Nach 13 Jahren - das schriftliche Abitur

Wirklich was habe ich nicht zu erzählen. (Solltet Ihr dennoch alles lesen, so sagt ja nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt...) Ich wollte einfach nur mal so schreiben wie es mir bei meinem schriftlichen Abitur erging.
Ich nehme mal vorweg, dass man eigentlich nicht viel Angst vor dem schriftlichen Abitur haben muss... die Klausuren sind auch nicht schwerer als die normalen Klausuren. Teilweise sogar einfacher (zumindest meines Erachtens).
Irgendwie bin ich froh, dass ich es jetzt endlich hinter mir habe, andererseits war es eine doch sehr stressfreie Zeit. ich finde den normalen Unterricht stressiger... langweiliger...
Die meisten Sorgen muss ich mir wegen den Zweitkorrektoren machen, da meine Schrift... ähm ja... ^^



Die Vorbereitung


Es soll Leute geben, die sich wirklich monatelang gezielt auf ihr Abitur vorbereiten. Ich bin jedoch generell jemand, der wirklich nur das Nötigste lernt. Oder anders gesagt - ich hatte in der gesamten Oberstufe bisher nur für Englisch was gemacht.
Aber für sein Abitur sollte man doch lernen - oder? Das habe ich mir auch gedacht... und immer weiter hinausgeschoben. („Ach... das dauert noch - ich habe noch genug Zeit.“)
Irgendwann habe ich mir dann vorgenommen, im März zu lernen... und irgendwie habe ich dann doch weit weniger gelernt als ich mir vorgenommen habe... :whistling:



Der erste Tag - Deutsch


Bei uns hat man fünf Themen zur Auswahl. Ich glaube, einen Vergleich zwischen den Pflichtlektüren, eine Kreativaufgabe zu einer der Pflichtlektüren, einen Gedichtvergleich, eine literarische Erörterung und eine textgebundene Erörterung.
Die Pflichtlektüren waren dieses Jahr „Der Besuch der alten Dame“ (Friedrich Dürrenmatt), „Der Proceß“ (Franz Kafka) und „Michael Kohlhaas“ (Heinrich von Kleist). Erstens war ich in Textstelleninterpretationen und generell in Klausuren zu irgendwelchen Lektüren schon immer schlecht, zweitens habe ich es einfach nicht geschafft, den „Michael Kohlhaas“ zu lesen, da ich ihn einfach nur zäh fand und mir der Sprachstil überhaupt nicht gefallen hat (die beiden anderen Lektüren haben mir hingegen relativ gut gefallen).
Von daher war der Lektürenvergleich für mich sowieso schon gegessen. Und auf die kreative Aufgabe hatte ich auch keine Lust (soweit ich gehört habe, war es ein Abschiedsbrief Ills).
Literarische Erörterung... so eine habe ich schon seit Jahren nicht mehr geschrieben. Und die Abiklausur ist nicht unbedingt die geeignete Klausur für Experimente... ^^
Gedichtvergleich oder textgebundene Erörterung?
Es ist zwar nicht so als wäre ich in Gedichtsinterpretationen schlecht... ich habe aber auch schon schlechte Erfahrungen damit gesammelt.
Damit war dann für mich entschieden, welches Thema ich nehme...
Wir hatten von 8.00 Uhr bis 13.30 Uhr Zeit. Viele haben sich alle Aufgaben durchgelesen, dann überlegt, welche sie bearbeiten und angefangen ein Konzept zu schreiben. Da ich wusste, welche Aufgabe ich bearbeite konnte ich auch sofort loslegen. Ich habe den Erörterungstext aufgeschlagen, den Text dreimal durchgelesen (beim ersten Mal nur gelesen, beim zweiten Mal ein paar Sachen unterstrichen, bei dritten Mal Notizen an den Rand gemacht), den Baissatz auf dem Konzeptblatt ausgearbeitet und dann angefangen zu schreiben. Um 11.15 Uhr habe ich dann abgegeben. Aus unserem Deutschkurs war ich der Zweite.
Ich habe aber mal wieder gemerkt, dass meine Sätze teilweise... ähm... „verschachtelte Satzmonster“ sind... :whistling:
Nebenbei erwähnt fand ich das Thema relativ gut (ich habe schon Erörterungen zu Schlimmerem geschrieben): „Flatrate-Mentalität - Ausweitung der Trinkzone“



Der zweite Tag - Mathe


Mathematik... das Fach wegen dem ich mir die meisten Sorgen gemacht habe und bei dem ich auch während der Klausur ein etwas komisches Gefühl hatte.
Nicht weil ich Mathe nicht kann... sondern weil ich Mathe kann. Ich weiß, das klingt jetzt seltsam... aber ich mache mir wegen den Fächern, in denen ich gut bin mehr Sorgen als wegen denen in denen ich schlecht bin. In Deutsch bin ich zwar auch relativ gut (würde ich zumindest mal von mir behaupten), da weiß ich aber auch, dass es extrem darauf ankommt, was für Lehrer korrigieren. In Mathe habe ich selbst in der Hand wie gut ich bin.
Die Klausur ist vielleicht nicht perfekt gelaufen (15 Punkte werden es keine); zweistellig wird es vom Gefühl her aber auf alle Fälle.
Die Zeit habe ich allerdings komplett gebraucht.



Der dritte Tag - Englisch


Manche Leute haben Fächer in denen sie noch nie sonderlich gut waren. Bei mir ist Englisch eines dieser Fächer. Allerdings ist mein Englisch nicht mehr ganz so schlecht wie früher.
Naja... auf alle Fälle... es war klar, dass im Abitur entweder die Kurzgeschichten drankommen oder Landeskunde (was sich so Landeskunde schimpft).
Kurz vor 8 Uhr (wir hatten von 8.00 Uhr bis 12.30 Uhr Zeit) wurde dann bekannt, dass dieses Jahr Landeskunde dran ist. Das hat zu ein paar Tränen geführt, da sich anscheinend manche wochenlang mit den Kurzgeschichten beschäftigt haben.
Mir war das eigentlich recht, da ich nicht alle der Kurzgeschichten gelesen habe... und mich vorher auch nicht mehr groß mit ihnen beschäftigt habe... :whistling:
Um 8 Uhr habe ich dann die Mappe aufgeschlagen, das Thema gesehen (Immigration), mir den Text durchgelesen und angefangen zu schreiben.
Gegen 10.40 Uhr habe ich dann alles in meine Mappe gepackt, die Aufsicht hat mich schon angegrinst (meine Englischlehrerin von Klasse 9-11; bei ihr hatte ich zwar mit die schlechtesten Englischnoten meiner Schullaufbahn, bei ihr habe ich allerdings auch viel gelernt). Ich habe bin also aufgestanden (alle wussten, dass ich abgeben werde... ich war in Englisch fast bei jeder Klausur der Erste, der abgegeben hat), bin zur Aufsicht gelaufen, habe meine Mappe mit den Worten „Das ist meine Auf... äh... Abgabe“ abgegeben und ihre Reaktion: „Mein Tipp war sowieso, dass Du als Erster abgibst.“



Der letzte Tag - Geographie


Ich musste wählen ob ich in Geographie oder in Chemie in die schriftliche Prüfung gehe. In Chemie waren meine Noten zwar halbwegs gut, ich hatte jedoch nicht wirklich das Gefühl, den Stoff verstanden zu haben. In Geographie waren meine Noten schlechter, dafür hatte ich jedoch das Gefühl, dass ich den Stoff verstanden habe.
Also habe ich Geographie gewählt.
In der Abiklausur ist es so, dass wir vier Aufgaben bekommen und wir drei Aufgaben auswählen müssen, die wir bearbeiten. Es wird empfohlen, sich für die Auswahl eine halbe Stunde Zeit zu nehmen. Ich habe die erste Aufgabe gesehen und sofort gewusst, dass ich die Aufgaben zwei, drei und vier bearbeiten werde (Küsten sind meine Feinde).
Die Aufgaben waren dann größtenteils eher wirtschaftliche Aufgaben was mir sehr gelegen kam. Es hätte also schlimmer laufen können ^^



Schlusssatz


Ich hoffe, ich habe Euch nicht allzu sehr gelangweilt... falls Ihr eingeschlafen sein solltet, so hoffe ich mal, Ihr hattet wenigstens schöne Träume ^^

Falls Fragen zu Themen wie der Beitragserstellung bestehen kann man sich gerne an mich wenden :)


Kommentare 8

  • Abi... Das war die Zeit (außer natürlich an den Tagen der Prüfunden und der Tage davor), wo ich um 11 aufgestanden bin, Brunch gegessen habe, dann mittags zu meinen Freunden gegangen bin, wo wir bis um vier nachts Pen&Paper-RPG gespielt haben (ye know, Dungeons & Dragons, Vampire the Masquerade, Werewolf the Apocalypse and so on...) und dann betrunken zu mir nach Hause gelaufen sind auf schlecht beleuchteten Landstraßen und (zum Glück) von niemanden angefahren wurden dabei ^^ .

  • Geschichte war bei mir das zweite beim Abi... Oh Gott, ein Geschichte-Deutschlehrer, der ein Abi schreibt ist grausam, ein Gedicht (mit Metaphern, Allegorien, vor allem Allegorien) interpretieren auf dessen historischen Zusammenhang ist eine verdammt unangenehme Aufgabenstellung, es war insgesamt schrecklich...
    Mathe... Ha, ein Hoch auf die Geringschätzung des Lösungsweges beim Mathe-Grundkursniveau ^^ ! Mein Taschenrechner war mit dutzenden von Programmen versehen, die das Lösen von Aufgaben mehr zu einer Informatik-Frage machten, wann welches Programm die Arbeit übernehmen sollte. Ein verdammt gutes Ergebnis am Ende für einen kreativen Umgang mit Technik ^^ .
    Das letzte war bei mir Biologie und den Lehrer, den ich hatte, war die Art von Person mit der man gerne einen Whiskey (gut, er bevorzugte Wein) am Freitag-Abend trinkt und sich über die Welt und sich selber lachen kann.

  • In Deutsch hatte ich die Wahl zwischen Kohlhaas und Hesse "Der Steppenwolf", ersteres war eine Erörterung, letzteres eine Interpretation, ich hab Steppenwolf genommen, einfach weil mir das Buch besser gefallen hat, aber Kohlhaas war auch ein verdammt gutes Buch, fande ich, besonders da ich bei der Behandlung des Buches im Unterricht eine Aufgabe gewesen war ein alternatives Ende zu schreiben (das waren 15 Punkte im Schlaf geholt ^^ ). Aber Steppenwolf hat mir einfach besser gefallen her vom Schreibstil und dem Thema her. Weil Deutsch mein Leistungskurs war, hatte ich fünf Stunden zum Schreiben, die ich auch bitter nötig hatte, da es am Ende 17 Seiten gewesen waren, die ich geschrieben hatte ^^ .

  • Der Besuch der alten Dame haben wir dieses Jahr gelesen...
    ich mochte das buch :3

  • irgendwie hast du doch gelernt, nur ebend im chat, mahi hatte ja ihre aufgaben und bei mir lags ja wohl auch an den aufgaben xDD

  • alles klar,analysis war bei uns Wachstum,aber das mit dem Haus hatten wir auch ;)

  • Öhm... also im Analysisteil die gebrochenrationale Funktion . Und die analytische Geometrie war das mit dem Haus. ^^

  • alter,ich will ja nicht spammen,aber AAAAAAAAAAAAAAAAAAAABBBBBBBBBBIIIIIIIIIII!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    yeah! endlich xD In Deutsch hab ich das Gleiche genommen^^ Welche Wahlteile hattest du in Mathe? Und hör mir auf mit Wirtschaft xD