24.11.2014 - Antworten sind nur Fragen in Verkleidung

Was ist die indiskutable Wahrheit der unumgänglichen Komposition des menschlichen Geistes ? Wenn Aktion gleich
Reaktion lautet, wäre dann nicht auch ein Nicht-Lebewesen dieser doch recht logisch klingenden, aber doch sehr
pragmatisch anmutenden Denkweise simpel gesagt überlegen ? Wäre demzufolge nur ein Lebewesen diesem pseudo Gesetz
unterlegen ? Was ist mit Antimaterie ?


Zitat

Was da ist, ist längst mit Namen genannt, und bestimmt ist, was ein Mensch sein wird. Darum kann er
nicht hadern mit dem, der ihm zu mächtig ist.


Ein spannendes Zitat aus der Bibel gepfriemelt - Salomo, Predigt 10. Er meinte das die Menschen immer dem unterliegen
würden, der dem Allerheiligsten am Nächsten kommen würde. Er warnt auch vor Torheit sich dem zu stellen was
die Einigkeit aus Wissen und Macht darstellt. Im Großen und Ganzen ist diese Denkweise genauso philosophisch wie
beispielsweise Goethe, Brecht und/oder Kafka. Allesamt tragisch, lehrreich und für deren Zeit absolut missverstanden.
Es sollte dem gemeinen Bürger immer wieder vor Augen geführt werden das die hypothetische Philosophie genauso viel
Wahrheit innehält wie die Wahrsagerei, nämlich nicht eine Unze. Kafka wollte mit seinen Werken die Allgemeinheit
anspornen über Missstände nachzudenken, Goethe wollte auf die Psyche und deren positiv-negativ Resultate hinweisen.
Aber das waren Situationsvorhersagen, wie man das heutzutage nennen würde. In diesem Sinne waren sie der aktuellen
Zeit weit überlegen, obgleich Kafka immer in der Vergangenheit und dem am gesellschaftlichen Miteinander antizipierenden
(fortbleibenden) Menschen eher etwas lag.


Nun, was hat das alles mit dem obigen Zitat zu tun und wieso schreibe ich dies einen Blog? Um diese Frage zu beantworten
ist es wichtig die Differenz zwischen Individuum und Gesellschaftsmensch zu erläutern. Ein Individuum agiert eigenständig,
meißt losgelöst von Bänden, Zwängen und Normen und umgibt sich mit einer fragwürdigen Eigenschaft - zu hinterfragen.
Der gemeine Bürger oder Gesellschaftsmensch hat diese Fähigkeit fast zur Gänze verloren, dank des intensivem aber wirkungsvollem
vorgeben von Regeln, Normen und Zwängen. In diesem Zusammenhang sollte man sich fragen : "Wozu sollte ein Tier seinen
Herren beißen, wenn er Futter, und ein Dach über dem Haupt trägt ?" Genau diese Idee kommt dem normalen Bürger nicht mehr.
Er überlegt selten, arbeitet und lebt in das System hinein. Was Richtlinienmäßig einem Übertritt gleichkommt wäre in metaphorischer
Form des System zu hinterfragen. Und diese Individuen werden dann als Abtrünnige abgetan, in früheren Zeiten sogar richtig hart
belangt mit Folter, Tod und/oder in neuzeitlichen Gefilden auch zu Zwangsarbeit etc. verurteilt. Kafka spielt immer wieder damit.
Und ebenso Keller mit seinem Werk "Die drei gerechten Kammmacher". Sie enden lieber tragisch, tödlich und einsam - als sich gegen
etwas zu stellen was anscheinend größer ist als sie selbst. Tragisch, fast traurig nicht wahr?


In Salomos Text wird darauf hingewiesen das der "Mensch" immer unterliegen würde, gegen etwas größerem. Aber man darf nicht
einfach abschalten, sich zurückziehen und dem System das "leben" überlassen. Wenn man aktiv seine Wesenheit erhält, dann streift man
den Mantel des Menschen ab und schwingt sich in geistige Ebenen wo Freiheit und Wissen auf einen warten. Salomo hat recht,
der Mensch der es nicht mal versucht etwas zu hinterfragen bleibt immer zurück - darauf wollte ich hinweisen. Es ist wichtig das
Menschen immer Individuen bleiben, sie dürfen nicht der gleichartigen, rhythmusbehafteten Urkraft der Stupidität unterliegen.


Wenn ich jetzt jemanden angesprochen habe, oder der gleichwertige Intentionen äußern möchte - der darf das gerne als Kommentar
tun. Ich möchte mich eigentlich nur selbst daran erinnern, dass ich mich nicht vor den Stärkeren, Mächtigeren oder Klügeren
unterjochen sollte, denn meine Existenz ist frei, unbändig und lebenswert.