht einen nicht zu einem Kranken.. es macht einen zu einem Mutanten. Entgegen der gängigen US-Meinung haben Mutanten aber keine X-Men Superkräfte, leider! :D

    Aber dennoch werden wir als Normal angesehen.

    Werden wir das denn wirklich? Ich bin mir ziemlich sicher, das wir alle bestimmte Dinge mehr und andere wieder weniger normal ansehen. Siehst du Furries als normal an? Ich nicht. Siehst du die CEO's irgendwelcher multi-billionen Dollar Konzerne als "normal" an, die millionen von Dollarn pro Woche dafür erhalten, anderen Menschen ihre Leben zu ruinieren? Ich halte auch diese Menschen nicht wirklich für normal.


    Was "normal" ist und was nicht, das liegt immer im Auge des Betrachters. Für mich ist meine Meinung hier im Thread eine "Normale", für dich nicht. Für manche Leute ist übrigens nicht nur meine Meinung zu dem Thema "nicht normal". Man bezeichnete mich für diese Meinung schon mehrfach anderswo als Nazi, setzte mich mit Hitler gleich und den Tod wünschte man mir ebenfalls schon mehrfach. Meine Meinung passt manchen progressiven Stimmen nicht, und als Resultat labeln sie mich gerne als etwas anormales.. als ein Monster wie Hitler, welches bitte schnellstmöglich aufhören sollte zu atmen.


    Ich bringe Schwulen, Lesben, Bisexuellen oder Transsexuellen keinen Hass und keine Verachtung entgegen. Letzteren wünsche ich tatsächlich nur, dass sie die Hilfe erhalten die sie auch wirklich brauchen, und da die aktuelle Selbstmordrate so hoch ist wie sie ist denke ich eben, dass die erhaltene Hilfe nur bedingt bis gar nichts bringt. Deswegen will ich die Ursachen lieber verstehen, als sie zu idealisieren. Die oben angesprochenen Authisten idealisieren wir auch nicht, bei denen sucht die Wissenschaft seit Jahren nach mehr und mehr Möglichkeiten, um das Leben der Betroffenen angenehmer und z.T. auch sicherer zu gestalten. Das ist es was ich auch in der Transgender-Frage möchte und ich finde es schlimm, dass es in dieser Frage so viele Tabu-Themen gibt, die man weder fragen noch ansprechen darf.


    Diese Tabus stoppen den Fortschritt, denn niemand traut sich diese Tabus zu erforschen.. und ohne eine alles umfassende und abklärende Forschung wird es schwer eine effektive (!) Hilfestellung für die Betroffenen zu finden.. eine die nicht zu Statistiken führt, die besagen, dass sich 46% der Betroffenen schonmal versuchten (!) selbst das Leben zu nehmen, während sich 78% der Betroffenen schonmal Gedanken darüber machten, sich das Leben zu nehmen.


    Das sind statistische Werte die nach Hilfe schreien, nicht danach idealisiert zu werden!

    Ein Krankheit muss also demnach immer einen Ursprung haben. Da man dies nicht bestätigen kann bzw weiß, was dies auslöst und wo dies ausgelöst wird. Sehe ich persönlich dies einfach nicht als Krankheit.

    Befinden wir uns nun im "Wenn jemand einen Baum fällt, aber niemand nah genug dran ist es zu hören, wurde der Baum dann wirklich gefällt"- und Schrödingers Katze Territorium? :/ Du hattest doch vor kurzem gelesen, dass ich ein kleines Herzleiden habe. Niemand kann den Ursprung hiervon bestätigen, keiner weiß was dies auslöst und wo dies ausgelöst wird.. alles was man weiß ist, dass da ein Symptom auf meinem EKG auftauchte. Bin ich nun zu 100 prozent gesund? Nein, denn wo ein Symptom ist, da schlummert irgendwo auch eine Erkrankung, die es hervorruft. Meine Herzgeschichte ist erst seit den frühen 80ern überhaupt bekannt und entsprechend in der Erforschung, ähnlich lange wie die tatsächlichen Gender-Studien.


    Seit bald 40 Jahren forscht man an dieser Krankheit, aber bis heute fand man weder eine Ursache, noch eine Therapiemöglichkeit dafür. Meine Krankheit kommt vom Herzen, und das funktioniert im Vergleich zum menschlichen Gehirn recht simpel. Unsere Selbstwahrnehmung dürfte sich in unseren Gehirnen bilden, und darin auf Ursachenforschung zu gehen ist weit schwieriger, als in sowas simplem wie einem Herzen.


    Außerdem darf man nicht vergessen, das medizinische Fortschritte nicht in Hollywood-Manier geschehen. Die meisten medizinischen Durchbrüche lassen Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte auf sich warten, siehe Krebs, HIV oder gar die Influenca, die wir selbst nach Jahrhunderten noch nicht in den Griff bekommen konnten. Medizinische Forschung braucht Zeit, Durchbrüche brauchen Zeit, und das nicht nur, weil die damit verbundenen Studien sehr zeitaufwändig sind.

  • Ich denke das Problem mit der Bezeichnung Krankheit basiert auf Abwertungen der "Phoben", die ja gerne solche Sachen von sich geben wie "Das ist doch Krank" als Synonym für "Das ist nicht normal", "Das darf nicht sein", "Das muss man verhindern/Ausrotten". Desweiteren werden Krankheiten nach wie vor oft als etwas wahrgenommen, das behoben werden muss, also ein Fehler ist, obgleich man manchmal einfach nur herausfinden muss, wie generell am Besten damit umzugehen ist.
    Die Problematik liegt meiner Meinung nach also nicht bei der wissenschaftlichen Definition, sondern bei der falschen Verwendung des Wortes Krankheit - von Leuten, die derlei tatsächlich als minderwertig ansehen.

    Auch ich bin der Meinung, dass Transgender ernst genommen und ihnen geholfen werden muss.
    Aber damit meine ich nicht, dass sie umdenken und sich im biologischen Körper wohlfühlen müssen, sondern einen Weg zu ihrem Glück finden sollen, sei es nun der biologische Körper oder tatsächlich eine Anpassung dessen an die eigene veränderte Selbstwahrnehmung und entsprechendes Verhalten des Umfeldes.
    Das halte ich für sehr schwer und vor allem von Fall zu Fall unterschiedlich zu handhaben. Kein Mensch gleicht einem anderen, kein Krankheitsbild kann zu 100% mit dem eines anderen Menschen verglichen werden und so sind auch keine Musterlösungen zur Handhabung zu suchen, auch wenn sich das manch einer wünschen mag.

    Der LGBTQ+Community gegenüber bin ich tatsächlich etwas kritisch eingestellt, denn auch ich bin der Meinung, dass sie mit einigen Parolen und Forderungen über die ziele hinausschießen und sich selber und das wofür sie stehen sollten viel zu sehr verallgemeinern. Natürlich sind auch ihre Mitglieder "normale Menschen", das bedeutet aber nicht, dass jeder zu sein hat, wie sie, oder die Suche nach den Ursachen aufgegeben werden sollte. Tatsächlich sollte jeder psychische und physische Zustand der Menschen weiter untersucht werden, was nichts mit Diskriminierung oder Hetze zu tun hat, nichts mit Austreibung oder dergleichen, sondern mit dem Drang, uns selber besser zu verstehen und schlimmes zu vermeiden, zum Beispiel Selbstmord. In diesem Punkt gehe ich mit Touma konform.

    Das war jetzt eine sehr komprimierte Antwort auf eine ausführliche und wirklich spannende Diskussion und ich möchte mich kurz dafür bedanken, dass dieses Thema eröffnet wurde und sich hier so offen darüber unterhalten werden kann =3

  • Ich selbst bin mittlerweile auch schon das ein oder andere Mal mit diesem Thema in Berührung gekommen, da sich Leute in meinem Bekanntenkreis als transsexuell oder nicht-heterosexuell geoutet haben. (Gibt es da einen guten Oberbegriff?)


    Im Folgenden werde ich das Wort Geschlecht für das biologische Geschlecht verwenden, das Wort Gender für das soziale Geschlecht.


    Ich (als Cis-Mann) stehe der Thematik teilweise jedoch etwas kritisch gegenüber.


    Fangen wir bei der Sexualität an: Es ist vollkommen normal, sich über seine Sexualität Gedanken zu machen. Ist es normal, auch Personen des eigenen Geschlechts das Label „attraktiv“ zu geben? Ich denke, solche Fragen stellen sich die meisten irgendwann. Früher wurde dies aus sozialen Zwängen heraus häufig eher unterdrückt, heute gehen - meist junge - Leute offener damit um. Doch auch wenn Questioning vollkommen normal ist, finde ich es etwas erschreckend, wie schnell sich manche das Label Bi(+)-sexuell geben. Ich finde es vollkommen in Ordnung, wenn jemand nicht heterosexuell ist. Aber bei manchen habe ich das Gefühl, ihr Label ist mehr Mode als Sein.


    Und nun zum Gender: Vielleicht sehe ich das falsch, aber in meinen Augen geht die ganze Gender-Geschichte zu großen Teilen in die falsche Richtung. Ich habe mir aus Interesse auch mal ein paar Coming-outs angeschaut. Man kann einen Großteil zugespitzt wie folgt zusammenfassen: „Meine Sexualität/mein Verhalten hat nicht der gesellschaftlichen Norm [=meiner Norm] von Mann/Frau entsprochen. Deshalb habe ich mich selbst ausgegrenzt und bezeichne mich nun als Trans.“

    In meinen Augen ist ein anderes Label nur ein Selbstbetrug. Viel eher sollten sich die Betroffenen überlegen, wie sehr sie selbst im Rollendenken stecken. Häufig ist nämlich genau das das Problem - sie werden ihrem eigenen Ideal ihres Geschlechts nicht gerecht und geben sich daraufhin ein anderes Gender als Label. Dabei bleiben dann natürlich auch die Selbstzweifel - wieso bin ich keine normale Frau? Und hier sehe ich es auch so, dass das gesellschaftlich nicht unterstützt werden sollte. Viel mehr sollte ein gesellschaftliches Klima geschaffen werden, in dem sich jeder Mensch so verhalten kann, wie er will ohne sein Geschlecht infrage stellen zu müssen. Eine Welt ohne Gender fände ich besser als eine mit sechzig verschiedenen, die größtenteils nur aufgrund von Rollenklischees existierten.