Die Siedler 7: Das verflixte siebte Mal?

  • Die Redaktion zu Besuch bei Blue Byte: Die Entwickler präsentieren „Die Siedler 7“ und erklären, warum das Spiel anders wird, aber dennoch der langen Tradition der Serie treu bleibt.


    „Die Siedler 7“ kehrt zu den Idealen der Serie zurück – dem Aufbau von Städten und Warenkreisläufen. Diesmal hat der Spieler die Kontrolle über ein ganzes Königreich. In abgelegenen Dörfern kümmern sich Siedler um Forstwirtschaft, arbeiten in Minen oder auf Farmen. In zentral gelegenen Städten verarbeiten Handwerker die Rohstoffe weiter.


    Der Titel basiert auf einer neuen Grafik-Technik, die dem Spieler mehr Einblicke in sein Königreich gewährt. Dank frei positionierbarer Kamera flanieren Sie auf den selbst gebauten Straßen oder schauen Ihren Schützlingen beim Bauen zu. Den Grafikstil verändern die Entwickler mehr in Richtung Disney-Comic. Beim Nachladen einer Kanone etwa beult sich das Rohr kurz aus, ehe die Kugel ihren Platz im Inneren einnimmt. Sie erkennen die Bewohner von „Die Siedler 7“ anhand der Kleidung: Reiche Händler tragen purpurfarbene Mäntel und Schmuck, Bauern müssen mit einfachen Stoffhosen und Westen vorliebnehmen.

    Die Siedler 7 mit neuem Siegpunkte-System

    In früheren „Siedler“-Spielen ging es stets darum, Konkurrenten aus der Welt zu drängen – sei es mit wirtschaftlicher- oder mit Waffengewalt. Die Möglichkeiten waren stark eingeschränkt. Ganz anders der neueste Ableger: „Der Spieler soll frei darüber entscheiden können, wie er eine Partie für sich entscheidet. Darum haben wir das Siegpunkte-System eingerichtet“, erklärt Produzent Benedikt Grindel. Das Spiel vergibt Punkte für besondere Erfolge in bestimmten Bereichen einer Partie. So bekommen Sie Auszeichnungen für das Errichten bestimmter Gebäude (etwa Kathedrale oder Bibliothek). Andere Siegpunkte erfordern weitreichende Planungen und Auseinandersetzungen mit Ihren Widersachern – zum Beispiel, wenn Sie versuchen, die mächtigste Armee oder das größte Reich aufzubauen. „Dadurch entsteht ein spannender Wettlauf um Siegpunkte, der auch taktisch ungeheuer anspruchsvoll sein wird.“ Eine Bestenliste am Bildschirmrand klärt jederzeit über den aktuellen Spielstand auf.



    Mehr Macht den Technologien
    In „Die Siedler 7“ kommt der Forschung eine wichtigere Rolle zu. „Im Mittelalter lag das Wissen in den Klöstern – so auch in unserem Spiel“, offenbart Grindel. Für das Erforschen neuer Technologien muss der Spieler Geistliche einkaufen. Abhängig von deren Ausbildung variiert der Preis. Ein Novize gibt sich mit Bier und einer Bibel zufrieden. Ein Bruder hätte gern noch ein wenig Brot dazu, ein hochrangiger Priester verlangt mehrere Bibeln, mehr Brot, mehr Bier.


    Auch auf dem Forschungsmarkt herrscht Konkurrenz. Die Spieler wetteifern auf einer Art Sterndiagramm um die Upgrades. Haben Sie Punkte wie „Starke Mauern“ erobert, sperren Sie die Fähigkeit für andere Spieler. „Daher haben wir ein Versteigerungssystem für die Technologien eingerichtet. Die Spieler setzen Ressourcen in Form von Novizen, Brüdern und Priestern ein, um die gewünschten Bereiche zu erforschen.“ Mit bestimmten Technologien schalten Sie Siegpunkte frei. Somit gibt es – ähnlich wie beim Kampf um die Größe des Reiches oder der Armee – in der Forschung ein Wettrennen um Technologiezweige.

    Prominente Unterstützung

    „Die Siedler 7“ soll zwar zurück zu den Wurzeln der Serie gehen, dennoch legt Blue Byte besonders auf einen schnellen Einstieg und einen strafferen Spielablauf Wert. Daher hat man sich prominente Unterstützung ins Boot geholt: Bruce Shelley, „Age of Empires“-Mitschöpfer. Er ist als Berater tätig und hat „Die Siedler 7“ bislang „so viel gespielt wie kein anderer.“ Zu seiner Rolle sagt Shelley: „Ich habe eine andere Perspektive auf das Spiel und achte darauf, dass es transparenter wird. Bei den Vorgängern hatte ich oft das Gefühl, auf etwas warten zu müssen, solche Momente wird es in diesem Spiel nicht geben.“ Die Frage, ob man Shelley engagiert habe, um in Nordamerika Fuß zu fassen, verneint Benedikt Grindel: „Wir haben nur die Gelegenheit gesehen, mit jemandem zusammenzuarbeiten, der uns wertvolles Feedback geben kann. Die Verkäufe in den USA waren nur zweitrangig bei dieser Entscheidung.


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