WikiLeaks - Fluch oder Segen...?

  • Langsam ist es sicherlich an der Zeit, dass wir in diesem Forum auch einen Thread über WikiLeaks haben ^^ . Denn es wird tatsächlich langsam etwas, das man nicht einfach beiläufig ignorieren kann (etwas wofür man sicherlich mehr den Medien danken sollte als WikiLeaks selber). Also worum geht es? WikiLeaks ist eine Seite, die verschiedene (in jedem Fall heikle) Dokumente seit 2006 veröffentlicht wie diesen Sommer z.B. Dokumente des Irak-Kriegs veröffentlicht wurden und nun Berichte von Diplomaten. Aber ist das, was da gerade abgeht, gut oder schlecht? Profitiert eine Demokratie von einer derartigen Transparenz oder leidet sie darunter?
    Ein Problem ist sicherlich, dass WikiLeaks kein einheitliches Ziel verfolgt, es werden scheinbar wahllos einfach irgendwelche Dokumente veröffentlicht, die brisante Informationen enthalten. Eine Verbindung z.B. zwischen dem Veröffentlichen von Irak-Kriegsdokumenten und dem Veröffentlichen von Diplomatenberichten lässt sich recht schwer finden. Und die Ziele, die uns Julian Assange, der Sprecher von WikiLeaks, (während seiner Flucht) vermittelt, erklären nicht wirklich die genauen Beweggründe für die Veröffentlichung der Daten in jedem Falle.
    Was haltet ihr also von WikiLeaks? Ist es gut, dass sowas existiert oder wird damit die Politik belastet, wenn praktisch jedes vertrauliche Dokument an die Öffentlichkeit geraten könnte?


    PS: Ein interessanter Bericht zu Kultur-relevanten WikiLeaks-Einträgen wurde hier zusammengefasst, obwohl wie bei vielen anderen WikiLeaks-Sachen es wohl keinen überraschen wird, der "seine Hausaufgaben gemacht hat", was den Hintergrund der beschriebenen Ereignisse angeht (nun hat man es eben nur schwarz auf weiß, was vermutet wurde). Anderes davon ist einfach banal und ist eh mehr unterhaltsam als brisant wie ich finde.

  • Es ist ein zweischneidiges Schwert dieses " Informationsportal " .


    Die Berichte und Dokumente die veröffentlicht werden werden nicht ausreichend gefiltert und sortiert so das durchaus die Möglichkeit besteht , dass absouluter Unfug ins Netzwerk gelangt der zu ernsthaftem Schaden führen kann.


    Die Sachen die stimmen sehe ich eher als positiv an ... warum Fehler vertuschen oder geheime Aktionen planen ohne das iwer etwas daon erfährt ?
    Die Regierungen der demokratischen Staaten sind vom Volk gewählte Gremien und da verlange ich nach Aufklärung und Transparenz ... ich will nicht lesen oder hören müssen : (nur ein Bsp.)
    " Deutschland tötet Zivilisten im Irak " und sofort wird auf Deutschland rumgeprügelt und auf seinen Einwohnern .
    Wenn sowas passiert will ich wissen WER hat WIE was WO veranlasst und gab es IRGENDEINE Möglichkeit von schwerwiegenden Folgen ausgehen zu können .
    Ich will einen Schuldigen und zwar den echten Schuldigen und nicht irgendeinen Strohmann der dann sein Amt niederlegt und bis zum Ende seines Lebens auf Staatskosten lebt , weil er ja einen wichtigen Dienst erbracht hat indem er den Kopf hingehalten hat .



    Zu Julian Assange kann wie ich finde keine klare Aussage treffen ...
    Er bewegt sich am Rande der Legelität ist im vergleich zu seinem Netzwerk undurchsichtig und auch verschlagen.
    Von den Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden halte ich nichts ... das riecht für mich schon nach einer gekauften Anklage um ihn mundtot zu machen .


    Naja mal sehen wie lange er es noch schafft zu flüchten es würde mich nicht wundern wenn die Tage eine Meldung durch die Nachrichten geht das Julian Assange auf ganz tragische Weise zu Tode gekommen ist . ( natürlich ohne Einwirkung der CIA des FBI , des Mossad oder Interpol ;) )


    MfG



    PS: Unsere lokale Zeitung hat es gestern mit einer Netten Zeichnung auf den Punkt gebracht .


    Zwei Herren sitzen nebeneinander .
    Der eine sagt zu anderen : " Hey , Ich kann dir sagen wo Bin Laden steckz ! "
    Der Andere : " Wen interessiert Bin Laden ? Ich suche JUlian Assange ! "


    Ein Terrorist ist im Moment weniger " gefährlich " // " gesucht " als ein ich will nicht sagen " Freidenker " komische Welt x|

  • man muss bei WikiLeaks den Informationsgehalt der einzelnen Leaks differenzieren. Solche Sachen wie das Afghanistan War Diary oder die Irak Logs finde ich eine gute Sache, weil der Krieg einfach viel zu undurchsichtig für die Bevölkerung ist. Da ist sowas ganz nützlich (und der Aufruhr der USA, als der Dreck an ihrem Stecken aufgedeckt wurde, auch recht amüsant, wenn auch ernst). So werden auch Kriegsverbrechen und Co. enthüllt und nicht als Kollateralschäden unter den Teppich gekehrt werden.
    Was diese Diplomaten-Files angeht...da denke ich, dass ist jetzt nicht so entscheidend, als das ma es hätte veröffentlichen müssen. Da sind sicher persönliche Meinunge eingeflossen und weniger Objektivität.


    zu Assange: ich denke bei manchen regierungen hat er Bin Laden auf den oberen Plätzen der Fahnungsliste überholt. Die USA sind ja ganz oben mit dabei (verständlich, die wollen ihren Namen sauber kriegen) und planen ein Anti-Wikileaks-Gesetz. Auch diese Vergewaltigungsvorwürfe sind mir etwas zuuu perfekt vom Timing her gekommen, zumal die Anklage ja mehrmals geändert wurde über Belästigung bis hin zur Vergewaltigung.
    in Kanada würde jmd Assanges Tod begrüßen: klick


    Ich finde, wenn die Regierungen bzw Staaten eine Website bzw deren Sprecher, die auf solche Missstände wie Kriegsverbrechen oder Korruption hinweisen und sie aufdecken, schneller und energischer eine Fahndung/Gesetze dagegen fordern und durchbringen, in einer demokratischen Gesellschaft etwas falsch läuft...

  • Zitat von Hagi

    So werden auch Kriegsverbrechen und Co. enthüllt und nicht als Kollateralschäden unter den Teppich gekehrt werden.

    Na gut, aber andererseits könnte man sagen, dass die Dokumente nicht die Fehler des Krieges beschreiben, sondern die Tatsachen des Krieges, die ein Krieg eben mit sich bringt. Ich meine, in Europa war ja auch noch das Problem, dass man unter den Teppich kehren wollte, dass es sich um einen Krieg handelt, was ich wesentlich schlimmer finde als zuzugeben, dass in einem Krieg "kleinere" Kriegsverbrechen, Fehler bei der Feinderkennung usw. stattfinden, denn wenn wir ehrlich sind, ist es eher unwahrscheinlich, dass es jemals einen "fairen und sauberen Krieg" geben wird. Dass also unschuldige Zivilisten durch einen Krieg leiden bzw. sterben, dass Soldaten unter Druck stehend nicht alles "by the book" machen oder dass ein Krieg nicht so abrupt enden kann wie man es sich oft vorstellt, sollten da keine Dinge sein, die schockieren oder unerwartet wirken sollten. Natürlich sind diese Dinge schlimm und sollten unter jedem Umstand vermieden werden, aber Krieg war eben noch nie etwas Gutes gewesen.

    Zitat von Hagi

    (verständlich, die wollen ihren Namen sauber kriegen)

    Hmm, die Diplomaten-Berichte zumindest waren eher positiv für die amerikanischen Diplomaten, haben sie doch gezeigt, wie viel gute Arbeit sie in den letzten Jahren tatsächlich geleistet haben ^^ . Natürlich könnte jetzt das Problem entstehen, dass sich die Diplomaten bei ihren Berichten etwas zurückhalten werden, was das Geben von Spitznamen und ähnlichem angeht :whistling: ...
    Aber ich denke, man geht gegen WikiLeaks nicht vor wegen dem, was bis jetzt gekommen ist sondern in Furcht vor dem, was noch kommen könnte. Besonders die Ziellosigkeit von WikiLeaks ist ein Problem, man kann nicht vorhersehen, was sie veröffentlichen werden und spätestens wenn z.B. die geheimen "Anti-Terror-Strategien" irgendwelcher Länder veröffentlicht werden, sollte klar sein, dass komplett wahllose Veröffentlichung von Dokumenten auch zum Nachteil sein könnte. Daher ist es verständlich, dass man die Seite sperren will und verhindern will, dass weitere Dokumente an die Öffentlichkeit geraten.

  • Aber ich denke, man geht gegen WikiLeaks nicht vor wegen dem, was bis jetzt gekommen ist sondern in Furcht vor dem, was noch kommen könnte.


    genutzt habe ich leaks noch nie aber auf den laufenden bin ich in gewisser weise schon es ist schon erschreckend wie weit jetzt gegen vorgegangen wird. aber was Die informations Beschaffung Veröffentlichung angeht stehe ich eher posetiv gegenüber sowas muss sein aber mit wie schon erwähnt mit einen gewissen weg den man verfolgt.
    [video][media]http://www.youtube.com/watch?v=HytgD_IsqiU[/media][/video]

  • Hmm, hat WikiLeaks der Demokratie geschadet? Wahrscheinlich ist das ein wenig zu theatralisch formuliert für das, was damit wahrscheinlich gemeint war. Der Einfluss von Transparenz ist insgesamt als eher negativ bewertet wurden von der Politik-Wissenschaft (ich hatte ein wenig Langweile heute in der Uni-Bibliothek ^^ ...). Die Sache ist die, dass statistisch nachgewiesen wurde, dass in der Beziehung von Politiker und Wähler Transparenz sich als negativ erweist, wenn der Politiker besser das Verhältnis zwischen Verhalten und dessen Folgen versteht als der Wähler. Wenn dann während des Prozesses der Politik-Durchführung eine Information veröffentlicht wurde, so hatte dies entweder gar keinen Einfluss auf die Politiker oder (bei intensiver Transparenz) führte dazu, dass die Politiker teilweise weniger aktiv waren und insgesamt eher konform agierten (also weniger Kritik geäußert wurde und das eher der Mehrheit zugestimmt wurde z.B.). Eine Forschungsarbeit, die ich im Internet dazu gefunden habe, die jenes Modell statistisch nachweist, lässt sich hier finden (leider in Englisch... und spart euch die Details, lest einfach das "Abstract" zu Beginn, mehr muss man als Nicht-Politik-Wissenschaftler nicht wissen ^^ ).
    Ich denke, das zeigt, dass WikiLeaks durchaus einen negativen Effekt auf die Politik haben kann, wenn die darin enthaltene Information nicht richtig von den Wählern in einer Demokratie verarbeitet wird und ich denke, die wenigsten sind fähig, z.B. die ganzen Ursachen und Folgen des Verhaltens zu verstehen, was in den Diplomaten-Berichten zu lesen ist. Am Ende steht man eigentlich wieder am Anfang mit dem Nutzen von WikiLeaks, denn es sind zwar mehr Informationen da, aber wird dadurch der durchschnittliche Wähler kompetenter in seiner Wahl seines Vertreters im Paralament - wenn das nötige Verständnis für die Verarbeitung der Information fehlt?

  • Ich denke das WikiLeaks ein Fluch und Segen zugleich sein kann. Einerseits können brisante geheimnisse ans Licht kommen die Korruption oder missbrauch von Macht belegen können (nur ein bsp das für uns gut sein könnte). Es könnte aber auch im Fall der Weltpolitik mehr Schaden als Nutzen verursachen. bestimmte Dinge darf die Öffenlichkeit in bestimmten Fällen einfach nciht wissen. Der Spruch "Nationale Sicherheit" wurde nicht nur zu verstuschungsgründen geboren. Bestimtme informationen können von "Leien" einfach so Falsch aufgenommen oder so interpretiert werden, dass dies Schwere politische folgen in den bestimmten Ländern haben kann. Der "normale" Mensch versteht oftmals bestimmte politische Dinge ganz einfach nicht und ist daher auch nicht in der Lage sie vernünftig zu durchdenken oder mit Kalter Logik an bestimtme Dinge heranzugehen. Politik ist oft Kalt und sieht häufig nur Gefühlsgeladen aus (bspw. Debatten im Reichstag ^^). Politik ist ein kaltes und Logisches Geschäft bei dem der Politiker durch Emotionen an die breite Öffentlichkeit versucht bestimmte Ziele zu erreichen. Diese Absicht kann gut sein aber in vielen Fällen auch weniger gut. Wikileaks kann beides aufdecken und kann dadurch aber auch gutes und auch schlechtes bewirken.


    Entschuldigt meinen Satzbau lol es ist Spät !!! ^^ Bevor Margoth mich gleich in Stücke reißt :P.

  • wie erwähnt ich stehe da auf keiner Seite eher dazwischen und im großen und ganzen bin ich ganz klar eurer Meinung, es macht das wie aus und natürlich das was. Ich bin zwar nicht Politisch irgend wie gebunden und sollte deswegen wohl auch nicht urteilen usw. aber der Kampf der gerade gegen Leaks läuft finde ich zu übertrieben, klar eine Regulierung muss es geben aber gleich staatsfeind nummer eins machen.... Leaks wird aber nicht sterben egal was jetzt passiert im TOR-netzwerk wird es weiterhin leben und wohl dan nur noch den Verschwörungs-Theoretikern zur Verfügung stehen (geeks).


    leaks ist so bin ich der Meinung überheblich geworden und zwar erstens weil Sie einen Ansprechpartner (Pressesprecher haben) der auch gleich Gründer ist... und zum zweiten diese "Großen Tara da kommt was Brisantes" ankündigen von tatsachen, warum das ganze da wäre jeder auch selber drauf gekommen den so unbekannt ist Leaks ja nicht das sie so viel Werbung machen mussten.

  • Das Problem mit Assange ist doch, dass die Suche nach ihm genauso übertrieben ist wie Assanges Reaktion darauf, sich zu verstecken und eine Flucht zu starten, war sicherlich keine gute Idee, da es sicherlich viele seiner Unterstützer vertrieben hat, es dann nämlich so scheint als hätten die Anklagen irgendeinen Wahrheitsgehalt (die Frage steht noch aus, wie viel wahres an den Anklagen ist...). Zum Glück hat sich also Assange jetzt zu einem Gespräch bereit gemeldet, aber die Aktion kam zu spät wie ich finde, VIEL zu spät, längst hat Assange schon das Image des Flüchtenden und des "Kriminellen" angenommen - und wie viele seiner Unterstützer sind dann noch bereit ihn zu unterstützen mit diesem Image?
    Das Schlimmste, was mit den WikiLeaks-Daten geschehen kann (also jene, die bis jetzt veröffentlicht wurden sind) ist, dass sie überbewertet werden (die Diplomaten-Berichte können z.B. nicht das komplette Bild US-Amerikanischer Außenpolitik geben, die Berichte sind nur vom "State Departement" und die entscheiden ja nicht alleine wie die Außenpolitik aussehen wird) und das man nicht erkennt, wie nutzlos sie eigentlich sind beim Vorantreiben des Ziels von WikiLeaks die Regierungen dieser Welt davon zu überzeugen, transaparenter zu sein.
    Und dies zeigt wohl, dass unterm Schlussstrich das Projekt als Fehlschlag im Sinne seiner Zielstellung enden wird.