Neuer Planetentypus: "Hubble" enthüllt ferne Wasserwelt


  • Cambridge - Die Suche nach Wasser in den entfernten Weiten des Alls
    außerhalb unseres Sonnensystems beschäftigt seit je die
    Extraterrestriker. Jetzt haben Beobachtungen des Nasa-Weltraumteleskops
    "Hubble" bestätigt, dass die dicke, dampfende Atmosphäre des Planeten
    GJ 1214b aus Wasser besteht - und er damit einem neuartigen
    Planetentypus angehört.



    "GJ 1214b ist wie kein anderer Planet, den wir kennen", sagt der
    Wissenschaftler Zachory Berta vom Harvard-Smithsonian Center for
    Astrophysics (CfA) in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts laut einer Pressemitteilung,
    die gemeinsam mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa herausgegeben wurde.
    Beobachtungen mittels "Hubble"-Teleskop hätten ihm und seinem Team
    gezeigt, dass ein großer Teil der Planetenmasse aus Wasser bestehe.


    Die Hitze auf dem Planeten lasse außerdem darauf schließen, dass es
    dort fremdartige Stoffe geben könnte. "Die hohen Temperaturen und der
    hohe Druck könnten exotische Materialien hervorbringen, etwa 'heißes
    Eis' oder 'supraflüssiges Wasser' - Substanzen, die unserer
    Alltagserfahrung vollkommen fremd sind," sagte Berta.



    Bereits im Jahr 2010 hatten der CfA-Forscher Jacob Bean und sein Team
    die Atmosphäre von GJ 1214b vermessen und daraufhin Vermutungen
    angestellt, dass der Exoplanet hauptsächlich aus Wasser bestehen könnte.
    Die Hypothese blieb damals allerdings unbestätigt, denn die
    Beobachtungen hätten sich auch auf eine Dunstglocke in der planetaren
    Atmosphäre zurückführen lassen können.




    Auf der Suche nach der Infrarot-Farbe des Sonnenuntergangs




    Berta und seinen Forscherkollegen gelang es laut der Mitteilung nun, den Exoplaneten
    zu beobachten, während er vor seinem Heimatstern - einem Roten Zwerg -
    entlang zog, den er alle 38 Stunden in einer mittleren Entfernung von
    rund zwei Millionen Kilometern umkreist. Während des Transits wird das
    Licht des Sterns von der planetaren Atmosphäre gefiltert, Beobachtungen
    in dieser Phase können Hinweise auf die Mischung der Gase auf GJ 1214b
    geben.


    Dunst erscheint im Infrarotlicht transparenter als im sichtbaren
    Licht. Deshalb helfen die "Hubble"-Beobachtungen dabei, den Unterschied
    zwischen einer dampfenden und einer dunstigen Atmosphäre zu erkennen.



    "Wir benutzen 'Hubble', um die Infrarot-Farbe des Sonnenuntergangs auf
    dieser Welt zu messen," erklärte Berta. Die Forscher setzen dafür eine
    spezielle Infrarotkamera des "Hubble"-Teleskops ein, die "Wide Field
    Camera 3" (WFC3).


    Der extrasolare Himmelskörper GJ 1214b ist größer als die Erde, aber
    kleiner als Gasgiganten wie der Jupiter: Der Durchmesser der Super-Erde
    ist etwa 2,7-mal so groß wie der unserer Welt; sie ist siebenmal so
    schwer. Der Exoplanet wurde im Jahr 2009 von den Wissenschaftlern um den
    CfA-Forscher David Charbonneau entdeckt, er liegt 40 Lichtjahre von der
    Erde entfernt.



    Unser Sonnensystem besteht vor allem aus drei Planetentypen: felsigen, erdähnliche Welten (Merkur, Venus, Erde und Mars), Gasgiganten (Jupiter und Saturn) und Eisgiganten (Uranus und Neptun).
    Die aktuellen "Hubble"-Beobachtungen zur sogenannten Super-Erde GJ
    1214b fügen laut CfA-Mitteilung dieser Typologie nun eine weitere Klasse
    hinzu.


    Sehr interessant wie ich finde. Was wohl für Kreaturen dort leben könnten...


    Quelle: http://www.spiegel.de/wissensc…all/0,1518,816771,00.html