Anime-Tips eines Otakus: Fünf Animes, die besser waren als man auf den ersten Blick gedacht hätte

Irgendwie hatte ich die spontane Idee, dass ich bei den über 400 Animes, die ich schon gesehen habe, irgendwas aus dieser Unmenge machen sollte - es ist schließlich nicht nur irgendeine Zahl... Daher schlage ich an dieser Stelle fünf Animes, die besser waren als es der erste Eindruck vermuten lässt. In diese Kategorie fallen natürlich an sich dutzende von Serien, aber ich habe versucht Serien auszuwählen, die nicht sehr bekannt sind und von denen man zumeist noch nie etwas gehört hat (zu Unrecht, wie ich finde). Die Animes sind nicht hierarchisch geordnet, es ist also keine Top 5 oder etwas derartiges. Aber kommen wir nun zu der Liste:


#5 Key - The Metal Idol (1994, Studio Pierrot)


OP "In the Night" by Sario Kijima
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Tokiko Mami, Key genannt, ist ein Roboter. Als ihr 'Großvater' Dr. Mima gestorben ist, hat er ihr eine Botschaft überlassen: Sie muss 30.000 Freunde finden, um ein Mensch zu werden. Key geht daraufhin nach Tokyo, um genau dies zu erreichen.
Was "Key" wirklich auszeichnet ist seine Story, die an Komplexität und Tiefe nichts zu wünschen übrig lässt (die vollständige Erklärung des Plots hat fast die 90 Minuten der 14. Episode in Anspruch genommen - so komplex ist die Story hinter "Key"), aber auch an dramatischer Tiefe mangelt es in Key nicht und wenn jemand hinter der Synopsis ein schnödes Pinocchio-Motiv vermutet, so liegt man definitiv falsch und es geht um weit mehr als nur um das Menschwerden von Key und dem Finden von 30.000 Freunden.


#4 Astro Fighter Sunred (2008, AIC A.S.T.A.)


OP "Mizunokuchi Taiyou Zoku (溝ノ口太陽族)" by manzo
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Astro Fighter Sunred ist der typische Superheld wie man ihn aus Power Rangers und anderen derartigen Serien kennt, der gegen die Bösewichte der Florsheim Armee kämpfen muss und so Tokyo beschützen soll. Dies ist natürlich aber eine Comedy und so sieht man schon im OP wie Sunred sein Superheldenbike verkauft hat, weil er Geld braucht.
Sunred ist wirklich eine Satire auf die stereotypische Power-Ranger-Situation und setzt sich auch gewitzt mit der so geschaffenen Situation auseinander, so ist Vamp der Erzfeind von Sun Red in vielerlei Hinsicht sogar netter und sympathischer als Sun Red. Und jeden Tag treffen sich dann Vamp mit seinen Untergebenen und Vamp im Park, um zu kämpfen... aber die Monster, die gegen Sun Red kämpfen sollen, haben auch ihre ganz alltäglichen Probleme wie zu viele Überstunden auf Arbeit geschuftet zu haben oder dann war eines der Monster einfach zu faul zu kommen, weil er "ja eh nur verlieren würde" wie er meinte. Die Serie besteht aus knappen 13-Minuten-Episoden, aber es lohnt sich allemal die Serie sich anzusehen, denn die Serie weiß gewitzt immer wieder aufs Neue den Inhalt in kurzen Episoden umzusetzen, ohne dabei sich unnötig zu wiederholen. Auf jeden Fall eine der witzigsten Serien der letzten Jahre.


#3 Captain Harlock: The Endless Odyssey (2002, Madhouse)


OP "The Endless Odyssey" by Hattori Takayuki
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Um dem Inhalt am besten gerecht zu werden, kopiere ich einfach mal die englische Synopsis von THEM (sie drückt einfach am besten den Stil und den Inhalt der Serie aus):

Zitat von THEM

There came a time when man grew degenerate; fat and lazy, he lived on only for the sake of his hedonistic ways. But then there were men, discouraged by the government and the corporations, who were willing to venture off into space in pursuit their dreams, in pursuit ... of FREEDOM.
These men were the few who took to piracy in space to regain that freedom. But these men who took to piracy were unjustly ridiculed by the same men they had held hope in their heart for in that someday they would get off their lazy asses and actually join them. In spite of their hopes, these men were told that they were simply doing nothing more than chasing an empty dream in pursuit of that freedom they so very longed for.
Enter Harlock, one of those few men who chose to stay behind clutching onto that empty dream born from the idiocy of his fellow men.
A new foe has manifested itself in the universe and it is time once again to venture off into space.
Not for revenge, but for a promise.


Dieses OVA ist noch eine Shounen-Serie der alten Schule als es nur darum ging wie der jugendliche Held zu einem richtigen Mann werden kann und in pathetischen Reden wiederholt erzählt wurde, was ein Mann tun und lassen sollte. Das eine Serie, die sich um dieses Prinzip dreht, für mich unterhaltsam werden könnte, gleicht natürlich einem Wunder, aber dies liegt vor allem an der Story, dem Soundtrack und den prägnanten Charakteren, denn abseits der beinahe lächerlichen pathetischen Reden hat dieses OVA eine Story, die durchweg das macht, was sie machen soll, ohne jemals unbegründet auf einen Deus ex Machina zurückzugreifen (wobei man natürlich anmerken muss, dass in kritischen Situation jegliches Kräftemessen auf der Ebene der "Seele" stattfindet - und (natürlich) gewinnt solche Kämpfe immer Captain Harlock). Die Story ist auch keineswegs kindisch und naiv, sondern ist durchaus durchdacht und dem Ambiente der Serie entsprechend intelligent umgesetzt. Wer also die pathetischen Reden aushalten kann, was es bedeutet ein "richtiger Mann" zu sein, sollte sich diese Serie auf jeden Fall ansehen, denn außer diesen pathetischen Reden weist die Serie nicht wirklich irgendeine Schwäche auf, die man kritisieren könnte.


#2 Hataraki Man (2006, Studio GALLOP)


OP "Hataraku Otoko" by PUFFY
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Hiroko Matsukata arbeitet bei einem Magazin, aber trotz ihres beruflichen Erfolgs mangelt es ihrem Leben an romantischen Erfolgen. Die Serie dreht sich aber mehr oder weniger Slice-Of-Life um den Arbeitsalltag von Hiroko und wie sie mit den Problemen umgeht.
Die Serie scheint auf den ersten Blick recht vorhersehbar, aber dies ist keineswegs, denn die Serie nimmt die realistischen Tatsachen des Alltags ernster als irgendwelche romantischen Fantasien, welche die Spannung in dem einen oder anderen Moment erhöht hätten. Wer aber wirklich mal Abwechslung von der typischen "Flashiness" von Anime-Serien sucht, ist bei der Serie genau richtig, denn die nüchterne realistische Herangehensweise ist durchaus etwas, dass ich auch bei vielen anderen Slice-Of-Life-Serien heutzutage vermisse, die trotz des banalen Alltags immer noch zu sehr auf "Effekthascherei" getrimmt sind (siehe K-ON! und die übertriebene Moe-Ambition der Charaktere).

#1 The Third - Aoi Hitomi no Shōjo (2006, XEBEC)


OP "Sajou no Yume" by Yuko Sasaki
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In einer post-apokalyptischen Welt versucht Honoka mithilfe ihres Panzers Bogie ein Leben als "Jack-Of-All-Trades" (verdammt, ich kenne das japanische, das englische und das Sanskrit-Wort dafür, aber das deutsche fällt mir gerade nicht ein... schrecklich) zu führen. Eines Tages trifft sie auf einen Mann namens Iks in der Wüste und rettet ihn... Natürlich beginnen damit die Probleme.
Als erstes will ich erwähnen, dass eine der größten Stärken dieser Serie der Soundtrack ist, der wirklich den Plot unterstützt hat. Die Serie hat in der Mitte einige eher schwache Momente, aber ansonsten weiß die Story durch eine gewisse Bodenständigkeit zu überzeugen, welche die Ereignisse oft nicht episch, sondern einfach nur dramatisch relevant für die anwesenden Charaktere wirken lässt. Das Ende ist offen und mehr oder weniger gehastet, aber nicht auf eine nervige störende Art und Weise. Es geschieht an sich aber nichts Weltbewegendes, sondern im Vordergrund ist immer Honoka und ihre Entwicklung und jene ist während der Serie sehr gut charakterisiert.

Kommentare 3

  • Gute Idee sein Wissen an Leute,die noch relativ am Anfang des Wissens stehen(Ich zum Beispiel),mitzuteilen.Mir sagt keiner der Titel etwas,aber "Hataraki Man" werd ich mir demnächst mal vornehmen. Ansonsten schöne Gestaltung (mit den Videos ) und gut übersichtilich.

  • Hmm, naja, komplett spontan ist sicherlich nichts, also... klar, die Diskussion war sicherlich eine Inspiration... (klingt das nicht zu pathetisch für sowas?) hmm, Idee, genau, war sicherlich eine Idee... dann wiederum ist Idee zu konkret, ich meine, ich wusste ja zu dem Zeitpunkt noch nicht, das ich dies schreiben würde, also doch Inspiration... also war sicherlich eine Inspiration ;) .
    Natürlich, Geschmack ist immer so eine Sache, aber ich denke, man kann schon versuchen in diese Serien mal hineinzuschauen. Sie sind auf jeden Fall besser als Bleach - was nicht schwierig ist, selbst Schlafen scheint schließlich spannender als Bleach sich anzusehen oder zu lesen ^^ ...

  • Spontan oder wohl durch die Diskussion neulich? ;)
    Naja, schöne Idee und gut umgesetzt. Die Titel sagen mir nichts, werd mir die Videos mal später anschauen, aber kennst ja meinen Geschmack, ganz anders als deiner. XD