Optimismus a´la Keiko-sama, oder warum ich ein krankhafter Masochist bin

Man weiß ja, im Allgemeinen bekommt die Keiko ihre „Inspirationen“, wenn man ihre sonderbaren Gedankengänge denn dann so nennen möchte, zumeist unter den normalsten Umständen. So auch hier wieder einmal mehr… Seit einiger Zeit schon beobachtet sie die User im Forum und wundert sich: Warum eigentlich entscheidet sich wer für welchen Charakter & hat dieser etwas mit seiner wahren Persönlichkeit zu tun & sollte sie nicht ein Thema dazu erstellen und wo gehört das hin….??? Oder sollte sie erst einmal das Thema erstellen, bevor sie sich darüber wunderte, wo es hin soll???
Und die Keiko, pragmatisch wie sie ist, entschied sich für Informationsbeschaffungsmassnahmen und googlete. Das erste, was sie eingab, war NATÜRLICH „Optimist“ zumal sie sich eigentlich selbst dazu zählt, oder zählte, bis ihr vor einem Jahr jemand das Gegenteil bewies.
Gebe ich „Optimist“ ein, geschehen seltsame Dinge, denn es gibt, wenn man dem Net Glauben schenken darf keine menschlichen Optimisten, oder zuminderst keine augenscheinlichen.
Denn und die Verwunderung ward groß, es gibt nur Segelschiffe die Optimisten sind…. Und zwar über Seiten hinweg, in allen Sprachen. Die einzige Möglichkeit auf Optimisten (menschliche, hoffe ich doch) zu stoßen ist Pessimist einzugeben. Der geneigte Leser mag nun erstaunt sein, das eine so gewichtige Daseinsform, wie der Pessimist, immerhin gibt es ihn über Seiten hinweg in allen Sprachen und als Mensch!!!
Wer würde auch sein Schiff „Pessimist“ nennen, da könnte man es auch gleich „Taifun“, „Tsunami“ oder gar „Titanic“ taufen, was mit Sicherheit sehr vertrauenserweckend für die Passagiere wäre. Nein, da klingt „Optimist“ doch gleich viel positiver, sugerriert es doch einen ewig Vorwärtstrend, ein immer mit dem Wind segeln…
*Räusper* …Nein, der Optimist wird im Zusammenhang mit dem Pessimisten erwähnt, oder erscheint hier erwähnenswert, um zu unterstreichen, wie negativ und pessimistisch der Pessimist doch ist, ansonsten ist der Optimist wohl für alle eher uninteressant…
Warum ist das so???
Optimisten sind eine gefährliche Lebensform, für sich und ihre Umwelt!!! Es fängt doch schon einmal damit an, dass sie einen in den unpassendsten Momenten versuchen aus den schönsten Depressionen zu reißen mit einem fröhlichen „Das wird schon wieder!“ & einem in der Arbeit mit unnötiger Motivation überhäufen, ohne das man danach gefragt hat und einem damit meist noch mehr Arbeit aufhalsen, als man eh schon hat und man zu allem Übel auch noch ein schlechtes Gewissen bekommt, weil man sich nicht genauso verhält, wie eben jene Wahnsinnigen.
Ja, ja ich kann ein Lied davon singen, ich kenne diese Probleme nur zu gut, bin ich doch selbst eine dieser Wahnsinnigen… Mehrmals am Tag, wenn ich meinen Optimismus in meiner Umwelt verbreite werde ich fragend und verwundert angeblickt. Was will diese Verrückte nur….???
Am Gefährlichsten ist aber der Optimist mit seiner Einstellung für sich selbst!!! Mal ehrlich, wer so an das Leben herangeht, kann ja nur von einer Enttäuschung in die nächste schiffen!
Mmmh, vielleicht ist es doch nicht so sinnvoll ein Schiff „Optimist“ zu taufen…
Es geht sogar so weit, dass der Optimist seine eigene Gesundheit gefährdet.
Warum???
Ein Beispiel: Die Keiko macht einen Ausritt. Das Pferd scheut, die Keiko stürzt und hat ein Aua am Handgelenk. Erster Gedanke: Ups, Handgelenk verstaucht…
Steigt auf und reitet weiter. Dass sie vor Schmerzen das Handgelenk nicht mehr benutzen kann, begeistert sie, denn sie wollte ja schon immer einhändig, wie ein Cowgirl reiten.
Dass die Schmerzen auch später nicht nachlassen sieht sie ebenfalls sehr optimistisch, „da so was nun mal seine Zeit braucht“ und klatscht Salbe darauf und bandagiert das Handgelenk.
Dass am nächsten Tag das Handgelenk doppelt so dick ist (24 Stunden später) verwundert sie nun doch ein wenig & sie geht zum Arzt. Etwas, was jeder normale Pessimist, „Hilfe, mein Arm muss amputiert werden“ schon am Vortag getan hätte. Die Feststellung des Arztes, das ein Stück der Elle heraus gebrochen ist, man aber von Glück sprechen könnte, das selbiges noch am gleichen Platz ist und man es somit nicht mit einer Platte versehen muss, kommentiert Keiko mit den Worten: „Ja, das war doch sehr gut von mir das Handgelenk zu bandagieren!“
Erwartet sie jetzt einen Keks??? Nicht wirklich, aber sie ist doch verwundert über den seltsamen Gesichtsausdruck des Arztes.
Nun, das ist nur eines von vielen Beispielen, die ganz klar darauf hindeuten, dass die Keiko zwar ein Optimist sein mag, ABER, wenn man es einmal realistisch betrachtet doch eher eine krankhafte Masochist ist…
Denn, bitte schön, wer ist schon so wahnsinnig, immer mit Freuden auf die Schnauze zu fallen und danach aufzustehen ohne etwas daraus gelernt zu haben und wieder frisch fröhlich übermotiviert in die nächste Enttäuschung oder Katastrophe zu steuern???
Das ist doch masochistisch, oder???
Aber nun, die Keiko und mit ihr alle anderen Optimisten können nun mal nicht anders & es ist gut so!!! Man stelle sich nur einmal vor, wie die Welt ohne diese Wahnsinnigen aussehen würde. Pessimisten, Realisten und alle die anderen –isten können sich den Luxus ihrer Eigenarten doch nur leisten, weil immer irgendwo ein übermotivierter Optimist herumsteht, der den Karren wieder aus dem Dreck zieht.
Also, seit nett zu euren Optimisten, auch wenn sie euch mal wieder nerven…


Denn es gilt (dies war im Übrigen eine der wenigen Dinge, die ich über Optimisten gefunden habe):
Für den Optimisten ist das Glas halb voll, für den Pessimisten halb leer. Der Realist verdrückt sich beizeiten, damit er nicht abwaschen muss.

Kommentare 7

  • Ja, nicht, ich habe dich nicht vergessen..^^ Deine PN folgt

  • Nun, dass das der Durchschnitt ist, da gebe ich dir recht^^

  • Na, in jedem Menschen steckt doch ein bisschen von allem, habe ich nicht recht??? Jedenfalls solange wir nicht von dem Extremfall aus gehen, eines Menschen, der wegen einer speziellen Neigung tatsächlich als "Krank" zu bezeichnen wäre :rolleyes:...
    Ich bin optimistisch, realistisch, pessimistisch, masochistisch, ebenso sadistisch! Natürlich alles in Maßen, aber wenn man sich einmal selbst bei verschiedenen seiner Handlungen beobachtet, fällt einem doch auch, das man all dies, oder zumindesrt das meiste davon in sich vereinigt.

  • Ok das ist bei einer kleinen Handgelenkverletzung was anderes als wenn man jetzt nen Tumor hätte
    aber so ein handeln würde ich eher als Pessimist einstufen und das was du gesagt hast als weder noch eher schon als krankheitsparanoid oder normal


    über den Realisten sagt man ja 'ein Optimist mit Erfahrung' und damit das ein richtiger Realist in Anbetracht dieser Welt schon eher negativer Meinung sein muss ist auch klar. Immerhin wären sonst die Philosophen nicht meist depressiv.


    naja ob du wirklich ein masochist bist kann ich daraus nicht schließen

  • ah ja ich sehe das mit dem verletzen Pessimisten der gleich zum Arzt läuft auch nicht als 'Pessimisten' geschweige denn dass ich das überhaupt unter Optimist, Pessimist oder gar Realist einstufen würde. In dem Punkt muss ich Neme-kun schon zustimmen. Sagen wir mal es gibt auch Pessimisten denen was passiert und die dann denken 'toll dann ist eben mein Hangelenk gebrochen oder verwundet wenn kümmerts' ist eh Wurst wenn ich abkratze und danach lachen sie

  • Ein Hypochonder??? Nicht wirklich, eher noch ein Realist (die Grenze zwischen Realisten und Pessimisten ist für mich auch eher fliessend, da ein zu extremer Realist unweigerlich pessimistisch werden muß, wenn er sich die Welt und ihre Geschehnisse so ansieht)... Oh, ich bin ein krankhafter Masochist, denn ich bin zu realistisch, um nicht zu wissen, das diese optimistische Einstellung völlig überzogen meinerseits ist, demzufolge genieße ich es scheinbar mit den daraus resultierenden Folgen (häufig negativer Art) zu leben...
    Ferner, jeder "normale" Mensch hätte sich nicht freiwillig solche Schmerzen angetan, nur um den Umstand zu beschönig, das ja alles in Ordnung sein muß;)...

  • Übrigens, ein Mensch, der, nach deinen Worten, schon am Vortag mit der Panik lebte, dass sein Arm amputiert werden müsse, weil er stark angeschwollen ist, würde man eher als Hypochonder bezeichnen.
    Doch ein Masochist ist jemand, der es genießt, gepeinigt zu werden und Schmerzen zugefügt zu bekommen, und nicht jemand, der eine derartige Verletzung so sorgenlos überstehten kann; aber von Optimismus kann man durchaus sprechen, wenn ein Mensch wie du stets in der Lage ist, positiv in die Zukunft zu sehen. Das ist an sich etwas sehr Wertvolles.