Morgoths Daily Life – Episode 231: Zur Abwechslung auch mal Comics als Thema eines Blogs…

Viele können sich sicherlich noch daran erinnern, welchen Frust es ausgelöst hatte als One-Manga seine Manga-Scans von der Seite genommen hatte. Viele hatten eine wichtige Quelle für Manga-Scanlations verloren und schrien verzweifelt nach Ersatz für One-Manga und hatten nicht wirklich eine Ahnung, was sie nun tun sollten… Meine Reaktion war eher in die Richtung eines gleichgültigen „So what…?“, da ich bereits im Vorfeld andere Seiten ausgespäht habe als Präventivmaßnahme für den Fall der Fälle, die an die Stelle von One-Manga treten konnten (zeigt wieder nur mal wieder, dass man immer einen Plan B haben sollte :whistling: ...). Auf einer dieser Seiten verkündete die Seite stolz: „Mangas sind japanische Comics mit einem einzigartigem Plot und Storyline. In Japan lesen Leute aller Altersgruppen Mangas, Mangas sind nicht für jüngere Leser gedacht wie amerikanische Comics. Das Genre beinhaltet hunderte von verschiedenen Themen.“


Abgesehen davon, dass diese Einleitung auf so viele Weisen falsch ist, dass es schon lächerlich ist (Manga ein Genre…? Mangas sind nicht für jüngere Leser gedacht, aber trotzdem wird es von ALLEN Altersgruppen gelesen…?), so ging es mir um einen bestimmten Punkt, nämlich der Meinung, dass amerikanische Comics an jüngere Leute gerichtet wären. Im Geiste des Rest des Textes ist dies natürlich auch vollkommener Unsinn, aber es brachte mich auf den Gedanken, dass ich mal von Comics reden sollte.
Warum ich es nicht schon früher getan habe, hat zwei Gründe:
1. Wenn es um Mangas und Comics geht, startet nahezu jeder den idiotischen Versuch, beides zu vergleichen. Warum idiotisch? Weil Mangas und Comics so unterschiedlich, dass es einen Apfel-Birnen-Vergleich wie Kinderspielerei aussehen lässt. Der Versuch beides zu vergleichen könnte Thema einer Doktorarbeit sein, so umfangreich ist das Thema…
2. Dies ist ein Anime/Manga-Forum, die Wahrscheinlichkeit auf interessierte Leser in Sachen Comics zu stoßen ist da wohl eher unwahrscheinlich.


Nun, einfach, um mal auch den Nur-Manga-Lesern zu zeigen, dass es auch lesenswerte Comics gibt, zähle ich erstmal die Comic-Serien auf, die ich derzeitig verfolge und dann werde ich noch drei Vorschläge machen, welche abgeschlossenen Serien man sich mal ansehen sollte.


Derzeitig laufende Serien, die ich lese:


Chew
In einer Welt, wo jede Art von Vogelfleisch verboten wurde aufgrund einer ernsthaften Vogelgrippe-Seuche, die vor ein paar Jahren die Welt heimgesucht hat, ist Tony Chu Polizei Detektiv, der gegen den illegalen Vertrieb von Hühnchenfleisch ermittelt. Das Besondere an Tony Chu: Er ist ein "Cibopath" (ausgesprochen "see-bo-path" (englische Aussprache)), d.h. dass er die Erinnerungen von dem bekommt, was er gegessen hat, was zu Situationen wie im ersten Kapitel führt, wo er von einem toten Serienkiller essen muss, um die Namen seiner Opfer zu erfahren.
Die Serie hat 2010 den Eisner Award für „Beste Neue Serie“ bekommen und das zu Recht, die halb-humorvolle, halb-ernsthafte Krimi-Story ist gut strukturiert, was Spannung der Story, Charakterisierung und Metaplot angeht. Bis jetzt (Issue #14) ist die Story ziemlich unterhaltsam und hat eigentlich nichts zu bemängeln außer das die Charaktere wenig Entwicklung erfahren haben und den ersten Eindruck (obwohl immer gut) immer nur bestätigen, aber sich nicht wirklich weiterentwickeln.


Fell
Detektiv Richard Fell wird versetzt von seinem alten Posten nach Snowtown, einer Stadt, die voll von Verfall und Kriminalität ist. In mehreren episodischen Stories wird Fells Alltag in Snowtown beschrieben.
Auch diese Serie hat den Eisner Award gewonnen (2006 für „Beste Neue Serie“ und „Beste Fortlaufende Serie“), was es nur um so trauriger macht, dass Warren Ellis 2008 die Daten zu der Serie verloren hat bei einem Computercrash und jetzt noch dabei ist, jene zu reproduzieren. Die Story ist zwar nicht Warren Ellis beste Story, aber ist bestimmt mit eine seiner besten Serien. Auch die Zeichnungen sind gelungen und drücken gut die dunkle, bittere Stimmung der Erzählungen aus.


The Unwritten
Tom Taylor ist Sohn eines berühmten Autoren, welcher eines Tages einfach verschwindet. Seine Buchserie handelt von einem jugendlichen Magier und seinen Abenteuer, die Vorlage für den Hauptcharakter war sein Sohn. Die Geschichte handelt von dem Ruhm und der Frage der Identität von dem nun erwachsenen Tom Taylor, der nicht nur als Inspiration für die fiktionale Figur aus den Werken seines Vaters gehalten wird, sondern als dieselbe Person betrachtet wird, der aus der fiktionalen Welt in die reale Welt gekommen ist.
Die Serie ist… seltsam, aber auf eine gute Art und Weise, bis jetzt ist noch nicht wirklich klar wohin die Story gehen wird, aber die Motive sind sehr interessant gestaltet und die Handlung kommt wohl ganz gut an das „New Weird“-Sub-Genre heran, dass heute im Umlauf ist als Begriff für die neue Fantasy.


The Invincible Iron Man
Iron Man der Extremis-Storyline (für viele bekannte Charaktere gibt es mehrere verschiedene Storylines wie jene ihre Kräfte bekommen haben, was sie bei wichtigen Ereignissen der jeweiligen Welt gemacht haben usw.) wie jener mit seinem Fall durch Hammer und dem darauf folgenden Wiederaufstieg zurecht kommt.
Hat den Eisner Award in 2009 für „Beste Neue Serie“ gewonnen – aber wahrscheinlich nur, weil der erste Arc „The Five Nightmares“ auch tatsächlich der beste Arc bis jetzt war und von da an ging die Story mehr oder weniger bergab. Die Story ist immer noch gut, aber die Darstellung wie die Story verläuft und einige der Charaktere sind einfach nicht mehr so spannend wie es noch beim ersten Arc der Fall war. Ich hoffe einfach nur noch, dass Matt Fraction die Story in „Stark Resilient“ vernünftig zu Ende führen kann.
Zitat aus dem Issue #01 des Five Nightmare-Arc:
Tony Stark: "And then there's the fifth nightmare. The big one. The bad one.
That the person who would make the Iron Man cheap, easy to use and disposable - wouldn't be me.
My biggest nightmare was come true: Iron Man 2.0 is here - and I'm not the one who made it."



Und jetzt noch ein paar gute abgeschlossene Serien, die es sich lohnt, zu lesen:


Daniel Clowes
Eigentlich alle seine Werke sind zu empfehlen, er schreibt tatsächlich mehr für Erwachsene, also sind die Comics von Thematik, Komplexität usw. auch mehr an erwachsene Leser gerichtet als an jüngere Leser.
Die Verfilmung von Ghost World, einem seiner Comicbücher ist auch gut gelungen und ist sehenswert, wenn man nicht die Comics lesen will, aber trotzdem wissen will wie sein Stil aussieht.
Hier ein Ausschnitt aus Wilson:


Transmetropolitan

Eine der besten Serien von Warren Ellis, der seinen Stil in Topform zeigt in Form eines Journalisten, der in einem Sci-Fi-Setting auf der Suche nach der Wahrheit (und die „Story“, die dahinter steht…) ist, die Art wie er das tut ist sehr eigenwillig, auch wie seine Wortwahl, es ist also der typische amerikanische Humor, den man wahrscheinlich entweder für übertrieben hält oder für sehr unterhaltsam hält.


Planetary
Wieder Warren Ellis (ja, Warren Ellis ist eigentlich so ziemlich mein Lieblingsautor, was Comics anbelangt) und hier mit seiner, wie ich finde, besten Comicserie, die sowohl seine Tendenz zu wissenschaftlicher Genauigkeit (siehe „Iron Man – Extremis“ von ihm), seine Blockbuster-Action (der Teil seines Stils wird dann in „The Authority #01 - #12“ zur Spitze getrieben) und den typisch zynischen Humor zusammenbringen.
Die Story handelt von einer Organisation namens „Planetary“, die sich als „Archäologen der übernatürlichen Ereignisse des 20. Jh.“ Bezeichnen. Die Story ist sehr komplex, da ihr die „Viele-Welten-Interpretation“ zugrunde liegt und davon auch in einer intelligenten Art und Weise Gebrauch gemacht wird.


Batman - Arkham Asylum
Die Story hat eine der besten Darstellungen von Wahnsinn als Motiv, die ich kenne und Batman, der in Arkham eindringt auf Forderung der Insassen, welche die Anstalt übernommen haben ist nicht nur ein bedrückendes Szenario, der Fakt, dass Batman zu den Insassen "passt", ist genauso düster. Besonders die Dialoge sind schon Grund genug, dieses Comic zu lesen, die Zeichnungen spiegeln auch gut den Wahnsinn jener düsteren Welt wieder.
Meine Lieblingsstelle ist am Ende als Batman mit einer Axt die Eingangstür im Foyer zerstört:
Batman (zu den Insassen): You're free. You're all free.
Joker: Oh, we know that already. But what about you?


PS: Ich wusste nicht wirklich, ob Comics irgendjemanden in diesem Forum interessieren also habe ich mich mit den ganzen Informationen (Autoren, Zeichner usw.) knapp gehalten und mich mehr darauf konzentriert einfach nur eine Liste guter Comics zu bieten, die man sich mal anschauen sollte (wenn man dies noch nicht getan haben sollte). Die einzelnen Seiten aus den Comics sind englisch, da ich (natürlich) nicht warte bis jene Ausgaben ins Deutsche übersetzt werden und das möglicherweise schlecht.

Kommentare 3

  • Oh??? Sowas gibt es auch von Walter Moers (Äch bin wieder da), aber in diesem Fall ist es Göring, der als Frau überlebt & Hitler heiratet... :rolleyes:
    Zuminderst ist das eher "Schwarzer Humor"!^^

  • Es war wirklich offensichtlich, dass ein Unwissender den Text geschrieben hat... Zum Wert der Seite, soweit ich das sah, war es ein Manga-Fox-Ripoff, nur ohne Beachtung der Lizensen ;) .
    Naja, der "Mainstream" der amerikan. Comics gefällt mir auch nicht wirklich, aber solange es einigermaßen durchdacht ist, was da abgeht, ich denke da nur an Schrecken an diese eine Horror-Geschichte, die erklärte, dass Hitler den 2. Weltkrieg überlebt hat im Körper einer Frau... ja, das dachte ich auch als ich das las :eyesroll: ...
    Aber abgesehen von "The Invincible Iron Man" sind das alles lesenswerte Comics wie ich finde. Chew ist aber, wie ich finde, mit die beste laufende Comic-Serie, die man finden kann ^^ .

  • Eine sehr seltsame Ansage... Da muß man sich fragen, ob man die Seite überhaupt ernst nehmen sollte! Für mich sind Manga einfach nur japanische Comix, wenn man so will. ^^Alles ist gezeichnet und stammt nur von verschiedenen Ländern, als Grundtenor ;)
    Ich muß sagen, mir gefällt deine Idee, weil eigentlich Comix & Mangas zusammengehören! Es ist nur eine Frage was einem davon gefällt & was nicht! Eine Geschmacksache also und darüber kann man nun mal nicht diskutieren :rolleyes:
    Ich für meinen Teil kann amerikanischen Comix wenig abgewinnen, bin eher ein Freund der Franco-belgischen, allein wegen der Zeichnungen schon! Aber man macht ja Ausnahmen ;)
    Chew ist auf jeden Fall mein Ding & ich werde meinen lokalen Comicdealer mal danach fragen... Ferner finde ich Tom Taylor auch nicht uninteressant. Mal sehen... Danke, MoGo! ^^