Literatur und die Schule?

  • Hallo zusammen!


    Da wir ja hier einen schönen Literaturbereich haben, dachte ich mir einfach mal - ich mach ein neues Fass auf!


    Literatur und Schule? Kennt glaube ich jeder. Wer hatte nicht in der Schule mit der hoch gelobten Literatur von Brecht und anderen zu tun? Aber was haltet ihr denn überhaupt vom Themenbereich Literatur in der Schule? Was war / ist gut, was nicht? Warum lest ihr? Hat das was mit der Schule zu tun oder eher nicht?


    Und was mich als angehende Lehrerin besonders interessiert: Wie kann man denn Literatur für Schüler angenehm mit dem Schulalltag verbinden? Ist das überhaupt möglich?


    Ich würde mich sehr über viele Antworten freuen =)

    In meinem Kopf sind Spiegelscherben
    Taumelnd stürz ich ins Verderben
    Zwischen Tod und Ewigleben,
    muss es etwas Drittes geben

  • Literatur und Schule... ich werd mich jetzt mal nur auf den Deutschunterricht beziehen wie ich ihn erlebt hab.


    Also das erste Buch das wir gelesen haben war „Krabat“ von Otfried Preußler. Danach kamen lange Zeit nur noch diese dünnen gelben Büchlein... ich glaube jeder weiß wovon die Rede ist. Und... ich habe vor der Zwölften keines davon gelesen. Ich lese gern, ja, aber in die Büchlein bin ich einfach nicht rein gekommen.


    In 12/13 hab ich dann wenigstens drei der Bücher gelesen die wir lesen sollten. Das waren Kafkas „Process“, Dürrematts „Besuch der alten Dame“ und Beckers „Bronsteinst Kinder“. In „Kohlhaas“ bin ich dagegen überhaupt nicht rein gekommen. Es gibt allerdings auch Schüler bei denen es anders herum war und das beim gleichen Lehrer.
    Dazu muss ich allerdings sagen, dass es bei mir so war, dass ich besser in den Tests über Bücher war wenn ich mir die Zusammenfassung durchgelesen habe als wenn ich das Buch gelesen hab. Und das ging fast allen Schülern so.
    Also anders ausgedrückt: Die meisten guten Arbeiten/Tests über Bücher entstehen durch gutes Lesen der Inhaltsangaben im Internet und nicht durch Buchkenntnis.


    Ansonsten... ich kann Dir leider auch nicht sagen wie man die Bücher den Schülern schmackhaft machen kann. Eine Idee wäre vielleicht, andere Bücher zu wählen.

    Falls Fragen zu Themen wie der Beitragserstellung bestehen kann man sich gerne an mich wenden :)


  • naja, "besuch der alten dame" "bronsteins kinder" hat ich auch mal... das wa' in der realschule 8. und 9. klasse. Hielt sich in grenzen, aber die krönung wa "die entdeckung der langsamkeit" jetzt in der Fachhochschulreife... also ich glaube das problem ist einfach das die gleich als schullektüren gelten und so von anfang an eher unangenehm dastehen^^ ne image sache. Fand die Literatur... okay. bin schon froh das ich nicht 6 jahre in der realschule nachkriegs romane lesen musste, das ging ja vielen so. ich für meinen teil bin froh das ich jetzt nichtmehr in der schule lesen muss. Ich hab nix gegens lesen, aber mich hat noch nie n' Buch wirklich gefesselt, vielleicht ist es einfach nicht so meine sache...

  • also wir haben früher einmal bitterschokolade gelesen und dann noch boot camp. zu beiden kann ich nur sagen aehr gute bücher obwohl das erstte manchmal bisschen ekelhaft war da deatailiert geschrieben wurde wie sie essen zu sich nimmt und das kann echt übelkeit verursachen xD und boot camp ist ein sehr gutes buch das sogar jeder in meiner klasse es gern gelesen hat und auch so kenn ich viele die es aehr gerne lesen.

  • Ich kann nur sagen,was ich aus meiner Schulzeit in Erinnerung hab.
    Wir hatten Kabale und Liebe, Teile aus Dr. Faust u den Schimmelreiter,ich bin mit keinem davon (besonders dem Schimmelreiter) warm geworden,weil ich einfach lieber die Texte aus der heutigen Zeit lese u ich auch zu den Leuten wie Kuh-Chan gehöre,die mit ne Zusammenfassung mehr anfangen können als mit dem eig Buch.


    Einzige Ausnahme war bei mir Die Wolke,was ich auch heute ganz gerne lese,weils einfach gutes u vor allem verständliches Buch ist u was ich in der Schule vermisst hab /dort gern gelesen u etwas darüber geschrieben hätte,war Die Kinder von Bahnhofszoo (hoffe,ich irre mich nicht,ich meine das Buch mit dem Mädchen u ihren Drogenproblemen),weil es einfach sehr gut in die heutige Zeit passt u sich mit aktuellen Themen wie den Drogen auseinandersetzt.


    Mein Fazit ist also,das zeitgemäße Themen wie Mobbing,Drogen usw. wohl eher auf Interesse stoßen,als die "uralt Sachen",wo soviele Vorurteile vorhanden sind.

  • Also finden die meisten hier, dass viel von der Literatur in der Schule einfach langweilig war?


    Dummer Weise muss ich euch da leider auch recht geben! Ich mochte selten eines der Bücher in der Schule wirklich leiden. Zur Verteidigung der Lehrer muss ich jedoch sagen, dass sie sich das nicht immer so frei wählen dürfen. Eigentlich schade. Man könne viel bessere Leseförderung betreiben, wenn man Literatur auswählt, die den Schülern gefällt.


    Ich für meinen Teil habe - bis auf ein einziges Mal - pflichtergeben sämtliche Schullektüren vernichtet und muss sagen, dass ich damit zumeist auch gut gefahren bin. Es gab sogar ein Buch (was mich nebenbei aber auch selbst interessiert hat), das mir dazu verhalf Klassenbeste zu werden. Aber bei der einen Ausnahme hat es dennoch für eine gute 2 gereicht, dass ich mich nur mit dem Textschlüssel beschäftigt habe.


    Fakt ist, dass Literatur untrennbar mit dem Schulalltag verbunden ist, Schüler sollen "gute" Bücher lesen. Aber es wäre vermutlich erstmal besser, dass sie überhaupt ans Lesen kommen. Weil nur schwere Kost, das wird wohl auch nicht helfen. Aber reine leichte Lektüre ist vielleicht auch für den Schulalltag zu flach. Ich denke es ist da sehr wichtig eine gute Balance zu finden.


    Ich persönlich hatte nicht mit schwirigen Klassikern wie Goethe und Co zu kämpfen, da ich nur auf einer Realschule war und mein Abi über das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung absolviert habe. Wir haben höchstens Brecht gelesen. Es war also eine Mischung aus mal besseren, mal schlechteren Werken. Aber leider hat mich das oft eher weniger bewogen zu lesen.


    Kuh-Chan : Ja, ich habe mich übrigens hauptsächlich auf den Deutschunterricht bezogen.


    Nun frage ich mich auch noch: Hat die Schule dazu beigetragen, dass ihr LUST am Lesen entdeckt habt? Vermutlich eher nicht. Warum lest ihr denn dann?

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  • Was mir persönlich sehr gefehlt hat u in anderen Ländern häufiger gemacht wird,ist ein selbst gewältest Buch zb zu interpretieren,Zusammenfassung usw darauf auf freiwilliger Basis ne gute Note zu bekommen.
    Etwas das einen interssiert,wirds es bestimmt leichter machen sowas zu tun als die in der Schule vorgegebene Literatur.
    Langweilig nein,nur wenn man zb bei Dr.Faust jedes mal die Stelle wo er Mephiostoles ruft immer u immer interpretieren muss u das von 7 bis zur 10 Klasse durchgehend jedes Jahr nervt es nur noch....was aber auch bei mir ständigen Lehrerwechsel lag (jedes Jahr in dem Fach wen anders *Kopf auf den Tisch hau*).


    Was mich zum lesen bewogen hat?
    Hm,nun ja ich hab mich mit allem beschäftigt,was mir in die Hand gedrückt wurd,auch den Büchern u i-wann bin ich selbst losgzogen mir neuen Lesestoff zu besorgen,weil ich halt gerne in Welten abtauche^^

  • Hmm... ein Buch selbst wählen ist auch so eine Sache. Ich kenne - leider - auch Leute die noch nie ein Buch in der Hand hatten. Also außerhalb der Schule.
    Trotzdem wäre das ein interessanter Ansatz. Nur wüsste ich glaub auch nicht wirklich was ich nehmen sollte... gibt so viele gute Bücher xD Vielleicht ja so etwas wie „Spieltrieb“ von Juli Zeh, dann hätte man auch mal deutsche Literatur damit abgedeckt.


    Warum ich lese... keine Ahnung. Warum atme ich?
    Nein, ich glaub angefangen hab ich früher mit so Kinderbüchern die mehr aus Bildern als aus Text bestehen. „Robin Hood“ und vieles, vieles mehr. Und ja... irgendwann kamen dann auch richtige Bücher. „Nils Holgerson“, „Momo“, ... immer mehr eben. Auch mal aus der Stadtbücherei welche.
    Ich les einfach gerne xD

    Falls Fragen zu Themen wie der Beitragserstellung bestehen kann man sich gerne an mich wenden :)


  • Ich glaube von den ganzen Lektüren, die wir im Unterreicht gelesen haben, habe ich in Wirklichkeit nur 2 Bücher 'gelesen' Das war zum einen "Faust I" und "Emilia Galotti" ! Ich weiß nicht, aber die zwei haben mich inhaltlich wirklich angesprochen, obwohl ich den Schreibstil einfach nicht leiden kann. Alle anderen gewählten Bücher waren einfach nicht von Interesse und wenn es darum ging eine Schularbeit zu schreiben, dann habe ich die Schlüssellektüre einfach durchgepaukt und das war es. Ging schneller, normales Deutsch und keine Plage.


    Wir leben in der Modernen Zeit, man kann ruhig mal auch Moderne Werke lesen. Schließlich schreibt keiner mehr in dem Wirrwarr und es wird auch im weiteren Leben nicht helfen. Mal hin und wieder so eine alte Lektüre schadet sicherlich nicht für einen Einblick, aber es wird absolut übertrieben. Die Idee mit einem selbst gewählten Buch finde ich gar nicht so schlecht, wobei man bedenken muss welche Aufgabenstellung dahinter steht. Wenn man das Ganze interpretieren soll u.ä. hat die Lehrerin natürlich auch die Arbeit alle 26 Bücher zu durchforsten. Evtl. könnte man ja 3 Bücher zur Verfügung stellen und die Schüler können es sich aussuchen.


    Das Lesen sollte man schon nicht ganz außer Acht lassen. Wenn man sich anhört, wie manche Leute einen Satz vorlesen oder Sätze bilden... da würde ein wenig Bücher lesen echt helfen. Einfach nur ein wenig anders den Unterricht im Hinblick Literatur gestalten, damit man ein bisschen mehr den Geschmack der Schüler trifft. Der Unterricht ist schließlich nur so langweilig, wie der Stoff und das Engagement der Schüler ist. Das man nicht alle Schüler befriedigen kann, ist ja auch nicht die Aufgabe, aber evtl. bekommt man den ein oder anderen doch dazu bewegt mal ein Buch in die Hand zu nehmen.

    MfG
    Etwas abwesend wegen Arbeit/Studium


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