• Spielehersteller id Software mixt in „Rage“ Baller- mit Rennspiel-Elementen. Eine zündende Mischung? Die Vorschau zeigt’s.



    id Software steht seit beinahe zwei Jahrzehnten mit Spielereihen wie „Doom“ oder „Quake“ für knallharte Action und herausragende Optik. „Das können wir am besten“, sagt Spiele-Designer Tom Willits beim Start seiner Präsentation. Auch das neueste Baby der Firma ist nichts für zartbesaitete Gemüter. „Rage“ unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von den beiden genannten Actionspielreihen. Aus der Ich-Perspektive ballert sich Willits einige Minuten lang durch enge Gänge. Seine Ziele sind menschliche wie übermenschliche Wesen. Dabei stehen ihm die üblichen Ballermänner zur Verfügung: Pistole, Schrotgewehr, Bogen und Maschinengewehr. Alles also nur ein warmer Aufguss? Mitnichten!


    Actionspiel-Abschnitte: „Fallout 3“-light
    Das unterstreicht jetzt Matt Hooper, ebenfalls Spiele-Designer bei id Software, während er einen neuen Spielstand lädt. „Wir möchten mit ‚Rage’ etwas komplett anderes machen als unsere Kollegen, die gerade an ‚Doom 4’ arbeiten.“ Mittlerweile ist das Spiel geladen und es zeigt sich schnell, was Hooper meint. Der schlaksige Spieleentwickler steuert seinen Charakter durch eine weitläufige 3D-Landschaft – durch dreckige Szenerien, die frappierend an die Endzeitszenarien von „Fallout 3“ erinnern. Und genau wie in Bethesda Softworks’ Rollenspiel sprechen Sie in der unwirtlichen Welt mit den Charakteren, um Aufträge und wichtige Informationen zu erhalten.


    Doch eine „Fallout 3“-Kopie ist „Rage“ nicht. „Die Welt ist zwar grundsätzlich für den Spieler offen und frei erkundbar, doch wir wollen vermeiden, dass man sich in ihr verliert. Mich persönlich macht es verrückt, wenn ich ein Spiel zocke, in dem ich 15 offene Aufträge gleichzeitig habe.“ In „Rage“ gibt es daher nur einen Hauptstrang, die Entwickler leiten den Spieler darin von Ort zu Ort. Mittelpunkt ist die Siedlung Wellspring. Hier erhalten Sie nicht nur neue Aufträge und Informationen, sondern auch Waffenbaupläne – eine weitere Gemeinsamkeit mit „Fallout 3“. Doch die selbst gebastelten Ballermänner sind in „Rage“ sehr viel ausgefallener. So schrauben Sie einen spinnenartigen Roboter zusammen, der Feinde eigenständig aufsucht und mittels seines Mini-Gatling-Repetiergeschützes attackiert. Hilfreich sind auch die automatisch feuernden Geschütztürme, in deren Feuerschutz Sie so manch feindliche Angriffswelle überleben. In den Klamotten ausgeschalteter Gegner schlummern dann häufig nützliche Gegenstände. Doch bevor Sie Munition, Medizin oder Baupläne an sich nehmen, müssen Sie ausgeschaltete Gegner in bester Rollenspiel-Manier durchsuchen.

    Rennspiel-Abschnitte: „Motorstorm“ mit Waffen
    Bauteile für Waffen, Munition und neue Ballermänner erstehen Sie mit Geld, das Ihnen erschossene Widersacher hinterlassen oder erfüllte Aufträge bringen. Die größte Einnahmequelle sind aber gewonnene Rennen. Ja, richtig gelesen! In „Rage“ steckt ein vollwertiges Rennspiel. Zu Beginn des Abenteuers legen Sie sich ein Fahrzeug zu, das Sie im weiteren Spielverlauf zu einem wahren Pisten-Monster aufrüsten. Bremsen, Motor, Fahrwerk, Reifen – um allen davonzufahren, tunen Sie nahezu jedes Bauteil Ihrer Rennkiste. Die heißen Rennen durch die staubigen Parcours zwischen Endzeit-Canyons erinnern frappierend an Sonys Rennspiel „Motorstorm“ – mit einer Ausnahme: id-Software-typisch wird auch während der Rennen aus alle Rohren geballert. Die auf den Fahrzeugen montierten Waffensysteme verbessern Sie im Verlauf des Abenteuers.


    Zur Story gaben die Entwickler nur wenige Details bekannt: Die Weltordnung ist nach einem Meteoriteneinschlag aus den Fugen geraten. Recht und Ordnung sind Geschichte. An der Tagesordnung steht der bloße Kampf ums Überleben.


    Erster Eindruck: „Rage“


    Technisch ist „Rage“ über jeden Zweifel erhaben. Das Actionspiel ist der erste Titel, der auf der brandneuen, hauseigenen Grafik-Routine „id Tech 5“ läuft. Das Resultat: Die Schauplätze erscheinen unglaublich realistisch. Unzählige Details säumen Wellspring und die Umgebung des Örtchens. Die hochauflösende Grafik läuft stets geschmeidig über den Bildschirm, selbst bei bildschirmfüllenden Explosionen und während der actionlastigen Rennsequenzen – jedenfalls auf dem PC. Die Fassungen für PS3 und Xbox 360 zeigte man im Rahmen der Präsentation nicht. Eine Einschätzung seitens des Entwicklers gibt es aber schon: Laut id-Software-Chef John Carmack tut man sich auf der PS3 schwer. Das Spiel läuft auf Sonys Konsole derzeit noch nicht so flüssig wie auf der Xbox 360. Grund ist laut Carmack die komplexe Hardware-Architektur der Playstation 3.


    Spielerisch ist „Rage“ ein zweischneidiges Schwert. Der Actionabschnitt – eine Mischung aus „Fallout 3“ und „Doom 3“ – ist stimmig. Der Rennspielteil jedoch ist sicherlich nicht jedermanns Sache, denn er sorgt für einen Bruch im Spielablauf. Auslassen kann man die Raserei übrigens nicht: Um im Abenteuer voranzukommen, benötigen Sie spezielle Fahrzeuge, die sich nur durch Rennsiege verdienen lassen.


    Erscheinungstermin „Rage“: 2010 für PC, PS3 und Xbox 360. (ul)


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