Nichts ist für immer

  • Ich stand neben dem Klassenzimmer mit meiner Freundin Sakura. In etwa 15 Minuten wird der Unterricht anfangen. Wir unterhielten uns über die verschiedensten Dinge. Miako kam auf uns zu. ,,kommen" war das falsche Wort, sie rannte praktisch schon. Miako hatte Tränen im Gesicht. Sie Brauchte nichts zu sagen, ihre Tränen waren Antwort genug. Ich rannte los! Ohne darauf zu achten dass die beiden mir folgten. Ich wusste nicht wohin ich rennen sollte, aber ich wusste dass meine Beine mich in die richtige Richtung führten. Ich rannte so schnell wie möglich. Den zweiten
    Stock herunter. Bei den letzten drei stufen sank ich auf den Boden.

    Miako und Sakura versuchten mir zu helfen, aber ich stand wieder auf bevor sie mich erreichten. Ich entdeckte, dass ich mir die Knie und den Ellbogen auf geschlürft habe, aber im Moment spürte ich keinen Schmerz. Vor dem Musiksaal blieb ich stehen.


    Vor mir hatte sich schon eine große Schülermenge gebildet. Ich zwang mich durch die Menge. Hier und dort hörte ich ein: ,, Hey! ”, aber ich achtete nicht darauf. Ich erreichte endlich die Tür des Zimmers. Sie stand offen. Im Raum sah es schrecklich aus. Eine Wand war mit roten Spritzern bedeckt. Ich brauchte ein paar Sekunden, biss ich begriff das, dass auf der Wand Blut war und nicht rote Farbe. Auf dem Boden lagen ein paar Stühle, und Tische standen quer im Raum herum. Doch auch auf den Stühlen und Tischen waren feine Blutspritzer zu erkennen. Ich konnte mich nicht mehr auf den Beinen halten. Ich fühlte mich plötzlich müde. Obwohl es erst morgens war, fühlte ich mich als wäre ich seit stunden wach. So viel ich auf meine knie. Erst jetzt spürte ich den Schmerz und auch erst jetzt bemerkte ich meine Tränen. Auf meinem T-Shirt waren ein paar große dunkle Flecken. Also musste ich schon die ganze Zeit geweint haben.
    Nach dem ich mich beruhigt habe, sah ich mich im Zimmer erst richtig um. Das Fenster stand offen und da neben ein Klavier. Die Notenblätter lagen zerstreut im Zimmer herum. Auf Manchen waren kleine Blutspuren und auf manch andere große neben der Tafel lag ein Laken. Unter dem befand sich das Opfer. Gleich daneben registrierte ich etwas braunes mit Schwanz und Ohren. Eine Katze, oder nein ein Hund. Beides war falsch
    Es war ein Wolf! Auf seinem Fell und seiner Schnauze klebte Blut. Momoko´s Blut. Ich schaute wieder zum Opfer unter´m Laken. Brachte ein Arm hervor. Am Handgelenk war ein Armband zu erkennen. Darauf waren zwei Buchstaben zu entziffern. Ein M, ein A und ein Notenschlüssel
    Das stand für ihren Namen: Momoko.
    Das A für meinen Namen: Akane.
    Der Notenschlüssel spiegelte ihre Leidenschaft für Musik. Auf dem Notenschlüssel war ein grüner Stein angebracht, ihr Glücksbringer. Ich wusste das alles, weil ich das Gleiche Armband habe. Es war ein Zeichen unserer Freundschaft. So wie Momoko lag, wusste ich das der Wolf vom Wald hier hoch ins Internat gekommen sein. Da das Fenster offen ist, nehme ich an dass der Wolf die arme Momoko sie beim Klavierspielen überrascht hat. Momoko hatte wahrscheinlich nichts bemerkt weil sie zu sehr vertieft war. Je länger ich mir den Wolf anschaute, desto mehr glaube ich den Gerüchten. Man erzählt sich, dass die Tiere der Stadt seit ein paar Tagen verrückt spielen. Momoko Fall ist nicht der Erste.
    Ein 6-jähriger junge soll von deiner eigenen Katze getötet worden sein, oder eine 69-jährige Oma von ihrem Pudel verletzt. Sie war zwar nicht schwer verletzt worden, aber der Schock saß so tief, dass sie daran starb. In meinen Gedanken hörte ich ein fröhliches Lachen:
    Ich kann’s immer noch nicht glauben, dass ich noch heute morgen im Zimmer mit ihr geredet habe. Mein Herz krampfte sich plötzlich schmerzhaft zusammen. Denn wer würde jetzt mit mir Lachen und herumalbern, oder mich auffordern meine Hausaufgaben zu machen, mir missbilligte Blicke zu werfen wenn ich abfällige Bemerkungen mache?


    Nichts wird mehr so sein wie früher,
    Aber eins hat mich momokos Tod gelehrt:


    ,,Lebe dein Leben hier und jetzt und denke nicht an morgen,
    Denn du weißt nie wann die Stunde für dich schlägt. “