Nevermind!

  • 1. Kapitel
    Die Begegnung


    Ich habe schon vieles in meiner Schule erlebt. Liebesgeschichten, die ganz schnell wieder aufhörten und mit anderen Personen begannen. Drogenprobleme, die mit der Klinik oder dem Tod endeten. Borderliner hier, Misshandlungen da und ab und zu eine Prügelei. Doch das hier ist wohl das schrecklichste, was mir an dieser Schule passieren konnte. Es war einfach absurd, dass dieses Erlebnis ausgerechnet mich treffen sollte, und in so einer Schule wie dieser. Tolerant sind die Menschen hier nämlich nicht besonders. Und ich war auch niemand, die anderen den Segen dafür geben würde. Es war einfach uncool. Nicht, dass ich zu den coolen gehören würde. Nein. Aber ich war auch nicht bei den Loosern. Ich war unsichtbar. Ich versuchte mich aus allem rauszuhalten, möglichst wenig Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen und bloß nicht in den Fängen der Zicken zu kommen. Es begann nun also, dass, was ich nie wollte. Ein Leben voller Aufmerksamkeit.
    "Ich bin dann mal weg!"
    "Viel Spaß meine Süße", meine Mutter gab mir einen Kuss auf die Stirn.
    Ich verdrehte die Augen, nahm meinen Rucksack und warf ihn auf meine Schulter. Mit meinen viel zu langen Ärmeln, meines Männerhemdes wischte ich über den Punkt, wo ihre Lippen mich berührt hatten. Sie war einfach viel zu aufdringlich und zu positiv. Ganz im Gegensatz zu mir. Ich war meist mies drauf, wollte meine Ruhe haben und mied den Kontakt mit solchen Leuten wie meine liebe Mutter. Allgemein mied ich den Kontakt mit anderen. Ich wollte einfach nur alleine sein.
    Ich war gerade durch das eiserne Tor zu Schule gegangen, als ich sie auch schon hörte. Ihre Stimme war ruhig und lieblich. Ich spürte einen Satz in der Magengegend, als diese Stimme nah neben mir ertönte. Ich drehte mich zu ihr um und sah ein Mädchen. Es war ungefähr in meinem Alter, mit goldenen Haaren, die kein Ende hatten. Leicht gelockt und mit einem Haarband zurückgebunden. Sie trug die selbe Schuluniform wie ich, doch sah sie in ihr viel perfekter aus, als manch anderes Mädchen an dieser Schule. Die Unform betonte ihre perfekte Figur noch perfekter und der kurze Rock ließ einige Blicke von den Jungen hier auf sich ziehen.
    Ich blinzelte kurz und fragte: „Was gibt’s?“
    Ich versuchte mich zusammen zu reißen. Kurze Sätze waren die besten, dann konnte man sich nicht zu sehr verhaspeln oder anfangen zu stottern. Ich war sowieso kein Mensch der großen Worte. Und wieso sollte sie mich auch einschüchtern. Sie war nur ein Mädchen. Ein hübsches, ja. Aber was sollte mich das interessieren? Also sah ich sie standhaft an und versuchte ihr ohne zu blinzeln in die Augen zu schauen.
    „Ich bin neu.“
    Mein Magen machte wieder einen Hüpfer. Natürlich war sie das. Dieses Mädchen wäre mir sonst schon längst aufgefallen. Jemand wie ich war eine Beobachterin. Ich redete mit niemandem, ging jedem aus dem Weg und beobachtete alle. Ich kannte jedem beim Namen und wusste, wie jeder Aussah. Ich kannte alle Geheimnisse und wusste über alles bescheid. Das half dabei, Gerüchte über einen selbst zu verhindern.
    „Und was willst du jetzt von mir?“
    Ich musste so schroff sein. Kaum kommt so ein Mädchen und ich soll mein Image über Board werfen? Nein! Ich musste stand halten und mir nichts anmerken lassen. Wahrscheinlich war sie nur wieder so eine Zicke, die unbedingt hübsch sein möchte und den Jungs gefallen. Würg. So etwas kotzt mich an.
    „Ich dachte, da du in meine Klasse gehst, dass du mich an meinem ersten Tag rumführen könntest.“
    Und da spricht die mich an? Jahrelang ging ich alleine über den Schulhof, aß alleine und saß auch in der Klasse ganz hinten alleine. Niemand beachtete mich. Niemand wollte mich. Und ausgerechnet die Neue, die mich nicht kennt und mich noch weniger beachten sollte, als alle anderen stellt sich einfach so neben mich und belästigt mich damit ihr Reiseführer zu sein.
    „Nein!“
    Mehr konnte ich nicht sagen. Bei ihr versagte einfach meine Stimme und mein Magen gab mir einen Tritt, als ich diese patzige Antwort gab. Wenn ich jetzt hier stehen bleiben würde, würde ich mich vielleicht anders entscheiden. Also drehte ich mich einfach um und ging weiter Richtung Schule. Ich flüchtete mich in das alte Gebäude. Drin umringte mich wieder die vertraute Unaufmerksamkeit. Die vielen Schüler, die an ihren Spinnten standen und miteinander quatschten, flirteten und fiese Blicke den nicht so coolen Mitschülern zu warfen. Und keiner von ihnen würdigte mich eines Blickes. Es war wundervoll. Die Hand auf meiner Schulter kam sehr unerwartet und erschreckte mich zu Tode. Ich drehte mich um, um zu schauen, wer mich von hinten angrabschte. Wieder ein Schlag in den Magen. Es war wieder dieses blonde Mädchen. Verfolgte sie mich? Langsam litt ich an Verfolgungswahn. Sie löste die Hand von mir und starrte mich an. Mit fragendem und bestimmt auch etwas genervtem Ausdruck starrte ich zurück. Ich zog an meinem Gurt vom Rucksack, der etwas von der Schulter gerutscht war.
    „Was willst du denn noch?“, stöhnte ich echt genervt.
    Das Mädchen starrte immer noch ziemlich doof, aber echt niedlich drein. Mein Güte, was dachte ich da bloß. Als würde ich auf Mädchen abfahren. Ich kicherte innerlich. Ich fuhr ja nicht mal auf Männer ab. Ich richtete meine Gedanken wieder auf sie und wartete, bis endlich ein Wort aus ihr raus kam. Würde dies in wenigen Sekunden nicht geschehen, drehte ich mich wieder um und ließe sie alleine dort stehen.
    „Wieso willst du mir nicht helfen?“, kam es endlich aus ihr raus.
    Ich war verdutzt. Sollte ich ihr jetzt tatsächlich an den Kopf werfen, dass ich keine Lust habe. Ich könnte noch ein, es hat nichts mit dir zu tun, hinten dran hängen. Dann käme es wohl nicht so hart rüber. Doch was ich sagte überraschte selbst mich.
    „Ich bin einfach nicht die Richtige dafür. Mit den anderen wärst du besser dran“, ich deutete auf eine Oberzicke aus meiner Klasse, die schräg neben uns an ihrem Spinnt stand und freizügig mit einem älteren Jungen flirtete. Dann drehte ich mich wieder um und ging in Richtung unseres Klassenraumes. Da lief das Mädchen doch tatsächlich neben mir her. Vielleicht hätte ich doch deutlicher sein sollen.
    „Was ist? Wir müssen doch in die selbe Klasse“, sagte sie.
    Ich stöhnte. Da hatte sie recht. Wir hatten den selben Weg und so hatte sie das Recht mir hinterher zu laufen. Womit hatte ich das verdient. Sah ich denn so aus, als würde ich gerne Gesellschaft haben? Ich hatte auch die Schuluniform an. Aber davon sah man nicht mehr viel, da ich ein übergroßes Männerhemd drüber trug. Es war ein echtes Holzfällerhemd, wie es die starken Männer trugen. Es ging mir fast bis zu den Knien und hin Meterlang über meine Hände. Ich war weder geschminkt, noch bekomme ich es hin, meine schwarzen kurzen Haare zu bändigen. Ich trug normale Turnschuhe und Ringelsocken. Mir gefiel es so. Diese Uniformen engten mich einfach ein.
    Als wir in die Klasse kamen, war noch niemand da. Ich kam gerne zu früh, um mich auf meinem Platz in Ruhe breit zu machen. Während ich mich hinsetzte und meine Tasche auf den Tisch legte stand das Mädchen vorne an der Tafel rum und wusste wohl nichts mit sich anzufangen. Ich überlegte gerade, ob es schlau wäre ein Gespräch mit ihr anzufangen, als die Schulglocke ertönte und massenweise Schüler hineinströmten. Sie waren alle auf ihren Plätzen, als Mr. Li hineinkam und die Klasse zur Ruhe zwang. Da fiel es mir auf. Mein Magen bekam ein kribbeln und einen Tritt zu gleich, als ich bemerkte, dass neben mir der einzig freie Platz war. Oh meine Güte! Sie wird hier sitzen müssen, nachdem ich so gemein war. Was daraus wohl werden wird.
    Der Lehrer stellte sie vor.
    „Das ist Miu.“
    Ich schnaubte. Typisch, ein niedlicher Name gleich ein niedliches Mädchen. Hier passte echt alles zusammen. Erst jetzt merkte ich, dass mich alle anstarrten. Mein Schnauben war wohl etwas zu laut. Ich schaute aus dem Fenster. Die sollen sich mal nicht so anstellen. Ich schaltete das Gerede des Lehrers aus und versuchte die Blicke zu ignorieren. Da setzte sich jemand zu mir. Ich hatte es geahnt. Sie musste natürlich neben mir sitzen. Man konnte schließlich nicht extra einen Tisch für sie alleine hier rein stellen, nur weil ich meine Ruhe haben wollte. Ich schaute nicht zu ihr hin. Sie sollte bloß nicht denken, dass ich mich für sie interessieren würde.
    „Da sehen wir uns ja doch wieder!“
    Und sie tat es doch. Entnervt drehte ich langsam meinen Kopf zu ihr. Ich schaute sie, den Kopf auf meiner Hand gestützt, von unten an und schaute sie mir noch mal genau an. Wie konnte man nur so gut aussehen? Was dachte ich denn da? Mochte ich sie etwa? Nein! Ganz sicher nicht. Ich mochte niemanden. Ich war eine Einzelgängerin, ein Mädchen, das gerne alleine war. Rezukami war ganz sicher kein geselliger Mensch.
    „Ach echt? Schön“, erwiderte ich sarkastisch.
    Miu schwieg. Vielleicht hatte es ihr endlich die Sprache verschlagen. Wäre schön, wenn es so wäre. Ich wollte mich gerade wieder wegdrehen, da öffnete sie den Mund.
    „Ich finde dich echt nett.“
    Was? Jetzt war alles klar, sie war eine Geisteskranke. Gut, dann haben wir das ja geklärt. Es war wohl das Beste einfach zu nicken und mich langsam von ihr entfernen und den Rest der Stunde aus dem Fenster zu starren. Dann würde sie mich schon nicht fressen wollen.
    „Erstaunt dich das, dass ich das gesagt habe?“, sagte sie selbstsicher.
    „Erstaunen? Es macht mir Angst“, meinte ich übertrieben gespielt.
    Da redete diese Miu ganz ruhig weiter: „Es würde mich echt freuen, wenn du mich nicht die ganze Zeit beobachten würdest. Oder hab ich was im Gesicht?“
    Ich sie beobachten? Jetzt hackt es oder was? Wie kam sie darauf, dass ich sie beobachten würde. Das tat ich gar nicht. Mitten in meiner innerlichen Aufruhr kamen Bilder rein, die mir das Gegenteil bewiesen. Vom ersten Augenblick an, als ich sie das erste mal sah, hatte ich sie nie aus den Augen gelassen. Zuerst hatte ich sie von oben bis unten begafft, dann war ich im Flur der Schule extra langsamer gegangen, damit sie mir nachkommen konnte und als sie vorne beim Lehrer stand musste ich mich richtig zwingen sie nicht anzustarren, wie ein dämlicher Depp. Und dann immer diese Gefühle in der Magengegend. Aber wieso fühlte ich so? Naja, sie sah natürlich gut aus, aber ich war ja nicht lesbisch oder so. Soweit würde es nicht kommen. Und schon gar nicht auf so einer Schule wie dieser.
    Zur Erklärung. Hier war mal eine, die hatte sich doch tatsächlich geoutet, dass sie lesbisch ist, indem sie der beliebtesten Schülerin hier gestand, dass sie sie liebte. Das gab ein riesen Tumult und 2 Wochen später hatte sie die Schule gewechselt. Mit ein paar blauen Flecken. So ging man also mit Lesben auf unserer Schule um. Und ich war auch nicht eine, die der Lesbe in irgendeiner Art geholfen hatte. Ich schäme mich nicht dafür. Ich war halt so. Sollten sie doch alle auf sie rumgehackt haben, ich halte mich aus allem raus.
    Das war nun der Grund, weshalb es hier niemand mehr wagen würde lesbisch oder noch schlimmer schwul zu sein. Ich hatte auch noch nie das Bedürfnis mich einer Frau zu nähern. Wieso sollte es auf einmal anders sein. Ich erklärte mir das so, dass sie einfach ein beeindruckendes Mädchen war. Miu hatte halt etwas an sich, was man mögen musste. Das musste es sein. Und ich würde es unterdrücken und bald ganz von mir ablegen, so wie ich auch alles andere unterdrückt und abgelegt hatte, was mich in irgendeiner Art freundlich werden lassen konnte.
    „Ich glaube du bist verrückt? Ich habe dich sicherlich nie beobachtet.“
    Ich schnaubte verächtlich und den Rest der Stunde verbrachte ich damit sie auszublenden und den Lehrer zu überhören. Nach der Stunde war ich so schnell aus der Klasse verschwunden, dass Miu keine Zeit hatte mich noch einmal anzusprechen. Die sollte bloß von mir fern bleiben. Sie hatte meinen Tag schon genug durcheinander gebracht, dabei hatte er nicht mal wirklich angefangen. Ich überstand den Tag in der Schule neben ihr und wir wechselten keine Worte mehr. Was sich jedoch änderte, als ich über den Schulhof ging um meinen Weg nach Hause anzutreten.
    „Warte kurz, Rezu.“
    Ich hörte ihre liebliche Stimme hinter mir und blieb abrupt stehen. Mein Magen machte einen riesen Hüpfer und ich hasste ihn dafür. Miu holte mich ein und ich ging mit ihr an meiner Seite weiter. Zuerst schwiegen wir, bis sie den Mund als erste aufmachte.
    „Ich weiß nicht, was dein Problem ist, und ich möchte dich auch nicht mit Fragen belästigen, doch ich finde dich süß.“
    Süß? Wie meinte sie das? Meinte sie süß, wie ein kleines Mädchen, das einfach niedlich war. Oder süß, wie heiß und zum anbeißen? Sie sprach weiter.
    „Ich möchte mit dir befreundet sein und mehr über dich erfahren.“
    „Da stehst du aber alleine da. Ich hab echt kein Bock auf so etwas. Verzieh dich.“
    Sie blieb stehen und schaute verblüfft. Ich ging einfach weiter, beschleunigte meine Schritte sogar. Miu kam mir nicht mehr nach. Vielleicht hatte ich sie endgültig vertrieben. Konnte sie mich nicht einfach in ruhe lassen?
    Wie immer am Nachmittag vorm Wochenende lag ich auf meinem Bett und starrte die Decke an. Alle anderen machten sich spätestens jetzt Gedanken darüber, was sie am Wochenende machen konnten. Ich lag immer nur da und genoss die Einsamkeit. Ich konnte es mir nicht leisten Freunde zu haben. Selbst wenn ich wollte dürfte ich mich nicht darauf einlassen. Schlimm genug, dass meine Mutter noch bei mir war. Es machte mich fertig. Konnte sie nicht auch einfach verschwinden?
    „Süße? Du hast besuch.“
    Die Tür hatte sich geöffnet und meine Mutter schielte herein. Besuch für mich? Da schob sich ein Mädchen an ihr vorbei. Miu. Ich stöhnte und ließ mich wieder auf mein Bett fallen. Was wollte die denn hier? Meine Mutter schloss die Tür wieder.
    „Was willst du?“, fragte ich.
    Miu sagte nicht und ging um das Bett herum, bis sie am Fenster stand und hinaus schaute. Ich drehte den Kopf zu ihr. Sie war wirklich wunderschön. Ihr langen, blonden Haare, die wunderschöne blasse Haut, die Augen. Groß und lieblich und… Ich setzte mich sofort auf und wich zurück. Ich drückte mich an die Wand mit der Tür und ging in eine gebückte Haltung. Aus meiner Kehle kam ein tiefes Geräusch. Wie ein Knurren eines Wolfes und so hörte sich auch meine ängstliche Stimme an.
    „Wer bist du?“
    Miu drehte sich zu mir um und hatte ein süßes Lächeln auf dem Gesicht. Sie ging einen Schritt auf mich zu und ich knurrte noch einmal, doch ich war außer Stande zu flüchten. Irgendetwas hielt mich davon ab. Miu kam noch ein Schritt näher. Da passierte etwas in meinem kleinen Zimmer. Mein Atem hinterließ plötzlich kleine Wölkchen. Es wurde kühl, ja so kühl, das Frost an den Scheiben erschien.
    „Was machst du da?“
    Ich fror nicht. Denn ich war kein normaler Mensch. Genau so wenig wie dieses Ding in meinem Zimmer, das mit jedem Schritt näher kam. Die Raumtemperatur wurde wieder normal, als Miu nur noch zwei Schritte von mir weg war.
    „Du weißt ganz genau, was ich bin“, hauchte sie und kam noch näher. Sie stand so nah bei mir, dass sie eine Hand unter mein Kinn legen konnte und mich zwang aufrecht zu stehen. Nun berührten sich fast unsere Nasen. Mein Atem war schwer, während man ihren überhaupt nicht spürte. Wieso auch? Vampire brauchten keine Luft zum Atmen. Sie waren ja schon tot.
    „Jah, du weißt es. Du weißt es ganz genau. Und ich weiß auch was du bist.“
    Ja, das war mir klar. Und da wunderte es mich auch, dass sie mich noch nicht angegriffen hatte. Es war jetzt auch klar, wieso ich sie so anziehend fand. Vampire hatten einfach die Macht, wunderschön auszusehen. Engelsgleich.
    „Und was willst du jetzt hier?“
    „Eine gute Frage kleiner Hund“, ihre Stimme war wieder normal und sie drehte sich von mir weg und ging nun im Zimmer auf und ab. Hatte sie mich grad echt Hund genannt?
    „Ich habe vor hier zu wohnen“, sie machte eine Pause.
    Hier zu wohnen. Wieso das denn? Vampire waren eigentlich nicht die, die sich irgendwo dauerhaft niederließen. Sie rissen sich ein paar Menschen, um Blut zu bekommen und zogen dann weiter.
    „Ich möchte hier wohnen und kein Aufsehen erregen.“
    „Das bedeutet?“, fragte ich.
    „Das ich keinen Kampf mit dir möchte.“
    Sie blieb stehen und schaute wieder aus dem Fenster. Und schon wieder strahlte sie. Es war unbezahlbar sie so zu sehen. Ich entspannte mich und ging einen Schritt auf sie zu. Ich war wie hypnotisiert. Meine Augen waren geweitet und ich wollte nichts sehnlicher als sie in den Arm zu schließen. Miu erwiderte meinen Blick. Sie kniff die leeren Augen zusammen und ich wurde von den Beinen gerissen. Mit einem gedämpften Ton knallte ich gegen die Wand und sackte auf den Boden.
    „Woar, was war das?“
    Ich hielt meinen Kopf. Er tat echt höllisch weh, doch vom Aufprall konnte das nicht kommen. So schnell bekam ein Werwolf keine Kopfschmerzen. Ich stellte mich auf und wollte Miu anbrüllen, doch sie war weg. Das Fenster war geöffnet und frische Sommerluft wehte herein.
    „Rezukami, alles okay?“
    Meine Mutter hatte von unten gerufen. Wenn sie nur wüsste.


    Feedback