Borderlands: Mad Max trifft Diablo

  • Schießen, sammeln, aufsteigen – „Borderlands“ mischt Rollen- und Actionspiel. Die Redaktion ballert sich durch die ersten Spielstunden. Der erste Eindruck: Vor allem Teamspieler haben viel Spaß.



    Ein kleiner Roboter namens Clap-Trap begrüßt Sie auf Pandora – einem Planeten am Rande des Universums. Auf einem Rad bewegt sich die skurrile Blechbüchse durch die postapokalyptische Welt und verklickert Ihnen, wie der Hase auf dem Felsbrocken läuft. Eine schräge Vorstellung, die Sie auf die kommenden Stunden einstimmen soll. Denn „Borderlands“ setzt auf eine schrullige „Mad Max“-Atmosphäre – inklusive massig Endzeit-Action. Entwickler Gearbox garniert das Ganze mit einer Prise Rollenspiel. Was diese Mischung kann, testet die Redaktion in den ersten Stunden auf Pandora.

    Charakterfrage

    Mit der Klassenwahl zu Beginn des Titels bestimmen Sie maßgeblich Ihre Spielweise in „Borderlands“. Denn jede der vier Klassen erfordert eine andere Vorgehensweise auf dem Schlachtfeld: Während die beiden Krieger (Brick und Roland) auf große Waffen, kurze Distanz und starke Fäuste stehen, agieren Sie mit dem Scharfschützen Mordecai und der behenden Lilith aus der Entfernung und mit Bedacht.

    Tarnen oder prügeln?

    Jede Klasse verfügt über eine Spezialfähigkeit, die Sie im Laufe des Abenteuers ausbauen: Der Jäger Mordecai schickt einen mächtigen Vogel in den Kampf, Lilith macht sich unsichtbar, Brick wütet im Nahkampf und der Soldat baut einen Geschützturm zur Unterstützung auf. Bevor Sie diese Fähigkeit erstmals aktivieren, muss Ihr Recke die Charakterstufe 5 erreichen.

    Viel Kampf, noch mehr Waffen

    Die Kämpfe in „Borderlands“ folgen – zumindest in den ersten Spielstunden – einem festen Schema: Feind anlocken, erledigen, fertig. Ihre Widersacher verhalten sich sehr ähnlich, stürmen stumpf auf Sie zu. Zudem tauchen die Gegnergruppen in der offenen Spielwelt immer wieder an festen Positionen auf. Das führt dazu, dass Ihnen ein und derselbe Mob öfters vor die Flinte läuft – ein Faktor, der bereits bei „Far Cry 2“ für Unmut bei den Zockern sorgte.


    Sobald Sie die Gegend gesäubert haben, geht es ans Einsacken der Beute. Neben Gesundheitspaketen und Munition finden Sie Waffen bei Ihren Opfern – und das nicht zu knapp. Die enorme Vielfalt von bis zu 700.000 Modellen erschlägt Spieler zu Beginn: Zwar geben unterschiedliche Farben Aufschluss über die möglichen Zusatzfähigkeiten der Schießprügel, oft hilft aber nur der Test am lebenden Objekt, um die Effektivität der Knarre zu testen. Was Anfänger möglicherweise abschreckt, begeistert Sammler und Tüftler – das „Diablo“-Prinzip lässt grüßen.


    Raser in der Einöde
    Steigen Sie nach knapp drei Stunden in das erste Fahrzeug, nimmt der Spielverlauf deutlich an Fahrt auf. Dann sparen Sie sich lange Laufwege und nervige Kämpfe gegen schwächere Gegner. Außerdem liefert Ihnen der Buggy starke Waffen: Sie wählen zwischen Raketenwerfer und Maschinengewehr. Die Steuerung des Gefährts funktioniert ähnlich wie bei „Halo 3“: Mit dem linken Analog-Stick bestimmen Sie die Geschwindigkeit, mit dem rechten die Fahrt-Richtung. Das klappt auf freier Strecke optimal, führt in engeren Passagen aber zu Problemen. Teilweise gerät das Umkurven einzelner Objekte zum Balanceakt.


    Spaß zu viert
    Ein Höhepunkt von „Borderlands“ ist der Koop-Modus: Mit maximal vier Kollegen gehen Sie die Kampagne an. Die Motivation steigt immens, wenn Sie in der Gruppe Taktiken entwickeln, um die Widersacher zu besiegen. Die Charaktere unterstützen sich und gleichen die Schwächen der einzelnen Klassen aus. Je nach Spielerzahl steigt die Stärke der Kontrahenten, gleichzeitig die Beute nach deren Ableben. Das Spiel verteilt die Gegenstände nicht automatisch unter den Mitstreitern. Es gilt das Motto: Wer zuerst kommt, malt zuerst – eine Lösung, die besonders bei Online-Partien mit zufällig zusammengewürfelten Spielern zu Problemen führen kann. Auf Nachfrage der Redaktion, wie die Entwickler mögliche Ungerechtigkeiten vermeiden wollen, antwortete Gearbox: „Wir schauen uns an, wie die Spieler mit diesem System umgehen. Klappt die Verteilung partout nicht, führen wir per Patch eine automatische Regelung ein.“


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    Actionspiel für PC, PS3 und Xbox 360