Schnee

  • Hallöchen ^^
    Ich veröffentliche dann auch mal meine erste Geschichte. Ich schreibe schon seitdem ich klein bin, und habe mir seit kurzem ein Blog für meine Geschichten zugelegt. HIER
    Ich werde wahrscheinlich aber bald zu einem anderen Anbieter wechseln. ;)
    Hier ist nun eine ausgewählte Geschichte von mir. Ich finde sie bis jetzt am besten. Und Achtung! Sie ist sehr traurig. Ich hoffe trotzdem, dass sie euch gefällt. Bitte schreibt mir doch, was ich besser machen könnte, und was gut war.
    So, und nun viel Spaß beim lesen.
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    Schnee
    "Mami, Mami. Es schneit!", schrie ich aufgeregt. Meine Mutter packte mich an meine Hüften und zog mich zu sich hoch, damit ich aus dem Fenster sehen konnte. Ich beobachtete aufmerksam, wie der Schnee samtweich auf den Boden fiel. "Ich will nach draußen gehen, Mama! Ich will Schneemänner bauen..und Schneeschlachten machen, wie meine Freunde!", meine Augen wurden bei der Idee schon ganz groß. Ich hörte meine Mutter seufzen. Sie setze mich wieder auf den Boden, und kniete sich vor mir, um mir direkt in die Augen zu sehen. "Du weißt doch, dass das nicht geht.", sagte sie leise. Ihre Stimme zitterte und ihre Augen wurden feucht. Ich merkte, dass Mama gleich wieder wegrennen würde, damit ich nicht ihre Tränen sehen kann. Ich wischte ihre Tränen aus den Augen und umarmte sie mit all der Kraft, die ich noch besaß. "Ich weiß.", sagte ich langsam. Ich wollte es entschlossen sagen, doch auch ich merkte, wie mir die Worte im Mund stecken blieben. "Aber nächstes Jahr...da werde ich bestimmt gesund sein! Dann werde ich mit dir und Papa Schlitten fahren, und mit meinen Freunden Schneeschlachten machen, und ganz viel Spaß haben.", ich hörte sie laut schluchzen. "Ich werde wieder gesund, Mama!", sagte ich entschlossen und entzog mich aus der Umarmung. Ich sah ihr mit all meiner Entschlossenheit in ihre Augen. "Ich werde nicht mehr zulassen, dass du wegen mir weinen musst.", sagte ich und lächelte. Sie nickte. Am Abend, als sie mir zum einschlafen die Geschichte von Winnie Puh vorlas, ging es mir wieder schlechter. Mir war so warm, und ich musste viel husten. Ich nahm ihr das Buch aus der Hand. "Für heute reicht es.", sagte ich. "Aber du willst doch so gerne das Ende noch wissen.", erwiderte meine Mutter. "Genau. Deswegen wirst du mir auch morgen weiter vorlesen. Und übermorgen. Und den Tag nach übermorgen.", sagte ich. Meine Mutter konnte ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. "Mama, wein doch bitte nicht.", sagte ich traurig. "Ich verstehe es einfach nicht. Du bist noch so jung. So etwas darf einfach nicht passieren! Warum?", das letzte Wort schluchzte sie nur noch raus. Sie vergrub ihr Gesicht in meine Bettdecke. Ich tätschelte ihren Kopf. "Ich werde bestimmt wieder gesund. Und wenn nicht, dann muss ich das akzeptieren. Mir wurde vielleicht einfach nicht soviel Zeit auf dieser Welt geschenkt, wie anderen. Aber dafür habe ich eine tolle Zeit hier. Ich habe eine gute Mutter, die immer für mich da ist. Jeden Tag Essen, und jeden Tag kommen Freunde mich besuchen. Und am Abend ließt du mir vor, bis ich einschlafe.", sagte ich und musste lachen. "Aber das Leben fängt doch erst gerade an. Du kannst doch nicht jetzt schon gehen.", sprach meine Mutter in die Bettdecke. "Nein, mein Leben hat schon früher angefangen, und wird dafür schon früher enden. Aber immerhin durfte ich überhaupt auf dieser Welt leben. Dafür bin ich sehr dankbar. Danke, dass du mich auf die Welt gebracht hast, Mama! Ich hab dich ganz doll lieb.", sagte ich. Meine Mutter hebte ihren Kopf hoch und umarmte mich. "Ich liebe dich auch! Ich liebe dich, und werde dich immer lieben!", sagte sie und atmete laut auf. Ich spürte ihre Tränen auf mein Pyjama fließen. "Ich weiß.", sagte ich und schloss meine Augen.