Diagnose : Stress

Vor einiger Zeit hat sich mein komplettes Leben um 180 Grad gedreht. Anfang des Jahres lebte ich noch alleine und war Arbeitssuchend, keine 3 Monate später ist meine Freundin zu mir gezogen und ich hatte wieder einen Job.


Die Tatsache das man berufstätig ist und eine Freundin hat ist für viele nichts ungewöhnliches, nicht aber für mich. Solange ich gearbeitet habe war ich eigentlich immer Single. Ist ja auch verständlich. Welche Frau kommt auch damit klar wenn der Freund besonders im Sommer soviel arbeitet und meist erst spät nach Hause kommt? Sind recht wenige.. diejenigen die am besten damit klarkommen arbeiten in der gleichen Branche.
Nun war diese Sasion nun sehr stressig und eins könnt ihr mir glauben, wenn ich sage es ist stressig, dann ist es das auch. Im Jahre 2008 habe ich im Sommer gut 8 Wochen am Stück gearbeitet (kein freier Tag) und das jeweils im Schnitt 11 Stunden am Tag. In der Woche also fast 80 Stunden (soviel machen viele nichtmal in 2 Wochen). Ich kam damit klar, ich hatte keinerlei Verpflichtungen. Ich bin nach der Arbeit zu meiner Mum gefahren (Ich habe dort übernachtet weil es näher am Arbeitsplatz war), war noch 2-3 Stunden im Netz und bin danach schlafen gegangen. Natürlich gab es einige Tage an denen mehr zu tun war als an anderen aber es war ein gutes Team und vorallem ein sehr gutes Betriebsklima.
2010 war das alles anders. Im März begann ich wieder zu arbeiten, das Betriebsklima war anfangs ganz gut, wurde aber im Laufe der Zeit immer angespannter. Vorallem mit den Hauptkoch hatte und habe ich oft auseinandersetzungen. Mag daran liegen das der gegenseitige Respekt vollkommen verlorengegangen ist. Er kommt nicht damit klar das ich eher ein Theoretiker bin und ich komm nicht damit klar das er ganz wesentliche Sachen einfach nur falsch macht und er in meinen Augen, besonders was Hygiene am Arbeitsplatz angeht, zu faul ist. Nun kann ich ihn damit aber nicht konfrontieren, weil er ja mein direkter Vorgesetzter ist.
Das führt natürlich dazu das das Betriebsklima nicht grade das beste ist und die Arbeit, die an sich schon sehr stressig ist damit nahezu unzumutbar wird.
Klar könnte man sagen : Such dir doch einen anderen Job! Aber das geht hier leider nicht so einfach wie man denkt. Erst recht jetzt nicht mehr da die Saison vorbei ist. Man findet einfach bis nächstes Jahr Ostern keine neuen Jobs in der Branche und muss am jetzigen klammern. (Mein Vertrag geht noch bis mitte Januar, der vom Küchenchef nur bis 1.11.10)
Der ganze Stress bleibt natürlich nicht auf der Arbeit. Wenn ich nach Hause komme wartet dort natürlich meine Freundin und erwartet das, was ihr während meiner Arbeitslosigkeit vorgelebt worden ist. Zeit für Sie in Form von Spaziergängen, viel im Bett rumliegen, Unternehmungen usw.. all das ist natürlich seit geraumer Zeit passe. Nicht das ich ihr nicht mehr Zeit geben möchte... Ich kann einfach nicht. Mir fehlt einfach die Energie und die Motivation mich um sie zu kümmern.
Mein Tagesablauf sah vor wenigen Tagen noch wie folgt aus.
09:30 Uhr - Aufstehen
10:30 Uhr - Zur Arbeit gehen
10:45 Uhr bis 14:00 Uhr - Arbeiten
14:15 Uhr bis 16:30 Uhr - Zuhause Essen machen, eventuell noch einkaufen gehen, entspannen???
16:45 Uhr bis 22:00 Uhr - Arbeiten (hauptgeschäft)
22:15 Uhr bis 00:00 Uhr - Kleinigkeit essen, fernsehen und was man halt so abends macht.
Dazu sei gesagt, das diese Arbeitszeiten der Idealfall sind. Oft kommt es vor das ich eine Stunde früher anfange, 1-2 Stunden abends länger bleibe. So war das jetzt die letzten 2-3 Monate
Vor ein paar Tagen hat mich dann eine Grippe erwischt, ich wollte natürlich nicht zum Arzt, weil ich wusste das ich die anderen auf der Arbeit somit mehr abverlange. Immerhin fehlt dann eine Arbeitskraft und wir sind ja eh nur 3 Personen die den ganzen Laden schmeißen. Nach drängen bin ich dann doch gegangen und mir wurde eine Atemwegsinfektion diagnostiziert. Die Ärztin wollte mich 4 Tage krank schreiben (wäre von Donnerstag bis Sonntag gewesen) ich habs aber auf 2 runtergehandelt, sodass ich wenigstens am Wochenende noch arbeiten konnte. Jedenfalls, da ich sowieso grade beim Arzt war habe ich sie auch gebeten sich meinen Ausschlag anzusehen den ich seit ein paar Wochen hatte (Ich gehe ungern zum Arzt.. allein schon wegen der Praxisgebühr)


Und sie diagnostizierte (ich liebe das Wort, ich wünschte ich wär Arzt, dann könnt ich das den ganzen Tag sagen)
Das ist ein Stressbedingter Ausschlag. Gab es in letzter Zeit irgendwelche Einschneidenden Veränderungen?


Ja, und nun sitze ich hier.. Die Sasion ist nahezu vorbei, der Ausschlag geht langsam aber sicher zurück und ich finde mehr Zeit für meine Freundin (das wird sie schon in den nächsten Wochen merken) und habe sogar Zeit einen Blog zu schreiben^^

Kommentare 1

  • Ja auch deinen Mitulfs fällt auf, dass der Sera wieder öfter im Forum zu sehen ist. Ganz ehrlich, respekt, ich könnte glaube ich nicht halb so viel Stress auf solange Distanz aushalten und geh nach 8 h am Tag pünktlich auf die Minute. Dann können mich bis zum nächsten Tag erstmal alle von hinten sehen.


    P.S.
    Das Wort diagnostizieren ist nicht mehr halb so schön, wenn man es am Tag an die 100 mal schreiben muss.